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Französische Karikaturisten kritisieren Pegida-Bewegung


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Französische Karikaturisten stellen sich gegen Pegida

Von reuters, dpa
Aktualisiert am 12.01.2015Lesedauer: 3 Min.
Eine Karikatur des französischen Künstlers Jean-Marc Couchet
Eine Karikatur des französischen Künstlers Jean-Marc Couchet (Quelle: dpa-bilder)
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Französische und französischsprachige Karikaturisten werfen der islamfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden vor, die Terroranschläge in Frankreich "auf zynische Art und Weise" auszuschlachten. Auf ihrer zweisprachigen Facebook-Seite, die seit Montagmorgen online ist, fordert die Gruppe "Karikaturisten gegen Pegida" die Dresdner Bürger auf, für Toleranz, Weltoffenheit und gegen Hass und Islamfeindlichkeit einzustehen. "In diesem Kampf ist Dresden, wie Paris, eine symbolische Stadt."

Zuvor hatten sich die Karikaturisten bereits mit einem Flugblatt unter dem Motto "Pegida, verschwinde!" gegen die islamkritische Bewegung gestellt. Sie seien empört über den in Dresden geplanten "Trauermarsch", hieß es in einem Aufruf vom Sonntag. "Wir lehnen es ab, dass Pegida das Gedenken an unsere Kollegen vereinnahmen will", sagte ein Mitorganisator und Sprecher der Aktion.


Anti-Pegida-Karikaturen

Eine Karikatur des französisch-burkinischen Künstlers Jean-Marc Couchet (alias Giemsi) mit dem Titel "Récupération Fasciste" ("Vereinnahmung durch Rechtsextreme") und der Sprechblase "Décomplexe moins Jurgen" ("Halt' dich etwas zurück, Jürgen") ist Teil einer Aktion von französischen und frankophonen Karikaturisten, die sich gegen die islamfeindliche Bewegung Pegida stellen.
Auch die Karikatur des französisch-burkinischen Künstlers Damien Glez, mit dem Titel "qu'est-ce qui embête Pegida" ("Was ärgert Pegida am meisten?") und der Sprechblase "Je souffre d'un racisme anti-raciste" ("Ich leide unter Rassismus gegen Rassisten") findet sich auf dem Flugblatt
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Pegida-Anhänger wollen Trauerflor tragen

Wegen des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten haben die Pegida-Organisatoren ihre Anhänger aufgefordert, bei der Kundgebung an diesem Montag in Dresden Trauerflor zu tragen. Vor einer Woche nahmen 18.000 Menschen am Pegida-Marsch teil. Dagegen hatten sich unter der Woche 35.000 Menschen zu einer Kundgebung für Toleranz und Weltoffenheit eingefunden.

"Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren", heißt es in dem Flugblatt der Karikaturisten. Und weiter: "Die Vereinnahmung dieser Morde durch Kräfte, die das Gegenteil von dem repräsentieren, für das unsere Freunde zeitlebens warben, gleicht einer Grabschändung."

Eine der Karikaturen zeigt etwa eine Hyäne und einen Aasgeier, die aus dem Terroranschlag Kapital schlagen wollen. "Es kommen immer noch neue hinzu", erklärte ein Sprecher. Gut ein Dutzend Karikaturen sind mittlerweile online zu sehen. Zu den Unterstützern des Facebook-Aufrufs gehört auch der niederländische Karikaturist "Willem" - Gründungsmitglied und Zeichner bei "Charlie Hebdo". Er überlebte, weil er während der Anschläge im Zug nach Paris saß.

Politiker fordern Absage der Pegida-Aktionen

CSU-Chef Horst Seehofer forderte, die allwöchentlichen Pegida-Aktionen bis auf weiters auszusetzen. "Ich möchte die Verantwortlichen (...) auffordern, dass sie jetzt, wo die ganze Welt trauert und schockiert ist über die Vorgänge in Paris, auf absehbare Zeit ihre Demonstrationen absagt", sagte er in der ARD. Zuvor hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière der Pegida-Bewegung vorgeworfen, die Terroranschläge von Paris politisch zu missbrauchen.

Der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, sagte beim Nachrichtensender n-tv, es sei "geradezu abenteuerlich", dass ausgerechnet diese Bewegung, die bei ihren Veranstaltung regelmäßig über "die Lügenpresse" rede, jetzt die Karikaturisten von "Charlie Hebdo" ehren wolle.

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat die Pegida-Organisatoren aufgefordert, ihre Demonstration in Dresden abzusagen. "Hätten die Organisatoren einen Rest von Anstand würden sie diese Demonstrationen einfach absagen. Die Opfer haben es nicht verdient, von solchen Hetzern missbraucht zu werden", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Stadt Leipzig gibt unglückliche Figur ab

In Leipzig wird am Montag erstmals eine Demonstration des Pegida-Ablegers "Legida" stattfinden. Tausende werden zu Gegendemos erwartet. Die Stadtverwaltung sorgte dabei vor dem Hintergrund des Terrors von Paris für Verwirrung. Zuerst erließ sie eine Auflage, wonach Legida keine Mohammed-Karikaturen zeigen dürfe. "Nach Paris muss man davon ausgehen, dass die Mohammed-Karikaturen eine Provokation sind", sagte ein Stadtsprecher.

Im Laufe des Montags hob die Stadt das Verbot jedoch wieder auf, wie das Ordnungsamt bestätigte. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte im Sender MDR Info zur Begründung, das Recht auf freie Meinungsäußerung sei grundgesetzlich so stark geschützt, dass man hier nicht eingreifen dürfe. Ein Auflagenbescheid gehe an dieser Stelle zu weit.

Jung räumte ein, es habe gegen die Entscheidung der Stadt zahlreiche Einsprüche aus der Bürgerschaft gegeben. Der Deutsche Journalistenverband DJV hatte die Ansicht vertreten, die Stadt Leipzig überschreite mit dem Karikaturenverbot ihre Kompetenzen. Es sei nicht Aufgabe eines Ordnungsamtes, über die Zulassung von Mitteln der Satire zu entscheiden.

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