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Plötzlich Präsidentin: Ivanka Trump löst Vater bei Beratungen ab

Plötzlich Präsidentin  

Ivanka Trump löst Vater bei Beratungen ab

08.07.2017, 15:18 Uhr | AFP, cwe

Plötzlich Präsidentin: Ivanka Trump löst Vater bei Beratungen ab. Ivanka Trump hält sich bei den Beratungen in Hamburg normalerweise eher im Hintergrund. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)

Ivanka Trump hält sich bei den Beratungen in Hamburg normalerweise eher im Hintergrund. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Donald Trumps Tochter Ivanka ist eigentlich nur Präsidentenberaterin. In Hamburg durfte sie jetzt aber zeitweise ihren Vater am Verhandlungstisch ersetzen. Das finden nicht alle Gipfelteilnehmer gut.

Die 35-Jährige vertrat ihren Vater zeitweilig während der Beratungen, wie das Weiße Haus bestätigte. Ivanka Trump gilt als enge Vertraute ihres Vaters, hat aber nur den Posten einer Beraterin und kein offizielles Regierungsamt inne.

Dass sie den US-Präsidenten in der Runde der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer zeitweise ersetzt, ist somit ungewöhnlich. In den USA gab es in der Vergangenheit bereits Kritik an der offenbar großen Machtfülle der Präsidententochter, deren Ehemann Jared Kushner ebenfalls zum engsten Beraterkreis um Trump zählt. Ihre unternehmerischen Tätigkeiten ließen zudem den Verdacht des Interessenkonflikts aufkommen.

Sigmar Gabriel "befremdet es"

Die deutsche G20-Präsidentschaft reagierte gelassen. "Dass ein Berater mal kurz vorne sitzt, ist nichts Neues", verlautete aus Regierungskreisen. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich Ende April allerdings kritisch über die prominente Rolle von Ivanka Trump geäußert. "Mich befremdet es nach wie vor, wenn Familienmitglieder, die nie gewählt wurden, auf einmal wie Staatsgäste auftreten und ihnen fast schon wie Mitgliedern eines Herrscherhauses gehuldigt wird", sagte er.

Ivanka Trump hält sich bei den Beratungen in Hamburg normalerweise eher im Hintergrund. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)Ivanka Trump hält sich bei den Beratungen in Hamburg normalerweise eher im Hintergrund. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Das Weiße Haus bemühte sich darum, den Auftritt Ivanka Trumps im Kreis der G20-Chefs zu rechtfertigen. Sie habe sich im Hintergrund des Sitzungssaals der G20-Staats- und Regierungschefs aufgehalten und "sich kurz an den Haupttisch gesetzt", als der US-Präsident den Raum habe verlassen müssen, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses. Der US-Regierungsvertreter betonte zudem: "Wenn andere Staats- und Regierungschefs den Raum verließen, wurden sie auch kurzzeitig durch andere am Tisch vertreten."

Spezialthema von Ivanka Trump

Als Ivanka am Tisch Platz nahm, fing demnach gerade Weltbank-Präsident Jim Yong Kim an, über einen Entwicklungsfonds zu sprechen, der die Erwerbstätigkeit von Frauen in Entwicklungsländern fördern soll. Ivanka Trump hatte den Aufbau des Fonds unterstützt und dazu bereits im April an einer Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin teilgenommen. Sie trat dazu auch am Samstag auf einer Veranstaltung beim G20-Gipfel auf.

Ihr Vater nutzte eine kurze Ansprache dabei unter anderem dazu zu betonen, wie "stolz" er auf seine Tochter sei. "Sie war immer großartig. Ein Champion. Sie ist ein Champion", sagte Donald Trump. Ivanka Trump ist bei vielen offiziellen Terminen an der Seite ihres Vaters. Als Merkel im März in Washington erstmals auf Trump traf, saß die Präsidententochter bei einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern neben der Kanzlerin.

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