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Streit um Atomwaffen im UN-Sicherheitsrat – Maas: "Der Kalte Krieg ist vorbei"


Streit um Atomwaffen im UN-Sicherheitsrat
Maas: "Der Kalte Krieg ist vorbei"

Von dpa
02.04.2019Lesedauer: 3 Min.
Heiko Maas (SPD), Bundesaussenminister, gibt vor einer Sitzung des Sicherheitsrates der UN in New York ein Statement ab. Erstmals übernimmt Deutschland den Vorsitz im Sicherheitsrat.Vergrößern des BildesHeiko Maas (SPD), Bundesaussenminister, gibt vor einer Sitzung des Sicherheitsrates der UN in New York ein Statement ab. Erstmals übernimmt Deutschland den Vorsitz im Sicherheitsrat. (Quelle: ap-bilder)
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Gleich in der zweiten Sitzung des UN-Sicherheitsrats unter deutschem Vorsitz geht es um ein heikles Thema: Atomwaffen. Zwischen den USA und Russland droht ein Rüstungswettlauf. Kann Deutschland gegenzusteuern?

Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor dem UN-Sicherheitsrat einen neuen Fahrplan für atomare Abrüstung gefordert. "Ob in Europa, Asien oder irgendwo anders auf der Welt: Wir können uns keine weiteren Erschütterungen unserer Sicherheit und Stabilität mehr leisten", sagte er vor dem wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen in New York. "Wir brauchen einen Fahrplan, der uns zurück auf den Weg der atomaren Abrüstung bringt."

Der SPD-Politiker nannte drei Elemente: mehr Transparenz der Nukleararsenale, Entwicklung von Kontrollmechanismen und neue Abrüstungsverträge.

"Sprengköpfe reduzieren"

"Ich glaube ganz sicher, dass eine weitere Verringerung (von Atomwaffen) möglich ist - ohne jeglichen Verlust von Sicherheit", sagte Maas in der zweiten Sitzung unter seiner Leitung, nachdem Deutschland am Montag den Vorsitz in dem Gremium übernommen hatte. "Die USA und Russland können und sollten die Zahl ihrer Sprengköpfe und Trägersysteme weiter reduzieren."

Zuletzt hat es bei der atomaren Rüstung gegenteilige Tendenzen gegeben. Die Kündigung des INF-Vertrags über das Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen zwischen den USA und Russland durch die Vereinigten Staaten hat Befürchtungen geschürt, dass es zu einer neuen atomaren Aufrüstungsspirale kommen könnte. Die Kündigungsfrist läuft bis zum 2. August.

Maas zeigte sich vor der Sicherheitsratssitzung skeptisch, dass der wichtige Abrüstungsvertrag bis dann noch gerettet werden kann. Russland und den USA gehe es auch darum, dass das Verbot für andere Atommächte wie China und Nordkorea nicht gelte, sagte er. Diese Länder einzubeziehen, werde aber "nicht einfach".

Mass warnt vor nuklearer Aufrüstung

Maas warnte dennoch davor, in eine neue Aufrüstungslogik zu verfallen. "Der Kalte Krieg ist vorbei, den Warschauer Pakt gibt es nicht mehr, auch die Mauer gibt es nicht mehr in Deutschland", sagte er. "Insofern können wir die Herausforderungen, die wir haben, nicht mit den Antworten aus dem letzten Jahrhundert beantworten."

Deutschland hatte am Montag für einen Monat den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen. Nach Angaben von Maas war die zweite Sitzung unter deutscher Leitung auch die erste seit 2012, die sich mit dem Thema nukleare Abrüstung befasste.

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Dem 2017 von zwei Dritteln der UN-Mitglieder beschlossenen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen will Deutschland weiterhin nicht beitreten.

"Weil dieses Verbot nur dann effektiv ist, wenn diejenigen, die auch über Nuklearwaffen verfügen, dieses Verbot mittragen. Das ist bisher nicht der Fall", sagte Maas. "Deshalb wollen wir vor allen Dingen die Vereinigten Staaten, China, Russland und andere jetzt dazu bringen, sich dieser Debatte zu stellen."

Prinzip der nuklearen Abschreckung

Der Verbotsvertrag wird von rund 120 der 193 UN-Mitgliedstaaten unterstützt. Die vermutlich neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten - darunter Deutschland - hatten schon die Verhandlungen boykottiert. Sie stehen weiter zum Prinzip der nuklearen Abschreckung. Danach soll der Besitz von Atomwaffen davor schützen, selbst mit Massenvernichtungswaffen angegriffen zu werden.


Die Befürworter des Verbotsvertrages von 2017 argumentieren mit der starken symbolischen Wirkung der Vereinbarung. Im Dezember 2017 erhielt das Anti-Atom-Bündnis Ican, das 450 Organisationen vertritt, den Friedensnobelpreis für seine jahrelangen Bemühungen um ein Zustandekommen des Vertrags.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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