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Tagesanbruch: Trumps Wette im Nahen Osten

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MEINUNGTagesanbruch  

Was heute Morgen wichtig ist

von Rüdiger Schmitz-Normann

11.05.2018, 05:47 Uhr

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages:

 

WAS WAR?

Nach dem Aufkündigen des Atomabkommens: Iranische Abgeordnete verbrennen aus Protest eine US-Flagge im Parlament. (Quelle: dpa/Uncredited/AP)Nach dem Aufkündigen des Atomabkommens: Iranische Abgeordnete verbrennen aus Protest eine US-Flagge im Parlament. (Quelle: Uncredited/AP/dpa)

Als der laute Mann mit der seltsamen Frisur vor zwei Jahren durch den US-Wahlkampf tobte, da haben wir noch alle gelacht. Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko aufbauen, jaja. Alle Errungenschaften Obamas zurückdrehen, das hätte er wohl gerne. Mittlerweile ist uns das Lachen vergangen. Laut ist Trump immer noch, die Frisur hat sich nicht geändert – und er macht nach und nach jedes seiner Versprechen wahr.

Als Donald Trump am Dienstag das Atomabkommen mit dem Iran aus dem Jahr 2015 aufkündigte, war die Aufregung groß. Unter Barack Obama hatten die Iraner den Weg zur Atommacht aufgegeben und wurden dafür nicht weiter mit Sanktionen bestraft. Das alles drehte Trump nun zurück. Schnell war in vielen Medien vom Pulverfass Naher Osten die Rede, von Kriegsgefahr, teurem Öl und neuen alten Konflikten. Die Zukunft schien für kurze Zeit sehr schwarz.

Auch wir bei t-online.de haben von der drohenden Kriegsgefahr geschrieben. Es sind Reflexe, in die man als Journalist verfällt, wir spitzen Geschichten zu, um sie besser verkaufen zu können, allzu ausgewogene Artikel finden in der Regel weniger Leser.

Aber wir haben auch die andere Seite gezeigt, die Kräfte und Bestrebungen im Land erläutert. In unserer Redaktion ist uns daran gelegen, keine Kampagnen zu fahren und keine Stimmungen zu schüren. Wir wollen Ihnen vor allem saubere Nachrichten präsentieren, damit Sie sich Ihr eigenes Bild machen können.

Dazu gehört es auch, den Konflikt, um den es geht, verständlich aufzuschlüsseln – mit Erklärstücken, Analysen und Einordnungen. Das ist gerade in diesem Fall wichtig. Denn einfach zu durchschauen ist die Situation im Nahen und Mittleren Osten nicht wirklich. Der Iran, Israel und die Saudis kämpfen um die Vormachtstellung in dem Vakuum, das die Amerikaner hinterlassen haben. So weit, so klar. Dahinter wird es schnell kompliziert.

Deshalb haben wir unseren Kolumnisten Gerhard Spörl gebeten, ein paar Tage nach der großen Aufregung die Geschehnisse noch einmal ausgeruht nachzuzeichnen. Er zeigt auch die Schwächen des Abkommens und die unterschiedliche Politik von Obama und Trump.

Obama ging es um Wandel durch Annäherung, Trump geht es um Regimewechsel durch Erpressung, schreibt Spörl. "Trumps Wette geht so: Ich verhänge Sanktionen und zwinge die Europäer dazu mitzumachen, ob sie wollen oder nicht. Damit löse ich Unruhen in Teheran und den anderen Städten aus, die zu einem Umsturz im Land führen. Außerdem isoliere ich den Iran in der Region und arbeite mit Saudi-Arabien und Israel zusammen am Niedergang des Mullah-Regimes." Die komplette Analyse finden Sie hier.

Trumps Alleingang und die weltpolitischen Folgen werden auch in den nächsten Tagen und Wochen die Schlagzeilen bestimmen. Der US-Präsident drängt die anderen Unterzeichner des Abkommens, die Sanktionen wieder in Kraft setzen. Das hat weltweit Folgen für Wirtschaft und Handel. Zeitgleich heizt sich der Konflikt zwischen Israel und dem Iran wieder auf. International wächst nicht zuletzt nach den Raketenangriffen von gestern die Sorge vor einem atomaren Wettrüsten in der Region.

Gestern Nacht hat der US-Präsident neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. Die EU versucht dagegen, das Abkommen mit dem Iran am Leben zu erhalten. Die britische Premierministerin Theresa May mahnt zur Besonnenheit. Das ist gut so: Ein Krieg würde niemandem helfen.

Wir haben die Bundesbürger gefragt, ob Deutschland am Iran-Deal festhalten soll. Das Ergebnis präsentieren wir heute Vormittag auf unserer Seite. Lassen Sie sich überraschen.

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 (Quelle: imago/  UPI Foto) (Quelle: UPI Foto/imago)

Es ist noch gar nicht lange her, da demonstrierten Hunderttausende US-Amerikaner für strengere Waffengesetze – angeführt von Schülern, die gerade ihre Freunde und Freundinnen bei dem Schulmassaker von Parkland verloren hatten, einem der vielen US-Highschool-Shootings. "Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen", sagten sie. Doch die Amerikaner und ihre Waffen, das ist eine besondere Beziehung. Und so zeigten sich die US-Politiker auch ziemlich unbeeindruckt. Spürbar strengere Waffengesetze, die auch den mächtigen Konzernen schaden würden? Dazu kommt es in der näheren Zukunft wohl nicht.

Wie man trotzdem Druck auf die Waffenkonzerne aufbauen kann, zeigen jetzt ausgerechnet Nonnen. Sie kauften Aktien mehrerer Waffenhersteller – und zwangen nun durch ihren Einfluss als Aktionäre auf der Hauptversammlung den Konzern Sturm, Ruger & Co. unter anderem dazu, einen Bericht über die Gefahren der eigenen Produkte zu verfassen. So einfach kann es sein.

