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Diesel? Die Politik ignoriert ein viel grĂ¶ĂŸeres Problem

Eine Kolumne von Jörg Kachelmann

Aktualisiert am 12.10.2018Lesedauer: 17 Min.
Rauchender Auspuff: Die Luftbelastung mit Stickoxiden wird seit Jahren breit diskutiert. Die Emission anderer Schadstoffe spielte dabei kaum eine Rolle.
Rauchender Auspuff: Die Luftbelastung mit Stickoxiden wird seit Jahren breit diskutiert. Die Emission anderer Schadstoffe spielte dabei kaum eine Rolle. (Quelle: Andreas Gora/imago-images-bilder)
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Nun muss die Politik also Fahrverbote in bestimmten Straßen verhĂ€ngen. So willkĂŒrlich ihre Auswahl dabei ist, so konsequent ignoriert sie ein viel grĂ¶ĂŸeres Problem.

Wenn wir von Politikverdrossenheit in Deutschland hören, denken viele an Menschen, die es nicht leicht haben im Leben und sich verlassen fĂŒhlen in ihrer Not. Wir mĂŒssen eine weitere Bevölkerungsgruppe dazuzĂ€hlen. Menschen, die wissenschaftlich in Behörden und Wirtschaft mit Lufthygiene zu tun haben. Ich möchte Ihnen heute erzĂ€hlen, warum das so ist.

Es ist ein Ziel einer Regierung jedes Landes, dass die eigene Bevölkerung glaubt, dass alles supi ist, besonders bei der Umwelt. Die Bevölkerung hat auch ein natĂŒrliches BedĂŒrfnis, dass das so ist, denn wenn etwas nicht in Ordnung ist, bedeutet das meist EinschrĂ€nkungen fĂŒr das Individuum.

Ältere Deutsche erinnern sich an die Smog-Fahrverbote in den 70ern und 80ern. JĂŒngeren Menschen muss man wahrscheinlich den Begriff Smog erklĂ€ren. Die völlige Sorglosigkeit heute zeigt sich im völlig abseitigen Verhalten von Menschen im Sommer, selbst dieses Jahr, als die Luft wieder besonders schlecht war: Joggen dann, wenn die Luft am dreckigsten und oft ernsthaft ungesund ist zwischen 15 und 21 Uhr, (fast) niemand hat Probleme, in Restaurants an Strassen zu sitzen, ĂŒber die sich Tausende Fahrzeuge in stĂ€dtischem Stop-and-Go quĂ€len.

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Das grotesk unvernĂŒnftige Verhalten vieler Menschen auf Kosten der eigenen Gesundheit und vor allem der begleitenden Kinder zeigt, dass der kollektive Konsens vorherrscht, dass unsere Welt in Ordnung ist.

Die Sache mit dem "sauren Regen"

Diese Annahme wird auch durch die Suchmaschinenstatistik verschiedener Begriffe zum Thema in den letzten rund 25 Jahren bestĂ€tigt. Ein Grund, dass Menschen heute oft Katastrophenszenarien von Klimaforschern misstrauen, ist die Sache mit dem "sauren Regen". Im Herbst 1981 gab es den legendĂ€ren "Spiegel"-Titel "Saurer Regen – der Wald stirbt" und Anfang 1984 auch zuvorderst "Saurer Regen – Lebensgefahr fĂŒr Babys".

Die Menschen, die sich damals Sorgen machten, haben nicht vergessen, dass in der Folge weder Wald noch Baby starben. Die Themen retteten sich noch mit abnehmendem Interesse ĂŒber die Jahrtausendwende, heute spielen sie keine Rolle mehr:

HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "saurer regen" seit 2004.
HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "saurer regen" seit 2004. (Quelle: Google)
HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "waldsterben" seit 2004.
HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "waldsterben" seit 2004. (Quelle: Google)

1981 schrieb der "Spiegel" folgende SĂ€tze: "Im Staatsforst Rosengarten, in der NĂ€he von Hamburgs Schwarzen Bergen, lĂ€sst Förster Wilken Wiebalck den Humus mit Kalk bestreuen – in der vagen Hoffnung, auf diese Weise die auch dort schon grassierende Baumkrankheit kurieren zu können."

