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Louis Klamroths Premiere als Moderator: Nicht hart, aber fair


Hart nicht unbedingt, fair durchaus


Aktualisiert am 10.01.2023Lesedauer: 3 Min.
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Louis Klamroth: Er ist der neue Moderator der ARD-Polit-Sendung "Hart aber fair".
Louis Klamroth: Er ist der neue Moderator der ARD-Polit-Sendung "Hart aber fair". (Quelle: Carsten Koall/dpa-bilder)

Bei "Hart aber fair" feierte Louis Klamroth seinen Einstand mit einer relativ geradlinigen Sendung. Wie hat sich der Moderator geschlagen? Ein Überblick.

Es war nicht die Randale zu Silvester in Berlin, was in den Augen einiger naheliegender gewesen wäre, sondern die soziale Ungerechtigkeit infolge der Teuerung, die im Zentrum der ersten "Hart aber fair"-Sendung dieses Jahres stand. Mehr noch als auf dem Thema an sich lag das Augenmerk aber auf Neo-Moderator Louis Klamroth, der seine Premiere als Nachfolger von Frank Plasberg feierte – und in der Sendung sogar Erinnerungen an seinen Vorgänger weckte.

Die Gäste

  • Lars Klingbeil, Bundesvorsitzender, SPD
  • Jens Spahn, Stellv. Fraktionsvorsitzender, CDU
  • Monika Schnitzer, Wissenschaftlerin
  • Melanie Amann, Journalistin und Mitglied der "Spiegel"-Chefredaktion
  • Engin Kelik, Metallarbeiter und Familienvater

"Ein Land wird ärmer – wer zahlt die Krisenrechnung 2023" – so lautete der Titel von Klamroths Einstandssendung. Klamroth (der mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer liiert ist, was seit Bekanntgabe für einiges an Diskussionen sorgt) hatte im Vorfeld einige Änderungen angekündigt, wollte aber auch dem "erfolgreichen und unverwechselbaren Konzept der Sendung treu bleiben".

Das ungewohnte, auffällige cyanblaue LED-Licht im überarbeiteten Bühnenbild dürfte er mit diesen vermeintlichen Änderungen wohl nicht gemeint haben. Dafür vielleicht den Fokus auf den einzigen nicht prominenten, dafür von der Teuerung am meisten betroffenen Gast der Runde: Familienvater Engin Kelik, der von den enormen finanziellen Belastungen als Geringverdienender berichtete.

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Klamroth gab sich betont empathisch: "Wie war Weihnachten für Sie?", "Was ist das für ein Gefühl für einen Vater, wenn sich die Kinder etwas wünschen und Sie können die Wünsche nicht erfüllen?" und "Reden Sie mit ihren Kindern darüber?", fragte er Kelik – und davor: "Darf ich Sie fragen, wie viel Sie verdienen?", hakte er immer wieder nach.

Relativ harmonische Sendung

Der Moderator konnte sich auf eine relativ harmonische Sendung einstellen und musste den Gästen erst gar nicht groß ins Wort fallen (eine Ausnahme machte er nur bei Jens Spahn mit den Worten "Herr Spahn! Herr Spahn! Herr Spahn! Ich will jetzt nicht über 16 Jahre Merkel diskutieren!"). Auch zu schlichten gab es relativ wenig. Dass sich die Ex-Groko-Partner CDU und SPD bei den aktuellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Ampelregierung nur bedingt einig sind, überrascht wenig. Gestritten wurde dennoch nur äußerst diszipliniert.

Der Moderator gab sich auch betont diplomatisch, suggerierte an einer Stelle, dass man auch der Regierung gegenüber Verständnis haben müsse. Seine Gestik, das finden auch etliche Twitter-User, erinnerte oft frappant an Plasberg. "Louis hat schon den legendären Plasberg-Move drauf", schrieb ein Zuschauer.

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Ansonsten gab sich Klamroth betont gut gelaunt, versuchte sich immer wieder an augenzwinkernden thematischen Übergängen. Er lächelte und lachte viel, gab sich den TV-Kollegen gegenüber jovial.

Sprachlich wurde es schon mal salopp bei ihm: "Denken Sie sich manchmal: Scheiße, wir machen schon so viel, und es scheint nicht anzukommen?", fragte er etwa Klingbeil. Auch der eine oder andere launige Kommentar zum Auflockern zwischendurch durfte es sein.

Und weil an diesem Abend unter anderem die Mehrwertsteuersenkung für Hülsenfrüchte und Obst debattiert und nicht von allen Diskutanten als sinnvoll erachtet wurde, hatte sich Klamroth als Schlusspunkt etwas Witziges einfallen lassen: Jeder Gast sollte sein Lieblingslinsengericht nennen und zusätzlich angeben, wen aus der Runde er dazu einladen würde.

Fazit

Hart? Nein, das musste Louis Klamroth an diesem Abend gar nicht sein. Fair? Durchaus. Ein wenig Nervosität war ihm anfangs auch anzumerken. Allgemein wurde seine Premiere wohl als gelungen bewertet. Wie sich Klamroth jedoch schlägt, wenn es mal richtig zur Sache geht, wird sich erst noch zeigen müssen – denn diese Sendung war durchaus ein sanfter Einstand.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtung
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