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Tote durch Unwetter, Hitze und Brände

Aktualisiert am 27.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Gluthitze mit Bränden in südlichen Urlaubsländern, schwere Unwetter in Mitteleuropa - extremes Wetter führt in Europa zu immer mehr Toten. In Kroatien starben am Freitag bei einem schweren Zugunglück sechs Menschen. Ursache waren möglicherweise Gleise, die sich wegen der Hitze verbogen hatten. In Polen und Tschechien kamen in der Nacht zum Freitag bei Sturm, Hagel und Gewitter mindestens neun Menschen ums Leben. In Serbien starb ein Mensch an einem Hitzschlag. In Spanien und auf den Inseln Korsika und Sardinien flüchteten Menschen vor schweren Waldbränden.

In Barcelona erlag ein Feuerwehrmann seinen schweren Verletzungen, die er bei Löscharbeiten nahe Tarragona an der nordostspanischen Costa Dorada erlitten hatte. Er ist damit das neunte Todesopfer in Spanien seit Ausbruch der Waldbrände. In der Türkei, in Griechenland und auf der Balkan-Halbinsel warnten Meteorologen vor Hitzewellen mit Temperaturen bis 46 Grad im Schatten. Deutschland kam trotz zahlreicher Unwetter bislang verhältnismäßig glimpflich davon. Jedoch gab es auch hier und im Nachbarland Österreich bei Gewittern mit Starkregen und Sturmböen zahlreiche Verletzte und große Schäden.

Chronologie Schwere Unwetter richten Schäden an

Unwetterbilder

Beinahe-Katastrophe in Kroatien

Das Zugunglück in Kroatien ereignete sich in einem unzugänglichen Gebiet. In dem entgleisten Intercity befanden sich etwa 100 Passagiere. Eine noch größere Tragödie wurde verhindert, weil die Wagen kurz vor einer tiefen Schlucht zum Halten kamen. Per Hubschrauber mussten die schwer Verunglückten in die Krankenhäuser von Split geflogen werden. Dort herrschte Ausnahmezustand und per Rundfunk wurde die Bevölkerung zu Blutspenden aufgerufen.

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Unwetter auch in Deutschland

In Deutschland war es bereits am Donnerstagnachmittag und am Abend zu teils heftigen Unwettern gekommen. In Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg stürzten etliche Bäume um, krachten in Fahrzeuge oder Gebäude und blockierten Fahrbahnen und Schienen. Die Feuerwehr musste zahlreiche Keller leerpumpen. Auch Straßen standen unter Wasser. Blitzeinschläge in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sorgten für Hausbrände mit hohem Sachschaden. In Niederbayern wurden zwei Menschen durch ein losgerissenes Aluminiumdach leicht verletzt.

Wetter in Deutschland vergleichsweise normal

"Auch wenn es so scheint - aber was im Augenblick bei uns und in den Urlaubsländern passiert, ist durchaus nicht ungewöhnlich", sagt Meteorologe Thomas Sävert von der Meteomedia-Unwetterzentrale in Bochum. "Das Wetter in Deutschland ist zur Zeit vielleicht etwas wechselhafter mit lokalen Unwettern - aber im Prinzip ist das ein typischer mitteleuropäischer Sommer."

TippsSo verhalten Sie sich richtig bei Gewittern
Aktuelle Warnungen aus derUnwetterzentrale

Sturm tobte in Polen

In Polen wütete ein Sturm im Südwesten des Landes. Auch Zentralpolen wurde schwer getroffen. Die polnischen Medien berichteten am Morgen von mindestens sieben Toten - fast alle durch umstürzende Bäume. Die Zahl der Verletzten wurde mit über 50 angegeben. Auch der Norden und Westen Tschechiens wurden am Donnerstagabend von schweren Unwettern heimgesucht. Dabei wurde nach Angaben des tschechischen Fernsehens in Liberec (Reichenberg) eine 75-Jährige von einem herabfallenden Ast erschlagen. Ein junger Mann ertrank während des Sturms in der Moldau. Die Umstände waren zunächst unklar.

Schwere Verwüstungen in Österreich

In Österreich haben nach großer Hitze heftige Windböen, Starkregen und Hagel mit teils tennisballgroßen Körnern schwere Verwüstungen angerichtet. Die Unwetter zogen in der Nacht zum Freitag von Salzburg über Oberösterreich bis nach Niederösterreich und Wien. Dutzende Menschen wurden nach Informationen des Senders ORF verletzt. Die großen Hagelkörner durchlöcherten Hausdächer, bis zu 100 Stundenkilometer starker Wind entwurzelte Bäume und deckte Häuser ab. In Teilen des Landes Salzburg wurde Katastrophenalarm ausgerufen.

Brände auf Korsika und Sardinien

Auf der französischen Insel Korsika wurden fünf Feuerwehrleute bei Löscharbeiten verletzt. Mindestens 4200 Hektar Fläche und dabei auch zahlreiche mehr als hundert Jahre alte Bäume fielen den meterhohen Flammen zum Opfer. Etwa 15 Häuser und 60 Autos brannten ab. Die Polizei schloss Brandstiftung nicht aus. Auch auf der italienischen Nachbarinsel Sardinien kämpften Feuerwehrleute, unterstützt von Löschflugzeugen, gegen Flammenwände. Genährt wurden die Brände durch Trockenheit und hohe Temperaturen - auch dort wurde Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Minusgrade in Südafrika

Schnee und Eis dagegen in Südafrika: In Höhenlagen der Ostkap-Provinz kam es zu Unfällen, Straßen wurden gesperrt. Bei Umtata überschlug sich ein Tanklastzug auf eisglatter Fahrbahn, meldete der nationale Rundfunk, der von Nachttemperaturen um minus zehn Grad berichtete. Bereits im Juni waren in der Ostkap-Provinz mehrere Menschen durch Unfälle auf verschneiten Straßen ums Leben gekommen. In Südafrika herrscht zurzeit Winter.

Quelle: dpa

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