Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Innenpolitik >

Mehrheit will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen

Willkommenskultur bekommt Kratzer  

Mehrheit will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen

07.04.2017, 08:29 Uhr | AFP, gin

Mehrheit will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. "Die Menschen in Deutschland blicken selbstbewusst darauf zurück, so viele Flüchtlinge so freundlich empfangen zu haben." (Quelle: dpa)

"Die Menschen in Deutschland blicken selbstbewusst darauf zurück, so viele Flüchtlinge so freundlich empfangen zu haben." (Quelle: dpa)

Die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen bekommt laut einer Umfrage deutliche Kratzer. Die Forscher machen für die Trendwende einen bestimmten Grund aus.

Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent der Bundesbürger sieht Deutschland einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung zufolge bei der Aufnahme weiterer Flüchtlinge an der Belastungsgrenze angekommen. Vor zwei Jahren hätten nur 40 Prozent der Deutschen diese Auffassung geteilt, berichtet die Stiftung.

Insbesondere in Ostdeutschland scheint die Skepsis gegen den Zuzug von Flüchtlingen und Einwanderung allgemein zuzunehmen. Dort sind der Umfrage zufolge nur noch 33 Prozent der Bürger nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass die Gesellschaft Flüchtlinge insgesamt "offen" aufnehme. Im Westen sind mit 65 Prozent etwa doppelt so viele Befragte dieser Meinung.

Flüchtlingsthema prägt Meinung über Einwanderung

Auch was die Einschätzung der Aufnahmebereitschaft für sämtliche Einwanderergruppen angeht, sieht die Stiftung ein klares Ost-West-Gefälle. Im Osten sind 53 Prozent der Meinung, die Gesellschaft heiße Einwanderer willkommen. Im Westen sind es 74 Prozent.

Generell präge das alles überlagernde Flüchtlingsthema inzwischen stark die Meinung der Bürger zur Einwanderung insgesamt, erklärten die Gütersloher Experten. Wie vor zwei Jahren gelte die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte noch immer jedem Dritten als wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel.

Deutsche fürchten zusätzliche Belastungen für den Sozialstaat

Allerdings schrieben die Deutschen Zuwanderung längst nicht mehr so positive Effekte zu wie in der Vorgängerstudie 2015. So stieg der Anteil derer, die zusätzliche Belastungen für den Sozialstaat erwarten, in der aktuellen Befragung deutlich auf 79 Prozent. Vor zwei Jahren waren es nur 64 Prozent der Befragten. Zugleich erwarteten jetzt 72 statt ebenfalls etwa 64 Prozent Konflikte zwischen Einheimischen und Zuwanderern. 65 Prozent waren zudem der Meinung, Einwanderung verschärfe die Wohnungsnot in Ballungszentren. 2015 waren es 52 Prozent.

Forscher empfehlen Investitionen in den sozialen Wohnungsbau

"Die Stimmung der Bevölkerung gegenüber weiterer Zuwanderung verändert sich", erklärte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Es komme nun unter anderem darauf an, die Kommunen stärker bei der Integration von bleibeberechtigten Flüchtlingen zu unterstützen. Wichtig seien etwa neue Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. "Konkurrenzsituationen zwischen Einheimischen und Einwanderern sind zu vermeiden."

Dräger verwies zudem auf die laut Umfrage unter den Deutschen ebenfalls weit verbreitete Meinung, dass innerhalb der EU nun eine faire Verteilung von Flüchtlingen nach Kriterien wie Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahl angesagt sei. "Die Menschen in Deutschland blicken selbstbewusst darauf zurück, so viele Flüchtlinge so freundlich empfangen zu haben. Sie sagen aber auch: Jetzt sind andere Länder ebenfalls an der Reihe."

Mit der Befragung beauftragt war das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid. Es befragte im Januar 2014 Menschen im Alter ab 14 Jahren. Bereits 2015 und 2012 hatte die Bertelsmann-Stiftung vergleichbare Studien zum Thema Willkommenskultur vorgestellt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe