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AfD schlÀgt CDU-Mann Otte als BundesprÀsidenten vor

  • Anna-Lena Janzen
Von Anna-Lena Janzen

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Max Otte: Dem Vorsitzenden der Werteunion wird schon lÀnger NÀhe zur AfD nachgesagt.
Max Otte: Dem Vorsitzenden der Werteunion wird schon lÀnger NÀhe zur AfD nachgesagt. (Quelle: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa.)
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Die AfD hat den umstrittenen CDU-Politiker Max Otte als Kandidat fĂŒr das Amt des BundesprĂ€sidenten nominiert. Otte ist auch Vorsitzender der Werteunion. Das Manöver sorgt auch in der CDU fĂŒr Ärger.

Die AfD hat den Vorsitzenden der ultrakonservativen Werteunion, Max Otte, als Kandidaten fĂŒr das Amt des BundesprĂ€sidenten nominiert. Das berichteten unter anderem "Spiegel" und "Zeit online". In einer Telefonkonferenz des Bundesvorstands mit den Landeschefs habe sich eine Mehrheit fĂŒr den CDU-Mann entschieden.

Laut "Spiegel" wurde Otte von dem AfD-Chef Tino Chrupalla nominiert. Sein Co-Vorsitzender Jörg Meuthen habe sich dagegen gestellt. Im Bundesvorstand habe es bei dem Votum zwei Enthaltungen, sechs Stimmen fĂŒr Otte und vier gegen ihn gegeben. Unter den Landesvorsitzenden stimmten den Berichten zufolge 14 fĂŒr seine Kandidatur, zwei dagegen.

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In der CDU dĂŒrfte die Aufstellung fĂŒr Unruhe sorgen, die Partei hat keinen eigenen Kandidaten fĂŒr die Wahl nominiert, sondern unterstĂŒtzt den amtierenden BundesprĂ€sidenten Frank-Walter-Steinmeier (SPD). Gegen den wird Otte in der Bundesversammlung am 13. Februar kaum eine Chance haben, denn Steinmeiers Kandidatur wird neben SPD und Union auch von den GrĂŒnen und der FDP unterstĂŒtzt. Auch die Linke hat mit Gerhard Traber einen Gegenkandidaten aufgestellt.

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Maaßen steigt aus der Werteunion aus

Zudem hatte sich auch die Werteunion fĂŒr Otte ihren Vorsitzenden als Kandidaten ausgesprochen. Laut "Zeit online" hieß es in einem mittlerweile gelöschten Tweet: "Werteunion schlĂ€gt Friedrich Merz vor, den Neuanfang zu nutzen und einen eigenen Kandidaten fĂŒr das Amt des BundesprĂ€sidenten aufzustellen + WerteUnion schlĂ€gt Prof. Dr. Max Otte vor +". Die Mitteilung gehe auf mehrere Vorstandsmitglieder der Werteunion zurĂŒck, die namentlich genannt werden. Otte sei aber nicht darunter, schrieb "Zeit Online" unter Berufung auf eine interne E-Mail, die der Redaktion vorliege.

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Dazu meldete sich auch der ehemalige VerfassungsschutzprĂ€sident Hans-Georg Maaßen auf Twitter zu Wort. Die AfD-Nominierung Ottes und dass der Vorstand diese dulde, sei fĂŒr ihn "völlig inakzeptabel". Er habe die Vereinigung daher verlassen. Der in ThĂŒringen gescheiterte CDU-Bundestagskandidat war bislang einer der prominentesten Mitglieder der Werteunion gewesen. Doch schon nach der Wahl Ottes zum Bundeschef im Mai 2021 hatte Maaßen erklĂ€rt, seine Mitgliedschaft ruhen zu lassen.

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Rufe nach Unvereinbarkeitsbeschluss

Die Werteunion mit nach eigenen Angaben rund 4.000 Mitgliedern sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Immer wieder werden in der Union Rufe nach einem Unvereinbarkeitsbeschluss laut. Nun schrieb etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer zu den jĂŒngsten Ereignissen: "Wer noch einen weiteren Beleg gesucht hat, wie irre die sog. Werteunion ist: Selbst einem Maaßen ist der Otte-Verein mittlerweile zu weit Richtung AfD abgebogen. Zur Werteunion muss nun der Unvereinbarkeitsbeschluss her."

Der ehemalige Parteichef Armin Laschet hatte sich nach der Wahl von Otte als Vorsitzenden der Werteunion gegen einen solchen Beschluss gestellt, auch einen Parteiausschluss Ottes hatte er abgelehnt. Die Werteunion sei ĂŒberbewertet: "Wir reden ĂŒber ein PhĂ€nomen, das keinen Einfluss auf den Kurs der CDU hat", sagte Laschet im Juni vergangenen Jahres in der Talkshow "Maischberger". Der neue CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, der da noch zum Wahlkampfteam Laschets gehörte, rief Parteimitglieder zum Austritt der Vereinigung auf. Zwischen ihm und Otte hatte es zudem einen persönlichen Schlagabtausch gegeben.

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Otte wird schon lĂ€nger eine NĂ€he zur AfD nachgesagt. Der Fondsmanager war noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewesen. Anfang Juni sagte Otte, dass er vor vier Jahren verkĂŒndet habe, er persönlich wĂ€hle die AfD, was daran gelegen habe, dass er Kanzlerin Angela Merkel nicht habe wĂ€hlen können. Das sei aber vier Jahre her und Merkel trete nicht mehr an. Das Thema sei abgeschlossen.

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