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Mehr als jeder Zweite hat Vorbehalte gegen Asylsuchende

Von dpa
Aktualisiert am 25.04.2019Lesedauer: 3 Min.
Einkaufsstra├če in einer deutschen Gro├čstadt.
Einkaufsstra├če in einer deutschen Gro├čstadt. Die Vorbehalte gegen Asylsuchende steigen in Deutschland trotz sinkender Asylbewerberzahlen an. (Quelle: Martin Gerten/Symbol./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber ist zuletzt gesunken, dennoch wachsen bei den Deutschen die Vorbehalte gegen Asylsuchende. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen "Mitte-Studie", mit der alle zwei Jahre rechtsextreme Einstellungen und "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" gemessen werden.

Hatten sich 2014 noch rund 44 Prozent der Befragten negativ ├╝ber Asylsuchende ge├Ąu├čert, so stieg dieser Wert bei der Befragung von 2016 - w├Ąhrend der sogenannten Fl├╝chtlingskrise - auf 49,5 Prozent. Als Andreas Zick, Beate K├╝pper und ihre Mitautoren im Februar 2019 ihre j├╝ngste Befragung auswerteten, stellten sie fest: Mit 54,1 Prozent war der Anteil derjenigen, die sich abwertend ├╝ber asylsuchende Menschen ├Ąu├čern, so hoch wie nie seit 2011.

Dies als Zeichen einer immer st├Ąrker um sich greifenden allgemeinen Intoleranz zu interpretieren, greift aber zu kurz. Denn die Autoren der Studie, die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen wird, fanden auch heraus, dass die Vorbehalte gegen Obdachlose seit 2014 kontinuierlich abgenommen haben. Hatten sich im Jahr 2016 noch 18 Prozent der Befragten negativ ├╝ber Wohnungslose ge├Ąu├čert, so waren es zuletzt nur noch knapp elf Prozent.

Abgenommen haben laut Studie auch die Vorbehalte gegen Homosexuelle. Entsprechende Einstellungen fanden die Forscher zuletzt noch bei rund acht Prozent aller Deutschen. Zwei Jahre zuvor hatte noch fast jeder Zehnte Vorbehalte gegen Lesben und Schwule ge├Ąu├čert.

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Was die Studie nicht beantwortet, ist die Frage nach den Gr├╝nden f├╝r die zunehmend negative Einstellung gro├čer Bev├Âlkerungsteile gegen├╝ber Asylbewerbern. Verschiedene Erkl├Ąrungsans├Ątze bieten sich an:

Die Fluchtgr├╝nde haben sich ver├Ąndert, sind teilweise nicht mehr so leicht nachvollziehbar wie im Jahr 2015, als Wohnviertel in Syrien mit Raketen beschossen wurden und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Jesiden im Irak versklavte. Damals ├Ąu├čerten sehr viele Deutsche Mitleid und Verst├Ąndnis. Auch hat zuletzt die Zahl der Asylbewerber aus Staaten wie Nigeria zugenommen.

Die gesellschaftliche Debatte ├╝ber Schutzsuchende wird im politischen Raum und in den Medien heute anders gef├╝hrt als noch vor Jahren. Lag damals der Schwerpunkt auf der gef├Ąhrlichen Flucht ├╝ber das Meer und den Schrecken, die hinter den Gefl├╝chteten lagen, geht es heute h├Ąufig um Versorgungskosten und Integration, um Terrorverd├Ąchtige oder um Straftaten, die von Asylbewerbern ver├╝bt wurden.

Der ├╝berwiegende Teil der Asylbewerber, die 2015 und 2016 nach Deutschland kamen, wohnt inzwischen nicht mehr isoliert in einer Erstaufnahmeeinrichtung, sondern neben deutschen Nachbarn. Daraus ergibt sich mehr Kontakt - am Arbeitsplatz, in der Schule und im ├Âffentlichen Raum. Das l├Ąuft nicht immer konfliktfrei ab, vor allem wenn Asylbewerber nur schlecht Deutsch sprechen - vielleicht auch, weil sie wegen einer schlechten Bleibeperspektive von Integrationsangeboten ausgeschlossen sind.

Dazu, wie sie das Verhalten der in Deutschland lebenden Fl├╝chtlinge und Asylbewerber einsch├Ątzen, wurden die Teilnehmer der Studie nicht befragt. Stellung beziehen sollten sie lediglich zu zwei Aussagen, die sich eher darauf beziehen, ob sich diese Menschen ├╝berhaupt hier aufhalten sollten: "Bei der Pr├╝fung von Asylantr├Ągen sollte der Staat gro├čz├╝gig sein" und "Die meisten Asylbewerber werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt".

Politiker d├╝rften nicht nur aus diesen Ergebnissen Schl├╝sse ziehen, sondern auch aus der wachsenden Unzufriedenheit ├╝ber das Funktionieren der deutschen Demokratie, die von den Befragten ge├Ąu├čert wurde. Immerhin fast 46 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, es gebe "geheime Organisationen", die gro├čen Einfluss auf politische Entscheidungen h├Ątten. Fast ein Viertel der Deutschen glaubt, Medien und Politik steckten irgendwie unter einer Decke.

Was au├čerdem auff├Ąllt: J├╝ngere Befragte sind inzwischen mindestens genauso h├Ąufig menschenfeindlich und rechtsextrem eingestellt wie ├Ąltere. Und: Unter Gewerkschaftsmitgliedern sind rechtsextreme Einstellungen mittlerweile sogar etwas st├Ąrker verbreitet als unter solchen Deutschen, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind.

"Eine tief greifende Ursache f├╝r den gesellschaftlichen Rechtstrend ist die vorherrschende und anhaltende neoliberale Politik", sagt die Linke-Bundestagsabgeordnete Petra Pau. Als Erkl├Ąrungsmuster f├╝r den Frust im Osten taugt das nach Ansicht der Forscher aber nur bedingt.

Im Osten sind der Studie zufolge sowohl der Hang zum Autoritarismus als auch die Ablehnung von Muslimen und Zuwanderern deutlich st├Ąrker ausgepr├Ągt als im Westen. Nach Einsch├Ątzung der Autoren geht es im Osten eher "um kollektive Erfahrungen, die aus der Vergangenheit in das Jetzt hineinwirken". Um Entt├Ąuschungen ├╝ber fehlende Lehrkr├Ąfte, eingestellte Buslinien und die Abwanderung der Jugend - also um langfristige Entwicklungen, mit denen Fl├╝chtlinge nichts zu tun haben. Diese dienten dennoch oft als "S├╝ndenb├Âcke", sagt K├╝pper.

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