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Robert Habeck warnt China vor Konsequenzen von Russland-Kurs


"Unser Verhältnis ist negativ beeinflusst"
Unterstützung für Russland: Habeck warnt China

Von dpa
Aktualisiert am 22.06.2024Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:240622-935-138149Vergrößern des BildesWirtschaftsminister Robert Habeck in China: "Auch unser Verhältnis, unser direktes Verhältnis, ist jetzt schon negativ beeinflusst." (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)
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China und Russland pflegen gute Beziehungen – trotz Ukraine-Krieg. Aus deutscher Sicht ein Problem, sagt Habeck. Auch die Chinesen wählen deutliche Worte.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die chinesische Regierung vor wirtschaftlichen Konsequenzen wegen ihrer Unterstützung für Russland gewarnt. Deutsche und europäische Sicherheitsinteressen seien durch Russlands Krieg gegen die Ukraine direkt berührt, sagte Habeck in Peking bei einem Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern zu Klimafragen. Sein Gegenüber war der Vorsitzende der mächtigen Staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Zheng Shanjie. Die Behörde soll die Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft steuern.

"Wir würden anders und sicherlich nicht ganz so hart vorgehen bei der Analyse, wo wir Abhängigkeiten von Rohstoffen, von technischen Gütern haben, wenn es diesen Krieg beziehungsweise die Unterstützung in diesen Krieg von China gegenüber Russland nicht geben würde", betonte Habeck. Die Dinge ließen sich nicht trennen. "Auch unser Verhältnis, unser direktes Verhältnis, ist jetzt schon negativ beeinflusst."

Gespräch zu Autozöllen

Im Handelsstreit um Zölle für günstige chinesische Elektroautos forderte Habeck die chinesische Seite auf, die Befunde der EU-Kommission ernst zu nehmen. Die Brüsseler Behörde wirft der chinesischen Regierung unfaire Subventionen vor und hat mit hohen Zöllen gedroht.

China revanchierte sich mit der Ankündigung einer Antidumping-Untersuchung gegen importierte Produkte aus der Europäischen Union, bei der es um Schweinefleisch und Nebenprodukte geht. China warf der EU-Kommission allerdings erst am Donnerstag vor, viel zu detaillierte und weitreichende Fragen in der Subventionsuntersuchung zu stellen.

Habeck: Angedrohte EU-Zölle sind keine Strafzölle

Habeck warnte vor Handelshemmnissen und der Abschottung von Märkten, aber auch vor unfairem Wettbewerb mit staatlicher Bevorzugung von Unternehmen. Daran könnten weder Deutschland noch China Interesse haben. Er betonte, die angedrohten EU-Zölle seien keine Strafzölle, wie sie die USA, Brasilien oder die Türkei verhängt hätten. Sie sollten vielmehr für Wettbewerbsgleichheit sorgen.

"Das ist ein Ausgleich der gewährten Vorteile und deswegen ist es wichtig, jetzt die Möglichkeit, die dieser Bericht bereitstellt, erst zu nehmen und darüber zu reden, darüber zu verhandeln", sagte Habeck. So könne man entweder zu einer anderen Bewertung kommen oder auch den Kurs ändern. "Es wird sonst zur Wahrung des gemeinsamen Marktzuganges sicherlich nicht zu verhindern sein, dass diese Ausgleichszölle in Kraft treten."

Zheng: Europas Vorgehen ist "nicht akzeptabel"

Zheng nannte das Vorgehen Europas laut Übersetzung hingegen "nicht akzeptabel". Auf die Dauer werde es den Wohlstand europäischer Verbraucher schmälern und der Entwicklung der europäischen Autoindustrie schaden. Es stehe auch nicht im Einklang mit den Bemühungen, Treibhausgase zu sparen.

Der technische Vorsprung chinesischer Autobauer sei hart erarbeitet und nicht das Ergebnis von Subventionen, so Zheng. Sein Land exportiere auch lediglich 12,5 Prozent seiner Elektroautos und verkaufe diese im Ausland teurer als daheim. Von Deutschland verlangte er Führungskraft, die Bundesregierung müsse eine Korrektur des falschen europäischen Vorgehens bewirken.

Auch Handelsminister Wang Wentao fand bei einem Treffen mit Habeck deutliche Worte. Einige Länder hätten die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit "als Waffen eingesetzt", sagte er nach den Worten eines Ministers bei einem Treffen mit Habeck mit Bezug auf Maßnahmen gegen chinesische Unternehmen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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