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GĂŒnther fĂŒrchtet Spaltung der CDU – und will Kompromiss suchen

Von dpa
Aktualisiert am 24.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Armin Laschet im GesprĂ€ch mit Daniel GĂŒnther auf der HafenfĂ€hre wĂ€hrend der Überfahrt vom Hamburger
Armin Laschet im GesprĂ€ch mit Daniel GĂŒnther auf der HafenfĂ€hre wĂ€hrend der Überfahrt vom Hamburger (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)
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In der CDU wÀchst die Sorge, dass die Partei gespalten ins Wahljahr 2021 gehen könnte, falls der Kampf um den Vorsitz knapp ausgehen sollte. Doch gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma?

Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther (CDU) will sich bei Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet fĂŒr einen Kompromiss im Ringen um den CDU-Vorsitz einsetzen. Er wolle bei seinem Treffen mit Laschet an diesem Montag darĂŒber sprechen, "wie die Kandidaten doch noch zusammenkommen könnten", sagte GĂŒnther der "Welt". "Eine knappe Entscheidung, wie wir sie bei der letzten Vorsitzendenwahl zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz hatten, wĂ€re kein guter Einstieg in ein Bundestagswahljahr."

Laschet besucht an diesem Montag Schleswig-Holstein. Der NRW-MinisterprĂ€sident will sich auf dem Anfang Dezember geplanten Parteitag in Stuttgart um den CDU-Vorsitz bewerben, ebenso wie der frĂŒhere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. In der CDU gibt es BefĂŒrchtungen, dass die Partei bei einem knappen Ausgang der Wahl zwischen Laschet und Merz gespalten in das Superwahljahr 2021 mit mehreren Landtags- und der Bundestagswahl gehen könnte.

Laschets Beliebtheitswerte sinken

"Ich nehme eine verbreitete Stimmung in der Partei wahr, dass jetzt nicht die Zeiten sind, in denen man lange Personaldebatten fĂŒhren sollte", sagte GĂŒnther. Über Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte er: "Es ist bekannt, dass ich Jens Spahn sehr schĂ€tze. Er macht als Bundesgesundheitsminister einen extrem guten Job. Von daher hat er bei dem, was er tut, meine absolute UnterstĂŒtzung."

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In der Union wurde hinter vorgehaltener Hand zeitweise darĂŒber diskutiert, ob es im Team Laschet-Spahn noch einen Rollentausch geben könnte – und Spahn an Stelle von Laschet als CDU-Chef kandidieren könnte. Hintergrund waren die gesunkenen Beliebtheitswerte von Laschet im Verlauf der Corona-Pandemie. Spahn hat sich aber wiederholt zur Teamlösung mit dem MinisterprĂ€sidenten bekannt.

Die Entscheidung ĂŒber den neuen CDU-Vorsitzenden gilt auch als entscheidende Wegmarke fĂŒr die Kanzlerkandidatur der Union. Der bayerische MinisterprĂ€sident und CSU-Vorsitzende Söder, der in Teilen der CDU ebenfalls als möglicher Bewerber gehandelt wird, hatte vor Kurzem erklĂ€rt, er könne sich die Nominierung des Kanzlerkandidaten auch erst im MĂ€rz 2021 vorstellen.

"Dieses Land nach vorne bringen"

DafĂŒr erhĂ€lt er nun UnterstĂŒtzung aus der CDU: "Gegen den Vorschlag von Markus Söder, dies erst nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-WĂŒrttemberg am 14. MĂ€rz 2021 zu entscheiden, spricht ja nichts", sagte der CDU-Spitzenkandidat fĂŒr die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

"Keiner der Kandidaten hat mir bisher die Frage beantwortet, wie er die nĂ€chsten zehn Jahre nach der Ära Angela Merkel dieses Land nach vorne bringen will", kritisierte Baldauf. Dies sei aber vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden entscheidend. "Wenn im Dezember der CDU-Parteivorsitzende gewĂ€hlt wird und sich die Bewerber bis dahin auf einen Kandidaten geeinigt haben, ist das gut fĂŒr uns alle", sagte Baldauf. "Wenn sie sich bis dahin noch nicht geeinigt haben oder der Parteitag wegen Corona nicht stattfinden kann, kann es durchaus Sinn machen, erst nach den Landtagswahlen zu entscheiden."

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Sein Favorit fĂŒr den CDU-Vorsitz und den Kanzlerkandidaten sei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Aber er kandidiert ja nicht." In der Corona-Pandemie habe Laschet als Krisenmanager Format gezeigt. Zwischen ihm und Merz werde die Wahl entschieden werden, sagte Baldauf.

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