Not so fun fact: Nicht so viel hat sich seither verĂ€ndert, es interessiert nur niemanden mehr. Die schwefligen EintrĂ€ge in den Boden sind zwar seit den 80ern deutlich zurĂŒckgegangen, aber Stickstoff ist immer noch genĂŒgend da – die Quellen hauptsĂ€chlich aus dem Verkehr und der Landwirtschaft sind prĂ€sent wie eh und je und werden nur langsam weniger, wenn ĂŒberhaupt. Waldböden, vor allem in niederschlagsreichen Gebieten, sind so sauer wie Essig, BestĂ€nde, Arten und die Fruchtbarkeit der Böden sind in Gefahr, heute wie damals.

Wenn es um den Verkehr geht, wird die Politik ganz still

Nach den Erfahrungen mit dem ausgebliebenen Waldsterben sind aber heute Politiker ganz still, schließlich sind die Urheber Verkehr und Landwirtschaft nicht etwas, was man aus wahltaktischen GrĂŒnden weiter vertiefen möchte. Hier könnte man nicht dieselig eine lustige SĂŒndenbockgruppe rausvereinzeln, es sind alle.

Wollte man ernsthaft etwas verĂ€ndern, mĂŒsste man den Privatverkehr in Deutschland massiv unattraktiver machen und die Landwirtschaft grundlegend verĂ€ndern. Will das jemand außerhalb der Sonntagsreden? Nein. Deswegen macht man heute wie damals das, was man in der Not so tut: Man bekĂ€mpft nicht die Ursachen, sondern die Folgen. Nur muss man heute in die Lokalmedien gucken, um zu erfahren, dass immer noch alles ist wie immer: Kalk drauf und beten.

So versauern die Böden weiter, wenn auch langsamer, sind aber regional immer noch vor dem Umkippen. Diese Information könnte fĂŒr viele Menschen wichtig sein, die bis heute nicht genau verstanden haben, warum diese Stickoxide des Teufels sind. Denn außerhalb der berĂŒhmt gewordenen Luftmessstationen an stark befahrenen Straßen (Stuttgart-Neckartor) werden die Grenzwerte in Deutschland weitgehend eingehalten.

Welche StĂ€dte heute von Dieselfahrverboten betroffen sind, hat also in keiner Form damit zu tun, dass Stadt A versiffter ist als Stadt B, sondern wo die StĂ€dte vor Jahrzehnten die Luftmessstation hingebaut haben. Die Messnetze entstanden vor geraumer Zeit, als es zwei Hauptquellen fĂŒr Luftverschmutzung gab: Industrie und Verkehr.

Immer der dreckigen Luft nach

Die einen StĂ€dte haben ihre Statiönchen dort aufgestellt, wo alles am furchtbarsten ist. So kam Stuttgart zu seiner BerĂŒhmtheit oder frĂŒher zu Smogalarmzeiten der Messort Styrum in NRW, als der Himmel ĂŒber der Ruhr nicht blau war. Durch die Wahl von Extremstandorten erwartete man sich zu Recht ein unmittelbares Feedback ĂŒber Erfolge bei der Luftreinhaltung, nach dem Motto: Wenn es selbst DORT weniger wird, haben wir es gepackt.

Bauernschlaue Magistraten anderswo haben die Luftmessung zum örtlichen Kindergarten, Stadtpark oder gleich in die periphere PrÀrie verlegt.

WĂ€hrend die frĂŒher nicht ganz furchtbaren Werte in VerkehrsnĂ€he (die Grenzwerte waren noch schlapper) noch auszuhalten waren, wurden sie heute durch strengere Grenzwerte eingeholt und unterboten und nun hat Stuttgart den Salat. Obwohl fĂŒr die meisten Menschen das wichtigste lufthygienische Problem ein ganz anderes ist (davon spĂ€ter mehr), denken viele Menschen heute bei Stuttgart an furchtbare Dreckluft, auch wenn die Welt schon 100 Meter hinter der exponierten Messstation am Neckartor eine andere ist.

Straßen mit Fahrverboten – reine WillkĂŒr

Fast alle Messstationen stehen heute dort, wo wenige bis keine Menschen wohnen, entweder als verkehrsumbrauster Ort des Schreckens oder als lĂ€ndliche Hintergrundstation. Die lustige Idee, heute einzelne Straßen mit einem Fahrverbot zu belegen, andere jedoch nicht, ist nichts, was irgendeine wissenschaftliche Basis hat. Man sieht an Wetter- und Lufthygienemodellen mit einer Auflösung von 100 mal 100 Meter, die wir berechnen, dass sich die Transportmechanismen und Straßenexposition im Vergleich zur Windrichtung laufend Ă€ndern.

Die einzige ErklĂ€rung fĂŒr die Tatsache, dass man ohne wissenschaftliche BegrĂŒndung StĂ€dte und Straßen auswĂ€hlt und dann fĂŒr bestimmte Autos Fahrverbote verhĂ€ngt, kann nur sein: 1. Weil wir es können. 2. Weil es sich geil anfĂŒhlt, etwas zu machen, wo nachher niemand sagen kann, dass es nicht funktioniert hat, weil die Luftmessstationen teuer sind und wir sowieso keine Bewilligung erteilen wĂŒrden, in jeder Fahrverbotsstraße eine aufzustellen, selbst wenn Aldi 20 StĂŒck sponsert. 3. Und weil das so ist, wird uns auch niemand zeigen können, dass plötzlich an Nebenstraßen alles schlimmer geworden ist durch den Ausweichverkehr.

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So tritt das wohlige GefĂŒhl ein: ES IST SCHWACHSINN, ABER SEHT HER, WIR HABEN WAS GEMACHT!!!11ELF!!1

And the winner is: der Dieselfahrer

Man mĂŒsste natĂŒrlich nicht völlig sinnlose Dinge tun, aber real wirksame Maßnahmen wĂŒrden an der deutschen Leitkultur rĂŒhren. Es ist fĂŒr die Politik ein schwieriges AbwĂ€gen unter dem Druck von EU und Gesetzen. Wie treibt man wen in den Wahnsinn und wer hĂ€lt es am besten aus? Und so wurden es die Dieselfahrer. Es ist schon richtig, dass der Diesel besonders stickoxidintensiv ist. Aber das Problem der Stickoxide ist nicht straßenspezifisch, sondern flĂ€chig.

Man hĂ€tte sofort große Erfolge fĂŒr alle in autobahnnahen Gebieten, wenn man ein allgemeines Tempolimit einfĂŒhrte (alle Statistiken, die behaupten, dass das nichts brĂ€chte, sind nicht weiter ernst zu nehmen und tun so, als ob man einfach vergleichen mĂŒsste, wie es ist, wenn alle gleichzeitig 130 statt 160 fahren – die RealitĂ€t ist anders, wenn permanent alle mit zusammengebissenen ZĂ€hnen, der steten Bereitschaft zur Nötigung und Schlimmerem auf 10 Kilometern Autobahn 537 Beschleunigungs- und VerzögerungsvorgĂ€nge sammeln: sehr viel Stickoxid, mehr als wenn ein fetter Pickup auf einer US-Autobahn seine konstanten 100 cruiset. Das wissen leider all die Leute nicht, die berichten, dass in den USA furchtbar große Autos fahren und alle viel mehr schuld seien).

Aber wir wissen alle: Bevor es in Deutschland ein Tempolimit auf Autobahnen gibt, wĂŒrde eher jede deutsche Gemeinde eine Straße auswĂ€hlen mĂŒssen, in der kein Diesel fahren darf.

Wenn der Wind sich dreht

Man könnte auch sofort alle stĂ€dtischen Stickoxid-Probleme lösen, indem an ausbreitungsarmen Tagen (oder an allen, falls revolutionĂ€rer Mut vorhanden ist), wechselweise gerade und ungerade endende Nummernschilder in die Stadt fahren dĂŒrfen. Aber dafĂŒr brĂ€uchte es einen funktionierenden ÖPNV, der die Menschen aufnehmen könnte, in genĂŒgender Frequenz und Verbreitung, weil ja die Gesundheit 
 ach, vergessen Sies.

