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Coronavirus: Streit um Impfstoff – Absage an Donald Trump erteilt


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Deutscher Impfstoff-Investor erteilt Trump eine Absage

Von dpa, rtr, jmt

Aktualisiert am 15.03.2020Lesedauer: 2 Min.
Florian von der Muelbe vom Pharma-Unternehmen CureVac: Ein Hauptinvestor erteilt einem angeblichen Exklusivangebot von US-Präsident Trump für einen Impfstoff nun eine Absage.
Florian von der Muelbe vom Pharma-Unternehmen CureVac: Ein Hauptinvestor erteilt einem angeblichen Exklusivangebot von US-Präsident Trump für einen Impfstoff nun eine Absage. (Quelle: Reuters-bilder)
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Versucht US-Präsident Trump, Deutschland einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus wegzuschnappen? Ein Investor sagt: kein Milliardengeschäft mit der Krise.

Die Forscher eines deutschen Impfstoffunternehmens werden ihre Ergebnisse zum Coronavirus offenbar nicht exklusiv der USA zur Verfügung stellen. Ein Exklusivvertrag für einen Impfstoff komme für CureVac laut einem Bericht der Zeitung "Mannheimer Morgen" nicht in Frage. "Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten", sagte demnach der Geschäftsführer und Mitbegründer des Hauptinvestors dievini Hopp BioTech Holding, Christof Hettich.

Florian von der Muelbe vom Pharma-Unternehmen CureVac: Ein Hauptinvestor erteilt einem angeblichen Exklusivangebot von US-Präsident Trump für einen Impfstoff nun eine Absage.
Florian von der Muelbe vom Pharma-Unternehmen CureVac: Ein Hauptinvestor erteilt einem angeblichen Exklusivangebot von US-Präsident Trump für einen Impfstoff nun eine Absage. (Quelle: Reuters-bilder)

Streit um angebliches Exklusiv-Angebot

Zuvor war es einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und den USA um die Tübinger Impfstofffirma gekommen. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. In Berlin reagierten Politiker und Ministerien mit scharfer Kritik.

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Der US-Präsident biete dem Bericht zufolge der Firma einen hohen Betrag, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. "Aber eben nur für die USA", heißt es laut Zeitung dazu in der Bundesregierung. Das Unternehmen selbst hatte sich dazu nicht äußern wollen, verwies aber auf das Außenwirtschaftsrecht. Danach hat die Bundesregierung die Möglichkeit, Übernahmen aus Drittstaaten zu prüfen, "wenn es um nationale oder europäische Sicherheitsinteressen geht".

Ministerien betonen intensiven Kontakt mit CureVac

Seit Januar forscht das Pharmaunternehmen CureVac an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Zu den Gründern und Geschäftsführern gehören laut "Mannheimer Morgen" ebenfalls SAP-Mitbegründer und Mäzen Dietmar Hopp sowie der Unternehmer Friedrich von Bohlen. Hopp halte entschlossen an dem Unternehmen, den Mitarbeitern und auch dem Hauptstandort in Tübingen fest, sagte Hettich.

Das Bundesforschungsministerium wies gegenüber der Funke Mediengruppe eindringlich darauf hin, dass die Forschung in Tübingen mit staatlichen Geldern gefördert werde, die zuletzt stark aufgestockt wurden. Die Regierung stehe im intensiven Kontakt mit CureVac. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte den Zeitungen, die Bundesregierung habe "ein hohes Interesse, Wirkstoffe und Impfstoffe in Deutschland und Europa zu produzieren". Ähnlich äußerte sich das Bundesgesundheitsministerium bereits gegenüber der "Welt am Sonntag".

"Der exklusive Verkauf eines eventuellen Impfstoffes an die USA muss mit allen Mitteln verhindert werden. Der Kapitalismus hat Grenzen", schrieb der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter. Scharfe Kritik wegen US-Begehrlichkeiten kam auch von der Vizevorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas: "Wenn es einen Impfstoff gibt, muss er allen zur Verfügung stehen. Alles andere wäre ein Skandal. Bei einer Pandemie geht es um alle Menschen und nicht um 'America first'."

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
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