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Donald Trump ist zurück – und ätzt gegen Angela Merkel

Erste Großkundgebung seit Monaten  

Trump kehrt auf die große Bühne zurück – und poltert los

27.06.2021, 13:32 Uhr | AFP, rtr, cck

Donald Trump ist zurück – und ätzt gegen Angela Merkel. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump: Er attackierte die Biden-Regierung in seiner Rede scharf.  (Quelle: Reuters/Shannon Stapleton)

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump: Er attackierte die Biden-Regierung in seiner Rede scharf. (Quelle: Shannon Stapleton/Reuters)

Es war sein erster großer Auftritt seit dem Ende seiner Amtszeit: Der frühere US-Präsident Trump sprach in Ohio vor Tausenden Anhängern. Ist das schon die Vorbereitung auf einen neuen Wahlkampf?

Fünf Monate nach dem Ende seiner Amtszeit hat der frühere US-Präsident Donald Trump erstmals wieder eine Großkundgebung abgehalten. Der Republikaner trat am Samstagabend (Ortszeit) in Wellington im Bundesstaat Ohio unter dem Motto "Save America!" – "Rettet Amerika!" oder "Amerika retten!" – vor Tausende von Anhängern. In seiner Rede wiederholte er seinen vielfach widerlegten Vorwurf, bei der Präsidentschaftswahl im November habe es Wahlbetrug gegeben. Seinem Nachfolger Joe Biden warf er vor, "unsere Nation vor unseren Augen zu zerstören".

Die Polizei bezifferte die Zahl der Teilnehmer an der Kundgebung auf rund 20.000. Viele von ihnen trugen T-Shirts und Baseballkappen mit Aufschriften wie "Make America Great Again" (Amerika wieder groß machen) oder "Trump 2024 – weil Amerika nie zu großartig sein kann".

Anhänger rufen: "Vier weitere Jahre"

Trump hat wiederholt mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 geflirtet – bislang aber nur Andeutungen gemacht. Mit seinem Auftritt nun in Ohio kehrt Trump zu den öffentlichen Massenveranstaltungen zurück, mit denen er auch als Präsident seine Anhängerbasis zusammenhielt und aktivierte. So kann er auch weiter Druck auf seine Partei ausüben und Kandidaten unterstützen, die gegen seine politischen Gegner in der eigenen Partei antreten. Trotz der Rufe seiner Anhänger in Wellington nach "vier weiteren Jahren", äußerte sich Trump in seiner 90-minütigen Rede allerdings nicht eindeutig zu seinen politischen Zukunftsplänen. Vier Jahre dauert die Amtszeit eines US-Präsidenten. 

Kundgebung in Wellington: Weitere Auftritte von Donald Trump sind bereits geplant.  (Quelle: AP/dpa/Tony Dejak)Kundgebung in Wellington: Weitere Auftritte von Donald Trump sind bereits geplant. (Quelle: Tony Dejak/AP/dpa)

Vor seinen jubelnden Anhängern sagte Trump, die Republikaner würden bei den Kongresswahlen 2022 die "radikalen Demokraten" besiegen und die Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat zurückerobern. 2024 dann solle das Weiße Haus zurückerobert werden. Bidens Regierung sei eine "totale Katastrophe".

Trump: Merkel nutzt die USA aus

Auch seine Vorwürfe gegenüber Deutschland wiederholte Trump. Deutschland zahle Russland "Milliarden Dollar" für die Ostsee-Pipeline Nord-Stream 2, lasse sich aber zugleich von den USA vor Russland schützen. Er "möge" Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), "aber sie ist tough und sie ist smart und sie nutzt die USA aus".

Der nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar auch in den eigenen Reihen in die Kritik geratene Ex-Präsident festigt seine Macht bei den Republikanern, indem er loyale Parteifreunde unterstützt und Kritiker offen attackiert. In Wellington stellte Trump sich hinter seinen Ex-Berater Max Miller, der bei den Vorwahlen der Republikaner für die Kongresswahlen 2022 in einem Wahlkreis in Ohio den Abgeordneten Anthony Gonzalez herausfordert. Gonzalez war einer von nur zehn konservativen Abgeordneten, die nach der Kapitol-Erstürmung für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt hatten.

Auftakt einer ganzen Reihe von Großveranstaltungen

Trump war nach seiner Wahlniederlage gegen Biden am 20. Januar aus dem Präsidentenamt ausgeschieden. Der 75-Jährige hat seine Wahlniederlage bis heute nicht eingeräumt.

Der nach der Kapitol-Erstürmung von Onlineplattformen verbannte Ex-Präsident hat seit dem Ende seiner Amtszeit zwei größere Reden gehalten, im Februar bei der Konservativen-Konferenz CPAC in Orlando im Bundesstaat Florida und Anfang Juni bei einem Treffen seiner Republikaner im Bundesstaat North Carolina.

Nun hielt er erstmals wieder eine Großkundgebung wie bei den Wahlkämpfen 2016 und 2020 ab. Es soll der Auftakt einer ganzen Reihe solcher Veranstaltungen sein. Am kommenden Mittwoch wird Trump zudem mit dem texanischen Gouverneur Greg Abbott die Grenze zu Mexiko besuchen. Ein harter Kurs in der Einwanderungspolitik war eines der Markenzeichen von Trumps Präsidentschaft.

Trump genießt noch großes Ansehen

Trump genießt bei der konservativen Basis nach wie vor großes Ansehen. "Ich liebe Donald Trump, den besten Präsidenten der Vereinigten Staaten", sagte die 57-jährige Laura Benas am Samstag bei der Kundgebung in Wellington. Sie zeigte sich überzeugt, dass Trump die Wahl vom 3. November gewonnen habe und durch massiven Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden sei.

"Die Korruption ist in der US-Regierung so tief verankert, dass ein Nicht-Politiker (Trump) wirklich keine Chance hat", sagte Benas. Sie hoffe, dass Trump 2024 erneut antrete.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und Reuters

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