Vielleicht bekommen wir ja einen dieser Winter mit viel Westwindzone, wie er frĂŒher einmal war, und schwupp, werden alle Grenzwerte beim Stickstoffdioxid sowieso eingehalten sein, weil der Abstand zu diesen so groß nicht ist und ein windiger Winter alles Ă€ndern kann. Die Regierung wird das als sensationellen Erfolg vermelden, alle Fahrverbote können aufgehoben werden, bis wir nach einem windarmen Kaltwinter im FrĂŒhling 2020 feststellen werden – wir sollten wirklich nicht so langfristig denken.

Die total lustigen straßenweisen Fahrverbote fĂŒr eine mit der Pipette abtropfbaren Gruppe von Fahrzeugen werden auch deswegen nicht mit kollektivem HohngelĂ€chter quittiert, weil der letzte Ă€hnlich lustige Versuch, so etwas zu tun, mehr als 20 Jahre her ist und fast vergessen ist. Eine Umweltministerin namens Angela Merkel verabschiedete damals ein Gesetz, dessen Text von einer OriginalitĂ€t war, sodass man schon ahnt, dass es völlig frei von irgendwelchen wissenschaftlichen Überlegungen war.

Die Physikerin in Frau Merkel wusste schon damals ganz sicher, dass das wenige Jahre spĂ€ter kassierte Gesetz völliger Blödsinn war, weil die Ozon-VorlĂ€ufersubstanzen Stickoxide und VOC mehrere Tage vorher reduziert werden mĂŒssten. Bei Maßnahmen einen Tag vor dem vermuteten Ozon-Ereignis oder am Ozon-Tag selbst ist der Effekt null oder es gibt eher mehr Ozon, also kontraproduktiv.

Erinnern Sie sich noch an Ozon?

So gab es mit dem Gesetz einmal ein solches Teilfahrverbot, es war ein Riesenspaß, kam nie wieder vor und das aktuelle Motto wurde in Sachen Lufthygiene schon damals angewendet: ES IST SCHWACHSINN, ABER SEHT HER, WIR HABEN WAS GEMACHT!!!11ELF!!1

Das VerrĂŒckte ist, dass die Ozon-Problematik heute so wichtig ist wie damals. Nur – sehen Sie selbst, interessiert sich dafĂŒr niemand mehr:

HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "ozon" seit 2004.
HĂ€ufigkeit der Suchanfragen nach dem Begriff "ozon" seit 2004. (Quelle: Google)

Der Sommer 2006 war zum Teil heißer als der 2018, war aber realiter keine Katastrophe, weil es genug regnete und medial ganz und gar keine Katastrophe, weil Deutschland Fußball-WM-Dritter wurde und die Super-Hitze deswegen "SommermĂ€rchen" hieß und Klimaforscher entweder geknebelt in KĂŒhlrĂ€umen saßen oder ein Lied von Helene Fischer sangen, was dieses Jahr anders war.

Man sieht an der Spitze im Juli des Jahres, dass aber das welke journalistische Fleisch noch ein letztes Mal beim Thema zuckte (die Werte waren zum Teil atemberaubend hoch), bevor die kollektive Amnesie einsetzte und niemand mehr irgendwas von Ozon lesen, erzÀhlen und wissen wollte.

Hohe Temperaturen – hohe Ozonwerte

Das ist sehr schade fĂŒr die Gesundheit der Menschen, weil die Ozon-Konzentrationen vor allem in diesem Sommer wieder besonders schĂ€dlich waren. FĂŒr hohe Ozonwerte in der Atemluft (ein aggressives Gift, was nichts mit dem guten Ozon weit oben zu tun hat, das sicherstellt, dass Boris Becker nicht nach 30 Sekunden, sondern nach zehn Minuten Sonnenbrand bekommt) helfen Sonne, hohe Temperaturen, Stickoxide und flĂŒchtige Kohlenwasserstoffe. Alles da in diesem Sommer.

Ozon hat die Besonderheit, dass der Tagesgang sich etwa an den Gang der Temperaturen anlehnt. Hier ist nun wieder unpraktisch, dass Schullaufbahnen heute ganz ohne Naturwissenschaften möglich und viele Medien leider ziemlich doof sind und gerne in Sommern wie diesen behaupten, dass es eine "Mittagshitze" gÀbe.


