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"Ich soll friedlich sein": Söder zitiert aus SMS von Laschet

Eine TV-Kritik von Charlotte Zink

Aktualisiert am 07.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Markus Söder zu Gast bei "Markus Lanz" (Archivbild): In der jüngsten Sendung bleibt der CSU-Chef bei der Kanzlerfrage neutral.
Markus Söder zu Gast bei "Markus Lanz" (Archivbild): In der jüngsten Sendung bleibt der CSU-Chef bei der Kanzlerfrage neutral. (Quelle: imago images)
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Auf der Suche nach einer Antwort auf die K-Frage biss Markus Lanz in seiner Sendung auf Granit: Stattdessen wurde Markus Söder nicht müde, vom "Teambuilding" in den Unionsparteien zu schwärmen – und zitierte sogar aus einer privaten SMS von Armin Laschet.

Viel Einigkeit haben CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder in den vergangenen Wochen wahrlich nicht demonstriert. Viel eher machte sich der Eindruck breit, dass Söder fleißig Öl ins Feuer goss, nachdem sich Laschet von der Kanzlerin öffentlich eine Schelte eingefangen hatte.

So hatte der CSU-Chef beispielsweise getönt, er finde es "seltsam", dass sich Laschet mit der Kanzlerin streite. Darüber hinaus hatte er jüngst darauf hingewiesen, dass ein Unionskandidat für die Kanzlerschaft wohl nur mit Unterstützung von Angela Merkel erfolgreich sein könne.

In seiner Talkrunde am Dienstagabend versuchte Markus Lanz, mehr über den "Machtkampf" zwischen den Spitzen der Unionsparteien herauszufinden. Doch Söder ließ sich darauf nicht ein und betonte stattdessen Einigkeit: Er, die Kanzlerin und Laschet hätten eine gemeinsame Linie in der Pandemiebekämpfung. Es gebe die "grundsätzliche Übereinstimmung, dass Vorsicht der bessere Ratgeber ist", so Söder. Den von Laschet vorgeschlagenen "Brückenlockdown" befürworte er.

Söder erheitert mit Textnachricht von Laschet

Ob er angesichts der Einigkeit Laschet denn auch angeboten habe, den Brief mit der Forderung nach einer strikten Corona-Politik mitzuunterzeichnen, den er und Grünen-Mann Winfried Kretschmann an ihre Ministerpräsidenten-Kolleginnen und -Kollegen verschickt hätten. "Nein", gab Söder zu. Der Grund dafür sei aber gewesen, dass man sich bei der Absenderwahl auf Bundesländer mit langen Außengrenzen konzentriert habe.

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Mit Laschet tausche er sich ebenso wie mit Kretschmann regelmäßig aus. Kurz vor der Lanz-Sendung habe ihm der CDU-Chef noch eine SMS geschickt. "Er sagte, ich soll friedlich sein", so Söder zu Lanz' Erheiterung.

Mit Blick auf die Lage der Union im Bundestagswahlkampf merkte der CSU-Chef an: "Es ist eine völlig neue Situation, spannend und gar nicht leicht." Eine zerstrittene Unionsgemeinschaft habe aber keine Chance auf Erfolg.

Söders Antworten bei K-Frage bleiben aalglatt

Für den Kanzlerkandidaten gelte: "Alle setzen auf die Stimme von Angela Merkel", deswegen müsse der Unionskandidat Politik wie die Kanzlerin machen können und dabei neue Akzente setzen. "Können Sie das?", wollte Lanz wissen. "Viele können das", so Söders aalglatte Antwort. Ins Rennen geschickt werde letztendlich der Kandidat, der am meisten Erfolg habe.

"Das sind Sie", so Lanz mit Blick auf die Umfragewerte der Unionskandidaten. "Das kann sich nächste Woche ändern, das ist wie mit den Einschaltquoten", entgegnete Söder.

Auch auf anderem Wege ließ er sich von Lanz nicht zum Bekenntnis seiner Absichten in der K-Frage hinreißen: "Früher konnten sie gar nicht oft genug sagen: 'Mein Platz ist in Bayern'", erinnerte ihn Lanz. Jetzt komme dieser Satz nur noch "zögerlich". "Nein, ich bin nicht zögerlich", stritt Söder ab. Lanz blieb bei seiner Variante: Er habe den Eindruck, dass Söder mit seiner verringerten Bayern-Erwähnung bezwecke, die Perspektive in Bezug auf sein Schaffen zu weiten.

"Es kann nur einer Kanzler werden"

Zustimmung bekam er von Journalist Hajo Schumacher. Der bewertete das Vorgehen des CSU-Chefs im Allgemeinen als "schlau". Er habe sich in der Pandemie auf die Seite der Kanzlerin gestellt, die in ihren Bewertungen oft richtig gelegen habe, so Schumacher. Laschet hingegen sei ausgeschert und habe dann zurückrudern müssen. "Der Brückenlockdown ist eine Chiffre von 'sorry, ich lag daneben'", so der Journalist.

Als Kanzlerkandidat abschreiben solle man Laschet jedoch auf keinen Fall. "Es kann nur einer Kanzler werden, da ist nix mit Team", so Schumacher. "Wenn es beide wollen, wird es der Laschet", so seine Prognose. Ob er recht behält, wird sich in den nächsten Wochen klären. Es bleibt also spannend.

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Miriam Hollstein
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