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Boris Pistorius: "Individueller Anwendungsfehler" führte zu Taurus-Leck


"Individueller Anwendungsfehler"
Russischer Spion? Pistorius äußert sich zur Abhöraffäre

Von dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 05.03.2024Lesedauer: 2 Min.
GERMANY-RUSSIA/RECORDING-PISTORIUSVergrößern des BildesVerteidigungsminister Boris Pistorius: Dass ein russischer Spion sich in das Gespräch eingewählt hat, schließt er aus. (Quelle: Lisi Niesner/reuters)
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Wie konnte Russland an einen Audiomitschnitt des Gesprächs mehrerer Bundeswehr-Offiziere gelangen? Der Verteidigungsminister hat nun erste Erkenntnisse mitgeteilt.

Nach den ersten Untersuchungen ist ein "individueller Anwendungsfehler" verantwortlich dafür, dass das Gespräch hochrangiger Bundeswehr-Offiziere über das Waffensystem Taurus abgehört werden konnte. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag in Berlin. Der Fehler gehe auf den Teilnehmer zurück, der von Singapur aus an dem Gespräch teilgenommen hat. Dass ein russischer Spion sich in das Gespräch eingewählt haben könnte, schloss Pistorius aus. Mehr zu der Abhöraffäre lesen Sie hier.

Pistorius zufolge kam es in Singapur zu einem Datenabfluss, weil sich ein Gesprächsteilnehmer dort nicht an Vorgaben für die sichere Einwahl gehalten habe. Es seien disziplinarische Vorermittlungen gegen alle vier Teilnehmer des Gesprächs eingeleitet worden seien. Er betonte aber auch, dass personelle Konsequenzen "derzeit nicht auf der Agenda" stünden. Wenn nicht noch etwas Schlimmeres herauskomme, "werde ich niemanden meiner besten Offiziere Putins Spielen opfern", betonte Pistorius.

Pistorius geht von "Zufallstreffer" aus

Zum Zeitpunkt des Gesprächs fand in Singapur die Branchenmesse Singapore Airshow statt. In diesem Umfeld und den genutzten Hotels hätten "flächendeckend" gezielte Abhöraktionen russischer Geheimdienste stattgefunden, sagte Pistorius. Der Zugriff auf das Gespräch der Bundeswehroffiziere sei wahrscheinlich ein "Zufallstreffer im Rahmen einer breit angelegten gestreuten Vorgehensweise" gewesen.

Am Freitag hatte Russland eine mitgeschnittene Schaltkonferenz von vier hohen Offizieren, darunter Luftwaffen-Chef Ingo Gerhartz, veröffentlicht. Darin erörterten diese Einsatzszenarien für den deutschen Marschflugkörper Taurus, falls dieser doch noch an die Ukraine geliefert würde.

In dem Mitschnitt ist aber auch zu hören, dass es auf politischer Ebene kein grünes Licht für die Lieferung der von Kiew geforderten Marschflugkörper gibt. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sein Nein damit begründet, dass Deutschland dann in den Krieg hineingezogen werden könnte. Am Montag bekräftigte er seine Position und sagte: "Ich bin der Kanzler, und deshalb gilt das." Taurus hat eine Reichweite von 500 Kilometern und kann damit von der Ukraine aus auch Ziele in Moskau treffen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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