Das hat zur Folge, dass sich sportiv gesinnte Menschen gerne nach Feierabend auf die Straßen der Heimat begeben, joggen und Schlimmeres, um sich zu ertĂŒchtigen. Fußballtrainer setzen Spiele und Training fĂŒr Kinder und Jugendliche auf den Nachmittag und Abend an, weil dann ja die Mittagshitze vorbei sei.

Ein gefÀhrlicher Rat

Das ist alles sehr schade, weil die Höchsttemperaturen (und damit die höchsten Ozon-Konzentrationen) zwischen 17 und 18 Uhr stattfinden und die Werte dieses Sommers die Lungenfunktion von vielen empfindlichen Menschen – Asthmatikern, Senioren aber ganz besonders Jugendlichen teils chronisch geschĂ€digt haben werden.

Ja, theoretisch mĂŒsste sich an solchen Tagen der eine oder andere Gesundheitsminister vor eine Kamera stellen und davor warnen, all diese falschen Entscheidungen zu treffen. Aber dann mĂŒsste man auch sagen, dass es mit dem Ungesundsein schon bei 120 und nicht erst bei 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft losgeht, Leute wĂŒrden womöglich fragen, warum man bei den VorlĂ€ufersubstanzen nicht was mache und womöglich kĂ€me dann noch jemand mit einem Gesetz wie 1995.

Dann lieber nichts tun, denn die Leute, die ihr ganzes Leben etwas schwerer atmend verbringen, glauben sowieso eher, dass es an den Abgasen von Kreuzfahrtschiffen lÀge.

Wenn nun so ein Gesundheitsminister jemals sich zustĂ€ndig fĂŒhlen wollte fĂŒr die Information der Bevölkerung, könnte er auch im Sommer 2018 den Menschen erklĂ€rt haben, dass Ozon vor allem ĂŒber stĂ€dtische VorlĂ€ufersubstanzen gebildet werde, das Ozon aber weit aufs Land transportiert wĂŒrde und dort die ganze Nacht fast unverĂ€ndert bliebe, was manche nĂ€chtliche Atemnot in der Idylle erklĂ€ren wĂŒrde. Und dass die paradoxe Situation auftrĂ€te, dass dieselben VorlĂ€ufersubstanzen, die Ozon bilden, es auch wieder kaputt machen und deswegen die Luft der abendlichen Rushhour in Stadtzentren einerseits Stickoxide, aber kaum noch Ozon in sich hat, aber der Stadtpark in der Peripherie fĂŒr die Lunge ungesĂŒnder sei, auch noch um 20 Uhr, weil dort das Ozon immer noch da ist.

Aber wahrscheinlich will das niemand wissen, sonst wĂŒrde es der Gesundheitsminister an den besonders heißen Tagen mal erzĂ€hlt haben. Und so warten wir auf den nĂ€chsten Sommer mit chronischer SchĂ€digung von Lungen Jugendlicher. Wenn wir GlĂŒck haben, wird es dennoch ein SommermĂ€rchen.

Stickoxide? Reden wir ĂŒber Feinstaub!

Wir kommen zum Schluss zum grĂ¶ĂŸten Problem fĂŒr die Lufthygiene und die Gesundheit der Menschen in Deutschland: den Feinstaub.
Um den Feinstaub ranken sich viele Legenden, die von einer substanziellen Zahl von Menschen leider geglaubt werden. Dass die Vulkane böse seien, gerne auch Kreuzfahrtschiffe, man hat es auch mit den Dieselautos kurz probiert, ob nicht da was geht, hat dann aber rechtzeitig die Stickoxide gefunden, bevor Wissenschaftler mit zu viel Fakten sich laut gewundert hÀtten.

Nein, die alle sind nicht daran schuld, dass wir seit ein paar Jahren sehenden Auges, mit UnterstĂŒtzung von Steuergeldern und KfW, in eine lufthygienische Feinstaubkatastrophe marschieren: Es ist der Holzofen. Oder Komfortofen. Oder Kamin. Oder wie das Elend heißt, das in deutsche Wohngebiete die höchsten Feinstaubwerte seit vielen Jahrzehnten bringt, Tendenz weiter steigend.

