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Reaktionen auf Beherbergungsverbot: "Kaum umsetzbar, geschweige denn kontrollierbar"


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Kritik an neuem Corona-Beschluss der Länder

Von dpa, rtr, dru, job

Aktualisiert am 07.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Besucher aus Berlin unerwünscht? Mehrere Bezirke der Hauptstadt haben zuletzt kritische Infektionswerte überschritten.
Besucher aus Berlin unerwünscht? Mehrere Bezirke der Hauptstadt haben zuletzt kritische Infektionswerte überschritten. (Quelle: IPON/imago-images-bilder)
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Eine Mehrheit der Bundesländer hat sich für ein Beherbergungsverbot für Menschen aus deutschen Corona-Hotspots ausgesprochen. Der Beschluss trifft teils auf Unverständnis, wie erste Reaktionen zeigen.

Urlaub innerhalb Deutschlands – das wird für Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen im Herbst mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein. Die Länder beschlossen am Mittwoch mehrheitlich, dass solche Reisenden nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben.


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Mehrheitlich heißt: Nicht alle Länder wollen das Beherbergungsverbot mittragen. Berlin und Thüringen erklärten dies. Niedersachsen und Bremen wollen das prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei strengeren Quarantäneregeln bleiben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte, er habe den Eindruck, dass die Bundesländer in dieser Frage unterschiedliche Positionen haben und noch nicht dicht beieinander lägen.

Lauterbach: Urlaubsangebote im Inland sind wichtig

Auch die Reaktionen auf den Beschluss gehen auseinander. So hält etwa der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach innerdeutsche Testpflichten und Beherbergungsverbote für wenig sinnvoll. "Wir werden bald so viele betroffene Regionen haben, dass die Regel kaum umsetzbar, geschweige denn kontrollierbar ist." Zudem müssten Angebote in Deutschland erhalten bleiben, gerade um zu verhindern, dass Deutsche in ausländische Hochrisikoregionen reisen.

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Lauterbachs Parteikollegin Sabine Dittmar, die gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Bundestag, kritisierte bei t-online den föderalen Flickenteppich. "Wenn sich die Bundesländer mit Blick auf die zunehmenden Coronainfektionen auf eine einheitliche Linie und einen bundeseinheitlichen Rahmen verständigen, wäre das zu begrüßen. Es wäre schwer verständlich und wenig vermittelbar, wenn für Bürgerinnen und Bürger aus einem innerdeutschen Risikogebiet an der Küste Deutschlands andere Regeln gelten als in den Bergen." Dittmar rief dazu auf, auf unnötige Reisen in Risikogebiete zu verzichten.

AfD: "Ohne Bezug zur tatsächlichen Lebensweise"

AfD-Vize Stephan Brandner übte scharfe Kritik an dem Mehrheitsbeschluss der Länder. Er sprach von einer "Kollektivstrafe für alle Menschen, die aus Gebieten kommen, in denen mehr Personen positiv getestet werden, als in anderen – vollkommen ohne Bezug zur tatsächlichen Lebensweise dieser Menschen".

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hingegen verteidigte in der "WirtschaftsWoche" die Einigung: "Die Anstiege sind sehr ernst zu nehmen, und zwar für die Wirtschaft und für die Gesellschaft." Eine "kritische, unbeherrschbare Lage" müsse verhindert werden. Zwar seien "ein paar wenige Hotspots nicht das Problem", aber sobald die Infektionen "nicht eingrenzbar sind und Großstädte betreffen, so wie gerade Berlin, wird es kritisch", warnte Braun.

Die deutsche Tourismusbranche reagierte zurückhaltend. "Unabhängig von der geplanten Teststrategie der Bundesregierung plädieren wir nach wie vor für die zielgenaue Eindämmung der Corona-Pandemie durch verstärktes Testen – vor allem da, wo Reisende aus Risikoländern zurückkehren", sagte Norbert Fiebig, Präsident Deutscher Reiseverband (DRV) zu Reuters.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
  • Eigene Recherchen
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Von Miriam Hollstein
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