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Migrationspolitik: Papst Franziskus spricht Klartext

Von dpa, jmt

06.07.2018Lesedauer: 2 Min.
Papst Franziskus in der Schweiz: In klaren Worten hat der Pontifex den neuen Anti-Migrationskurs Europas verurteilt.
Papst Franziskus in der Schweiz: In klaren Worten hat der Pontifex den neuen Anti-Migrationskurs Europas verurteilt. (Quelle: Laurent Darbellay/ap-bilder)
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Innenminister Horst Seehofer will mit Österreichs Kanzler Kurz und Italiens fremdenfeindlichem Innenminister das Mittelmeer abriegeln. Nun schaltet sich der Papst persönlich ein.

Im Streit um Flüchtlinge hat Papst Franziskus die "nutzlose Heuchelei" der Menschen kritisiert, die Migranten nicht helfen und sich "die Hände nicht schmutzig machen wollen". Allein in diesem Monat sind hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ertrunken. Derzeit wird in Italien und Malta Rettungsschiffen das Anlaufen der Häfen verwehrt, andere Schiffe dürfen nicht auslaufen, ein Flugzeug wurde festgesetzt. Deutschland, Österreich und Italien wollen sich angeblich darauf verständigen, das Mittelmeer komplett abzuriegeln.

Franziskus mahnt zu Barmherzigkeit

"Es handelt sich um eine Versuchung, die auch heutzutage sehr wohl vorhanden ist", sagte der Pontifex bei einer Messe für Migranten im Petersdom. "Sie wird zu einer Verschlossenheit gegenüber denen, die wie wir ein Recht auf Sicherheit und auf Bedingungen für ein würdiges Lebens haben, und anstatt Brücken baut sie Mauern – in Wirklichkeit oder in der Vorstellung."


Anlass der Messe war der Besuch des Papstes vor fünf Jahren auf Lampedusa. Die italienische Insel gilt als Symbol für die Migrationskrise, weil dort jahrelang Migranten ankamen und sich dort 2013 ein schweres Unglück mit mehr als 360 Toten ereignet hatte.

Flüchtlinge seien die Opfer einer Wegwerfkultur, "die weiter an die Türen der Länder mit größerem Wohlstand klopfen", sagte der Papst. Es brauche "unsere Augen, unsere Hände und unsere Stimme", um Flüchtlingen und Migranten zu helfen. Denn auf die derzeitigen Herausforderungen könne einzig mit "Solidarität und Barmherzigkeit" geantwortet werden. Stattdessen herrsche aber "Stillschweigen".

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Verwendete Quellen
  • dpa
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