Vor dem Boom der Feinstaubindustrie, der die Zahl der holzverbrennenden Stellen in wenigen Jahren vervielfacht hat, war das Verfeuern etwas fĂŒrs Land und fĂŒr arme Leute. Beides war nicht so problematisch fĂŒr die Lufthygiene in Deutschland, weil es zwar einerseits zum pittoresken Ortsbild eines winterlichen Tals in den Mittelgebirgen und Alpen gehört, dass an einem windstillen Morgen das ganze Tal durch die vier Bauern eingefeinstaubt wird, andererseits aber durch die eher dĂŒnne Besiedlung nicht so viele Menschen betroffen sind.

Das gilt auch fĂŒr Menschen, die Holz einfach als Billigbrennstoff nutzen, weil sie sich umweltfreundliche Brennstoffe wie Gas oder Heizöl, geschweige denn WĂ€rmepumpen und SolarunterstĂŒtzung nicht leisten können. Hier spielt feinstaubmindernd eine Rolle, dass viele arme Menschen in einer Situation zur Miete wohnen, in der sie – zum GlĂŒck fĂŒr die Gesundheit der Bevölkerung – nicht selber Holzöfen in der Mietwohnung in Betrieb nehmen können. Die Menschen, die seit jeher Einzelöfen hatten und diese weiter betrieben, waren in so geringer Zahl und nicht konzentriert, dass sie die Feinstaubwerte ĂŒber die Holzverbrennung nicht in astronomische Höhen bringen konnten.

Das China des Westens

All das hat sich in kurzer Zeit verĂ€ndert. Unbemerkt oder absichtlich ignoriert entwickelt sich Deutschland zu einem China des Westens, was den Feinstaub betrifft. Die Leute, die diese Katastrophe verantworten, profitieren von der oben erwĂ€hnten Historie, wo Luftmessstationen aufgestellt wurden: Verkehr, Industrie. Nicht: wo viele Leute auf einem Haufen wohnen, die ruhigen Quartiere mit den BĂ€umen und Trampolinen, wo öfter nachts Feinstaubwerte herrschen, die auch geĂŒbte Chinesen aufmerken ließen.

Deswegen kann man lesen, dass nun der Feinstaub zwar kaum noch weniger wĂŒrde, aber schon noch alles okay sei. Es ist nur okay, weil nicht dort gemessen wird, wo das Desaster stattfindet.

Dennoch kann man immer wieder den Holzofenfeinstaub aus den Wohngebieten ablesen, wenn er zu den Straßenmessstandorten transportiert wird. Quartiernahe Messstellen, die frĂŒher im Schnitt zwei Peaks hatten zwischen Montag und Freitag zur Rushhour morgens und abends, haben inzwischen eine Ruß-hour vor allem Freitag- und Samstagabend, wenn der Familienvater, der so aussehen möchte wie der Kaminofenbesitzer im Baumarktprospekt, zur umweltfrevelnden Tat schreitet.

Welchen Einfluss ein einzelner Feinstaubproduzent hat, sieht man an den Messwerten an einer der wenigen wohngebietsnahen Messstationen in der Konstanzer Wallgutstraße, ein Beispiel vom FrĂŒhling, gemessen wird PM10 (Feinstaubpartikel bis 10 Mikrometer, passt supi in Ihre Lungen):

Feinstaub-Messwerte an der an der Messstation Wallgutstraße in Konstanz Anfang April 2018.
Feinstaub-Messwerte an der an der Messstation Wallgutstraße in Konstanz Anfang April 2018. (Quelle: www.ostluft.ch/Archiv)

Das ist einer. Es ist aber in vielen Wohngebieten nicht mehr einer. Es sind viele. Sie merken es selbst: Es stinkt wieder abends in Deutschland und hört nachts nicht auf. Die nĂ€chtlichen Werte beim Feinstaub gehen je nach Holzofendichte öfter auch auf 700–800 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und noch höher.

