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Nahost-Konflikt: Deutsche Geiseln der Hamas-Terroristen – was bekannt ist


Gefangen im Gazastreifen
Wie die deutschen Geiseln jetzt gerettet werden können

  • Marianne Max
Von Marianne Max

24.10.2023Lesedauer: 3 Min.
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Foto von Shani Louk auf einem Smartphone (Archivbild): Die Deutsche wurde von der Hamas als Geisel genommen. (Quelle: David Pichler/dpa-bilder)

Insgesamt vier Geiseln haben die Hamas-Terroristen inzwischen freigelassen. Mehr als 200 sollen sich jedoch noch in ihrer Hand befinden. Was über die Deutschen unter ihnen bekannt ist.

Mehr als zwei Wochen nach ihrem massiven Großangriff auf Israel hat die Terrororganisation Hamas zwei weitere Geiseln freigelassen. Die Israelinnen wurden in der Nacht mit einem Militärhubschrauber aus dem Gazastreifen zur Sourasky-Klinik in Tel Aviv geflogen. Bereits zuvor waren am vergangenen Wochenende zwei Amerikanerinnen aus der Gefangenschaft der Hamas entlassen worden.

Mehr als 200 weitere Zivilistinnen und Zivilisten aber sind weiterhin in den Fängen der Terroristen – unter ihnen auch Deutsche. t-online gibt einen Überblick, was über sie bekannt ist.

Wie viele deutsche Geiseln hat die Hamas noch in ihrer Hand?

Die Zahl der Geiseln nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel liegt nach israelischen Angaben insgesamt bei mehr als 200. Darunter sind nach Angaben des Auswärtigen Amts auch in acht Fällen deutsche Staatsbürger betroffen. "Daran hängen halt nach der Systematik jeweils noch mehr Personen. Insofern gehen wir von einer niedrigen zweistelligen Zahl von Personen aus", sagte ein Regierungssprecher am vergangenen Mittwoch. Auf Anfrage von t-online am Dienstag bestätigte die Behörde, dass sich an dieser Einschätzung bislang nichts geändert habe.

Was wissen wir über die deutschen Geiseln?

Nähere Informationen, wie etwa die Namen der einzelnen Personen oder die genaue Anzahl der Personen, werden vom Auswärtigen Amt streng geheim gehalten. Die Behörde verfolgt damit eine ähnliche Strategie wie bei anderen deutschen Staatsbürgern in ausländischer Gefangenschaft, etwa in den Foltergefängnissen des islamischen Regimes im Iran. Begründet wird dies mit dem Schutz der Betroffenen.

Dennoch haben sich die Angehörigen mehrerer deutscher Geiseln an die Öffentlichkeit gewandt und einige Namen verraten. Gefangen sind demnach die 22-jährige Shani Louk, die 36-jährige Yarden Romann, Shoshan Haran sowie deren Schwester und Kinder. Mehr zum Schicksal der deutschen Geiseln lesen Sie hier.

Verhandelt die Bundesregierung mit den Terroristen?

Das Auswärtige Amt hat einen Sonderstab eingerichtet, der sich ausschließlich um die Situation der von der Hamas verschleppten Personen kümmert, und steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit den Regierungen anderer verschleppter Zivilisten sowie der israelischen Regierung. Dazu, ob das Auswärtige Amt mit der Hamas direkt verhandelt, blieb ein Regierungssprecher am vergangenen Mittwoch vage. "Wir nutzen natürlich alle Gesprächskanäle [...], um auf Akteure in der Region und letztlich indirekt natürlich auch die Hamas einzuwirken", so der Sprecher.

Wie können die Geiseln gerettet werden?

Um die Geiseln zu befreien, gibt es mehrere Szenarien. Zunächst versucht es Israel offenbar mit Verhandlungen. Gespräche über die Freilassung von etwa 50 weiteren Geiseln am Montagabend waren dem "Wall Street Journal" zufolge jedoch vorerst ins Stocken gekommen.

Demnach hätten die Hamas-Terroristen laut israelischen Beamten zur Bedingung gemacht, dass stetige humanitäre Hilfe einschließlich Treibstoff in den Gazastreifen geliefert werde. Israels Regierung hingegen wolle Treibstofflieferungen nur zulassen, wenn alle Geiseln freigelassen werden. Sie fürchtet, die Hamas könnte den Treibstoff militärisch verwenden, anstatt ihn etwa für Stromgeneratoren von Krankenhäusern bereitzustellen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen. Die israelische Armee glaubt, die Geiseln einerseits im Rahmen einer Rettungsaktion durch Spezialkommandos während der Bodenoffensive befreien zu können. Das berichtet die "Times of Israel" unter Berufung auf Militärkreise. Ob Israel dazu möglicherweise auch Unterstützung von Spezialeinheiten der USA erhält, ist unklar. Die USA gelten als enger Verbündeter Israels.

Andererseits hofften die Armeevertreter wohl auch, die Freilassung der Geiseln mit einer großangelegten Bodenoffensive zu erzwingen. Einige Beobachter, wie etwa Nahost-Experte Eckart Woertz im Interview mit t-online, fürchten allerdings, dass dieser Schritt den Tod der Geiseln bedeuten würde. Auch die USA raten Israel offenbar aus diesem Grund vorerst von einer Bodenoffensive im Gazastreifen ab.

Wie sich die israelische Regierung letzten Endes entscheiden wird, ist unklar. Alle aktuellen Entwicklungen können Sie im t-online-Newsblog zum Angriff auf Israel verfolgen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
  • Eigene Recherche
  • Anfrage an das Auswärtige Amt am 24.10.2023
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