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29 Prozent der AfD-Wähler klar rechtsextrem eingestellt

Von dpa
Aktualisiert am 01.02.2021Lesedauer: 2 Min.
AfD-Chef Alexander Gauland zusammen mit Parteikollege Sebastian M√ľnzenmeier.
AfD-Chef Alexander Gauland zusammen mit Parteikollege Sebastian M√ľnzenmeier. Einer Bertelsmann Stiftungs-Studie zufolge fanden sich "manifest rechtsextreme" Einstellungen bei 29 Prozent der Befragten, die beabsichtigten, die AfD zu w√§hlen. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Unter den Wählern der AfD sind Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und ein gewisser Hang zum Autoritären deutlich stärker verbreitet als unter den Anhängern der anderen Parteien im Bundestag.

Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in der Auswertung einer Studie, die auf einer repräsentativen Online-Umfrage vom Juni 2020 beruht.

Um rechtsextreme Einstellungen zu messen, waren die 10.055 Teilnehmer der Umfrage aufgefordert worden, sich zu Aussagen wie "Wir sollten einen F√ľhrer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert" oder "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausl√§nder in einem gef√§hrlichen Ma√ü √ľberfremdet" zu positionieren.

Den Angaben zufolge fanden sich "manifest rechtsextreme" Einstellungen bei 29 Prozent der Befragten, die beabsichtigten, die AfD zu w√§hlen. Unter den Anh√§ngern von CDU und CSU √§u√üerten sich demnach sechs Prozent entsprechend. In der W√§hlerschaft von Linke und FDP lag der Anteil laut Bertelsmann Stiftung bei jeweils f√ľnf Prozent. Niedriger war der Wert f√ľr die SPD-W√§hler (vier Prozent) und die W√§hler der Gr√ľnen (zwei Prozent).

Eindeutig oder zumindest teilweise populistische Einstellungen wurden dar√ľber hinaus laut Bertelsmann Stiftung von fast drei Viertel (73 Prozent) der AfD-W√§hlerschaft vertreten. Der Autor der Studie, Robert Vehrkamp, schlussfolgert: "Mag ihr Wahlerfolg bei der Bundestagswahl 2017 noch vor allem ein Erfolg rechtspopulistischer W√§hlermobilisierung im Schatten der Fl√ľchtlingskrise gewesen sein." Vor der Bundestagswahl 2021 zeige sich die AfD als eine Partei deren W√§hlerschaft mehrheitlich manifest oder latent rechtsextrem eingestellt sei.

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Mit Blick auf Medienberichte zu einem neuen Gutachten des Verfassungsschutzes zur AfD betonte die Stiftung, das von ihr verwendete wissenschaftliche Konzept zur Messung von Wähler-Einstellungen sei nicht gleichzusetzen mit den Kategorien der Sicherheitsbehörde.

Unter allen Wahlberechtigten in Deutschland vertreten der Untersuchung zufolge 7,7 Prozent ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Deutlich weiter verbreitet sind chauvinistische Einstellungen.

Dazu z√§hlen Forscher beispielsweise den Wunsch nach mehr "Mut zu einem starken Nationalgef√ľhl", nach einem "harten und energischen Durchsetzen deutscher Interessen gegen√ľber dem Ausland" und dem Ziel, "Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht" als oberste Maxime deutscher Politik. Unter den W√§hlern der Unionsparteien und der FDP stimmen solchen Aussagen bei der Befragung etwas mehr als 60 Prozent ganz oder teilweise zu. Unter den W√§hlern der AfD waren es 90 Prozent. Auch hier bildeten die Gr√ľnen den Gegenpol: Unter ihren Anh√§ngern ist dieser Chauvinismus-Wert mit 34 Prozent geringer als bei allen anderen Parteien.

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