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WAS STEHT AN?

  (Quelle: dpa/Daniel Naupold) (Quelle: Daniel Naupold/dpa)

Wahrscheinlich haben Sie in den letzten Tagen auch die ein oder andere Mail bekommen, in der Sie von Unternehmen gefragt werden, ob ihr Service noch gewünscht ist. Oder Sie werden gebeten, erneut einem Newsletter-Versand zuzustimmen. Der Grund dafür: Bis zum 25. Mai muss die Datenschutzgrundverordnung umgesetzt werden, sonst drohen hohe Strafgelder – außerdem steht ein Heer von Anwälten bereit, um auch bei kleinsten Verstößen hohe Abmahnungen zu verschicken.

Für Verbraucher sind das gute Neuigkeiten, schreibt meine Kollegin Laura Stresing. Lesen Sie hier fünf praktische Tipps, wie Sie Ihre neuen Rechte wahrnehmen können. Auch in weiteren Artikeln werden wir Sie über alle Aspekte der Datenschutzverordnung informieren. Haben Sie konkrete Fragen? Dann schreiben Sie mir – wir beantworten jede Mail.

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  (Quelle: dpa/Jörg Carstensen) Der Kandidat für Deutschland: Michael Schulte. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Am Samstag findet zum 63. Mal der Eurovision Song Contest statt. Nach dem ersten und zweiten Halbfinale am Dienstag und Donnerstag steht nun auch fest, welche 26 Länder im großen Finale in Lissabon gegeneinander antreten werden.

Meine Kollegin Ariana Zustra hat sich die diesjährigen Kandidaten ganz genau angeguckt und gibt auf t-online.de eine Einschätzung ab, wer das Zeug zum Sieg hat. Für Deutschland geht der 28-jährige Michael Schulte ins Rennen. Meine Kollegen Manfred Schäfer, Lukas Martin und Luca Cordes werden am Samstag live auf t-online.de für Sie über den ESC berichten.

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Fans des Hamburger SV (Quelle: imago/ Claus Bergmann) (Quelle: Claus Bergmann/imago)

Aus sportlicher Sicht erwartet Sie ein Wochenende voller Highlights. In der Fußball-Bundesliga steht der letzte Spieltag auf dem Programm, er ist geprägt vom Abstiegskampf. Im Fernduell konkurrieren der SC Freiburg, der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV um den Liga-Verbleib.

Vor allem die Fans des HSV werden am Samstagnachmittag ab 15.30 Uhr gebannt verfolgen, ob ihr Traditionsverein tatsächlich erstmals aus dem deutschen Oberhaus absteigen muss. Unter unseren Sportredakteuren sind die Meinungen – und Wünsche – geteilt.

Auch am Sonntag wird es spannend, wenn sich Sebastian Vettel beim Großen Preis von Barcelona die WM-Führung in der Formel 1 zurückerobern will und fast zeitgleich das Saisonfinale in der 2. Fußball-Bundesliga steigt. Auch hier steht der Abstiegskampf im Vordergrund, zahlreiche Teams kann es noch erwischen. Meine Kollegen aus der Sport-Redaktion versorgen Sie in gewohnter Qualität mit Live-Tickern, Analysen und allen Emotionen rund um ein besonderes Sport-Wochenende.

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WAS LESEN? 

Was sind die großen, bestimmenden Themen unserer Zeit? Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft gehört dazu – davon ist Autorin Julia Friedrichs überzeugt. Zusammen mit Andreas Spinrath hat sie für das "Zeit-Magazin" den Immobilienunternehmer Christoph Gröner porträtiert, der überall in Deutschland das Gesicht ganzer Stadtviertel verändert.

"Wenn Sie ein großes Vermögen haben, können Sie es durch Konsum nicht mehr zerstören“, sagt Gröner. "Sie schmeißen das Geld zum Fenster raus und es kommt zur Tür wieder hinein."

Friedrichs Analyse ist ein aufregendes, elegant geschriebenes Porträt, in dem deutlich wird, dass die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft, wenn wir dem nicht entgegentreten, über kurz oder lang den Frieden beenden wird, in dem wir schon so viele Jahrzehnte das Glück haben leben zu dürfen. Unbedingt lesenswert. Das Stück ist leider hinter einer Bezahlschranke versteckt, aber den Zugang kann man vier Wochen lang kostenlos testen. Und am 16. Mai um 0.30 Uhr wird die TV-Version der Geschichte in der ARD wiederholt.

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WAS FASZINIERT MICH? 

Haben Sie auch noch die Schlüssel zu einer Wohnung, in der Sie schon lange nicht mehr wohnen? Und in der Sie auch nie mehr wohnen werden? Vielleicht sogar in einer anderen Stadt? Warum ist das so? Warum bewahren manche von uns solche Dinge auf? Wenn Sie auch dazu gehören, dann können Sie nachempfinden, warum viele Flüchtlinge unter den wenigen persönlichen Dingen, die sie noch besitzen, auffallend häufig noch Schlüssel besitzen. Die Kollegen Christoph Cadenbach und Lars Reichardt vom Magazin der "Süddeutschen Zeitung" haben daraus eine wunderbare Bildstrecke gemacht, die ans Herz geht. 

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Am Montag übernimmt den Tagesanbruch wieder wie gewohnt Florian Harms. Ich wünsche Ihnen ein aufgeschlossenes Wochenende!

Herzliche Grüße

Ihr Rüdiger Schmitz-Normann
Stellvertretender Chefredakteur t-online.de
E-Mail: Ruediger.Schmitz-Normann@stroeer.de

Mit Material von dpa.

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