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Washington: Polizei nimmt Proud-Boys-Anf├╝hrer fest

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 05.01.2021Lesedauer: 2 Min.
Der Proud-Boys-Vorsitzende Enrique Tarrio reckt den Daumen bei einer Demonstration in Washington. Jetzt ist er festgenommen worden.
Der Proud-Boys-Vorsitzende Enrique Tarrio reckt den Daumen bei einer Demonstration in Washington. Jetzt ist er festgenommen worden. (Quelle: Allison Dinner/imago-images-bilder)
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Bei den j├╝ngsten Pro-Trump-Demonstrationen in Washington sind die rechten "Proud Boys" stets mit dabei gewesen. Nun ist ihr Anf├╝hrer festgenommen worden ÔÇô vor einer weiteren Demonstration.

Vor einer geplanten Demonstration von Anh├Ąngern des abgew├Ąhlten US-Pr├Ąsidenten Donald Trump ist der Anf├╝hrer der rechtsradikalen Gruppe "Proud Boys" in Washington verhaftet worden. Die Polizei in der US-Hauptstadt teilte mit, gegen Henry "Enrique" Tarrio habe ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs der Sachbesch├Ądigung am Rande einer Pro-Trump-Demonstration in Washington im vergangenen Monat vorgelegen. Der 36-J├Ąhrige habe au├čerdem zwei Schusswaffen-Magazine mit sich gef├╝hrt, was in Washington verboten ist.

Die "Washington Post" berichtete, der Sachbesch├Ądigungsvorwurf beziehe sich auf das Verbrennen eines "Black Lives Matter"-Transparents, das von einer Kirche entwendet worden sei. Tarrio habe der Zeitung damals gesagt, er habe zu jenen geh├Ârt, die das Transparent verbrannt h├Ątten.

Verhaftung vor Pro-Trump-Demonstration

Die Polizei teilte mit, Tarrio ÔÇô der in Miami lebt ÔÇô sei am Montag (Ortszeit) verhaftet worden, als er in die Hauptstadt gekommen sei, wo Trump-Unterst├╝tzer f├╝r Mittwoch erneut zu einer Demonstration aufgerufen haben. Trump teilte am Montag auf Twitter einen Aufruf zur Teilnahme an dem Protest in der N├Ąhe des Wei├čen Hauses. Am selben Tag soll der Kongress das Ergebnis der Pr├Ąsidentenwahl vom 3. November zertifizieren, die der Demokrat Joe Biden gewonnen hat.

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Der Republikaner Trump und viele seiner Anh├Ąnger erkennen den Wahlsieg Bidens nicht an. Sie behaupten, es sei zu massivem Wahlbetrug gekommen, wof├╝r es keine Beweise gibt. Bereits bei zwei Demonstrationen im Dezember und im November hatten sich in Washington Tausende Unterst├╝tzer Trumps versammelt, darunter zahlreiche Anh├Ąnger der "Proud Boys". Am Rande der Proteste kam es vereinzelt zu Zusammenst├Â├čen.

Washingtons B├╝rgermeisterin Muriel Bowser forderte Hauptstadtbewohner am Montag dazu auf, Konfrontationen mit gewaltbereiten Demonstranten zu vermeiden. Sie riet dazu, dem Gebiet der Proteste am kommenden Mittwoch fernzubleiben.

US-Pr├Ąsident ermutigt "Proud Boys"

Trump hatte im Wahlkampf mit Aussagen ├╝ber die "Proud Boys" Begeisterung im rechten Spektrum ausgel├Âst. In einer TV-Debatte mit Biden hatte er sich geweigert, rechtsradikale Gruppen eindeutig zu verurteilen. "Wen soll ich verurteilen?", fragte der Pr├Ąsident damals. Biden warf daraufhin den Namen "Proud Boys" ein. Trump sagte dann: ""Proud Boys" ÔÇô haltet euch zur├╝ck und haltet euch bereit."

Das Trump-Lager wollte das anschlie├čend als Aufruf gegen Gewalt verstanden wissen. Die "Proud Boys" f├╝hlten sich durch die Aussage laut Medienberichten aber ermutigt. Bei den j├╝ngsten Pro-Trump-Demonstrationen in Washington trugen Mitglieder der Gruppierung T-Shirts mit Trumps Worten. Der in Florida aufgewachsene Tarrio bezeichnet sich als Afro-Kubaner und "American Supremacist".

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Die US-B├╝rgerrechtsorganisation ADL stuft die "Proud Boys" als unkonventionelle Str├Âmung im rechten amerikanischen Extremismus ein. Die Gruppe k├Ânne unter anderem als gewaltt├Ątig, nationalistisch und islamophob beschrieben werden, hei├čt es auf der Seite der ADL. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewaltt├Ątige Taktiken anwenden. Mehrere von ihnen seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden.

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