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Poliovirusfunde in London: Regierung rät allen Kindern zu neuer Impfung


Erreger in Abwasser gefunden
Poliovirus in London: Regierung ruft Kinder zu Impfung auf

Von t-online, wan

11.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Klärwerk in London (Archivbild): In den Abwasserkanälen der Metropole sind Polioviren gefunden worden. (Quelle: imago stock&people)Vergrößern des BildesEin Klärwerk in London (Archivbild): In den Abwasserkanälen der Metropole sind Polioviren gefunden worden. (Quelle: imago stock&people)
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Die britische Regierung rät dringend zu einer Polio-Auffrischimpfung bei Kindern in London. Im Abwasser der Stadt sind mehrfach Viren gefunden worden.

In London sollen alle Kinder im Alter zwischen ein und neun Jahren eine Polio-Auffrischimpfung erhalten. Hintergrund sind vermehrte Funde von Polio-Erregern in den Abwassersystemen.

Anfang des Jahres wurde der Typ-2-Poliovirus (PV2) in einer Kläranlage in Beckton, einem Stadtteil im Osten von London entdeckt. Bei weiteren Untersuchungen fand man die Erreger auch in den Abwasserkanälen anderer Bezirke im Osten und im Nordosten der britischen Hauptstadt. Insgesamt gab es 116 Virenfunde in 19 Proben, die zwischen Februar und Juli gesammelt wurden.

Bislang keine Erkrankungen festgestellt

Nur wenige haben nach Angaben der Behörde ein aus dem früher vergebenen Lebendimpfstoff entstandenes Virus des Typs VDPV2 enthalten. Dieser ist von großer Bedeutung, da es sich eher wie natürlich vorkommende wilde Polio verhält und in seltenen Fällen zu Fällen von Lähmungen bei nicht geimpften Personen führen kann.

Nach Berichten des britischen "The Guardian" seien bislang keine Fälle von Polio-Erkrankungen oder Lähmungen bekannt geworden. Unklar ist, ob und wie viele Kinder infiziert wurden. Die festgestellte Menge an Poliovirus und die hohe genetische Diversität unter den PV2-Isolaten deuten laut Aussage der britischen Gesundheitsbehörde darauf hin, dass in den betroffenen Bezirken "ein gewisses Maß an Virusübertragung vorhanden ist, die sich möglicherweise auf die angrenzenden Gebiete ausdehnt". Dies deute darauf hin, dass die Übertragung über ein enges Netzwerk von wenigen Personen hinausgegangen sei.

Impfrate in London geringer als landesweit

Landesweit bezeichnet die britische Gesundheitsbehörde die Impfrate gegen Polio als ausreichend, in London allerdings sei die Durchimpfung wesentlich geringer. Deshalb habe man sich zu dem Aufruf entschlossen. Das Programm wird mit den betroffenen Gebieten beginnen, in denen das Poliovirus nachgewiesen wurde und die Impfraten niedrig sind.

"Es ist wichtig, dass alle Kinder im Alter von 1 bis 9 Jahren – auch wenn ihre Impfungen auf dem neuesten Stand sind – diesen Impfstoff annehmen, wenn er angeboten wird, um ihren Schutz gegen das Poliovirus weiter zu stärken", schreibt die Behörde auf ihrer Webseite.

Weitere Fälle in Israel und New York

Die britische Gesundheitsbehörde arbeitet neben der Weltgesundheitsorganisation eng mit Kollegen in New York und Israel zusammen, um die Verbindungen zwischen dem in London entdeckten Poliovirus und den jüngsten Polio-Vorfällen in diesen beiden anderen Ländern zu untersuchen. In Israel waren im März mehrere Polioinfektionen bekannt geworden, in New York gab es im Juli Funde von Polio und eine Infektion in einem ungeimpften Mann. Auch in der Ukraine gab es einen Ausbruch, die Bundesregierung stufte die Gefahr einer internationalen Ausbreitung aber als gering ein.

Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, Polio weltweit auszurotten. Viele Erkrankungen wurden noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria entdeckt. In Deutschland war die Schluckimpfung Teil des Kampfes gegen das Virus. Mittlerweile wird ein inaktiver Impfstoff Kindern verabreicht.

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