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Franziska Giffey über Greta Thunberg: "Kostet Glaubwürdigkeitspunkte"

"Stück weit Selbstinszenierung"  

Ministerin Giffey reagiert auf Thunbergs Bahn-Bild

16.12.2019, 16:16 Uhr | dpa

Twitter-Schlacht um Greta: Ihre Zugfahrt durch Deutschland

Viereinhalb Monate ist es her, dass Greta Thunberg ihrer Heimat den Rücken zugekehrt hat, um für den Klimaschutz zu streiten. Nun ist sie auf dem Weg zurück nach Schweden - unter anderem auf dem Fußboden eines deutschen ICE. (Quelle: dpa)

Twitter-Schlacht: Um das von Greta Thunberg veröffentlichte Foto aus einem überfüllten ICE entwickelte sich eine hitzige Debatte im Netz. (Quelle: dpa)


Nach der Debatte um Greta Thunbergs Foto aus einem überfüllten Zug der Deutschen Bahn hat sich nun Familienministerin Franziska Giffey zu Wort gemeldet. Sie sieht das Ganze kritisch.

Familienministerin Franziska Giffey hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg als beachtliche Persönlichkeit bezeichnet. Ihr viel diskutiertes Bahn-Foto, das die 16-Jährige auf dem Boden sitzend im ICE zeigt, war nach Ansicht der SPD-Politikerin aber auch ein "Stück weit Selbstinszenierung".

Auf das Bild angesprochen sagte die SPD-Politikerin gegenüber der "Bild", sie habe das so verstanden, dass Greta Thunberg auf dem ersten Teil der Strecke keinen und dann später doch einen Sitzplatz gehabt habe. "Sie hat den zweiten Teil der Geschichte halt nicht öffentlich erzählt, wahrscheinlich wusste sie, warum. Klar, das ist auch ein Stück weit Selbstinszenierung", sagte Giffey.
 

 
Auf die Nachfrage, ob Thunberg das Glaubwürdigkeit kosten könnte, sagte Giffey: "Zum gewissen Teil, Sie sehen das ja an der heutigen Debatte, kostet das wahrscheinlich schon ein paar Glaubwürdigkeitspunkte. Das kann schon sein."

Volle Züge – für Greta ein tolles Zeichen

Die Klimaaktivistin hatte am Samstag bei Twitter ein Foto gepostet, das sie auf dem Boden sitzend zwischen Koffern in einem ICE zeigt. Dazu hatte sie geschrieben: "In überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Heimweg!". Die 16-Jährige war nach monatelanger Reise auf dem Rückweg nach Schweden.

Die Bahn teilte später mit, Greta sei zwischen Kassel und Hamburg auch in der Ersten Klasse gereist. Thunberg erklärte daraufhin, ihr Zug von Basel aus sei ausgefallen, deshalb habe sie im Anschluss in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen. Hinter Göttingen habe sie schließlich einen Sitzplatz erhalten. "Das ist natürlich kein Problem und ich habe niemals gesagt, dass es eines wäre." Vielmehr seien überfüllte Züge "ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist."

Zur Person Greta Thunberg sagte Giffey: "Ich finde es sehr beachtlich, wie man in so einem jungen Alter Dinge, von denen man zutiefst überzeugt ist, bewegen kann." Es sei bemerkenswert, wie ein Mensch es schaffe, so viele andere mitzuziehen. "Insofern finde ich, das ist eine beachtliche Persönlichkeit."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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