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Bundestag verkleinern: Union mit Vorschlag zur Wahlrechtsreform

Bundestag soll kleiner werden  

Union macht Vorschlag – kommt jetzt die Wahlrechtsreform?

01.07.2020, 06:51 Uhr | dpa, jlk

Bundestag verkleinern: Union mit Vorschlag zur Wahlrechtsreform. Der deutsche Bundestag: Das Parlament wächst immer weiter. Eine Wahlrechtsreform soll das nun ändern.   (Quelle: imago images/Jens Schicke)

Der deutsche Bundestag: Das Parlament wächst immer weiter. Eine Wahlrechtsreform soll das nun ändern. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Auf den letzten Drücker schlägt die Union eine Reform des Wahlrechts zur Verkleinerung des Bundestags vor. Nun muss die SPD reagieren – das Thema beschäftigt das Parlament schon lange. 

Nach der Einigung der Union auf ein Modell für eine Wahlrechtsreform wird mit Spannung die Reaktion der SPD erwartet. Das Modell der CDU/CSU sieht für die Bundestagswahl 2025 eine moderate Verringerung der Zahl der Wahlkreise von 299 auf 280 und das Nicht-Ausgleichen von sieben Überhangmandaten vor.

Das neue Modell soll doch schon 2021 Anwendung finden

In der mehr als dreistündigen Diskussion der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte sich am Dienstagabend nach Angaben von Teilnehmern zudem eine Mehrheit dafür abgezeichnet, dem Koalitionspartner SPD vorzuschlagen, dieses Modell bereits für die Wahl 2021 anzuwenden.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erhielten von den Abgeordneten demnach ein Mandat, darüber zunächst mit der SPD zu verhandeln. Sie wollen demzufolge nun rasch auf SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich zugehen. Dobrindt hatte zuvor einen wesentlichen Knackpunkt gelöst, indem er für die CSU nach jahrelanger Ablehnung die Bereitschaft signalisierte, einer Reduzierung der Zahl der Wahlkreise zuzustimmen.

Einigung in der Koalition noch für diese Woche angestrebt

Aus Fraktionskreisen hatte es geheißen, es solle noch am Dienstagabend ein Gespräch zwischen Brinkhaus mit Mützenich geben. Man strebe eine Grundsatzeinigung mit dem Koalitionspartner noch in dieser Woche an. Mützenich hatte am Nachmittag erklärt: "Wir stehen jede Stunde, jeden Tag zur Verfügung, uns in dieser Woche, aber auch in der nächsten Zeit noch mit weiteren Reformvorschlägen zu befassen."

Bis September müsse der Bundestag darüber entscheiden. Die Union habe "interessante Vorschläge" gemacht. In der Union hieß es, man erwarte für Freitag lediglich eine Debatte, aber keine Abstimmung. 

Wahlrechtsreformen im Jahr vor einer Wahl werden verfassungsrechtlich kritisch gesehen. Die sogenannte Venedig-Kommission, ein Organ des Europarates, das Staaten verfassungsrechtlich berät, empfiehlt grundsätzlich von solch kurzfristigen Änderungen abzusehen. Deshalb drängt wegen der Bundestagswahl im September 2021 die Zeit für eine Reform.

FDP, Grüne und Linke, die einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorgelegt haben, fordern eine Entscheidung im Bundestag bereits in dieser Woche. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, hatte gefordert, die Beratungen im Innenausschuss an diesem Mittwoch abzuschließen und den Entwurf dann am Freitag im Bundestag in die abschließende Beratung zu geben und zur Abstimmung zu stellen.  

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa

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