#Reichenfeinstaub

Da offiziell genau dort nicht gemessen wird, wo alles am schlimmsten ist, mĂŒssen Wissenschaftler auf die Privatinitiative von luftdaten.info zurĂŒckgreifen, von denen man aber gar nicht so viel hört, was diese Werte betrifft. Die Initiative mit Stuttgarter Wurzeln war ausgezogen, es den Automobilherstellern so richtig zu zeigen und den abgeregelten Katalysator in den dunklen Nebenstraßen der EinfamilienhĂ€usle aufzuspĂŒren. Sie fanden nichts von alledem, auch wenn sie in Tweets immer noch aufgeregt genau darĂŒber raunen, sondern immer nur Feinstaub aus der Holzverbrennung, oft auch den selbst erzeugten. Denn im Unterschied zu frĂŒher ist das Verbrennen von Holz heute keine Armeleutesache mehr, sondern ein Lifestyle-Gadget eines gelangweilten gehobenen Mittelstandes, dem ein Radiator mit dem Danfossdings zu sehr 80er war. Es ist hĂ€ufig #Reichenfeinstaub, der die nĂ€chtliche Luft in Deutschland so ungesund macht wie seit Jahrzehnten nicht.

Bewegt sich an manchen Tagen beim Wetter nichts, breitet sich der Holzofenfeinstaub flĂ€chendeckend aus. Die Holzöfen haben Luftverschmutzung demokratisiert, es gibt keine Reinluftgebiete mehr, wie man an der Karte der Überschreitungstage des 24-Stunden-Grenzwerts von 50 Mikrogramm fĂŒr dieses Jahr in Niedersachsen sieht. Nur die Orte fallen auf, wo extreme VerkehrsnĂ€he plus Holzofenfeinstaub kombiniert auftreten. Aber dicke Luft gibt’s auch in den einheimischen PrĂ€rien und auf den ostfriesischen Inseln, weil ja Holzöfen so gemĂŒtlich sind:

Die Karte zeigt die Überschreitungstage des 24-Stunden-Grenzwerts von 50 Mikrogramm fĂŒr Feinstaub fĂŒr 2018 in Niedersachsen
Die Karte zeigt die Überschreitungstage des 24-Stunden-Grenzwerts von 50 Mikrogramm fĂŒr Feinstaub fĂŒr 2018 in Niedersachsen (Quelle: https://www.umwelt.niedersachsen.de/themen/luft/luen/aktuelle_messwerte/)

Zum großen GlĂŒck fĂŒr die hölzerne Feinstaubindustrie gibt es wie erwĂ€hnt kaum Messungen in den verseuchten Wohngebieten und vor allem keinen Stundengrenzwert, der irgendwelche Alarmglocken auslösen mĂŒsste. Konzeptionell war der frĂŒher nicht nötig, weil in den vorsteinzeitlichen Jahren bis vor Kurzem die Hauptfeinstaubquellen nicht extrem ĂŒber den Tag variierten.

Heute ist das anders, aber im 24-Stunden-Schnitt werden Extremwerte abends und nachts durch geringere Werte tagsĂŒber, wenn die verhinderten Pfadfinder bei der Arbeit sind und die Umwelt nicht sinnlos verschmutzen können, kompensiert. Manche BundeslĂ€nder weisen die Stundenwerte vorsichtshalber gar nicht aus, diese extrem hohen Balken zu einer Zeit, wenn nachts Menschen auch gerne bei offenen Fenstern gesund schliefen, sehen einfach nicht gut aus.

Aufgepasst ĂŒbrigens bei den Daten von luftdaten.info: Bei Nebel laufen die Angaben völlig aus dem Ruder, weil auch die Nebeltröpfchen mitgezĂ€hlt werden, deswegen sind bei hohen Luftfeuchtigkeiten die Werte unbrauchbar. Ein Software-Update könnte das beheben, aber wie wir wissen: Das dauert manchmal.

Die grĂ¶ĂŸte lufthygienische Sauerei

Wie konnte es so weit kommen, dass eine zu Recht verpönte, fĂŒr die Katastrophe des London-Smog verantwortliche, unendlich dreckige Steinzeittechnologie cool wurde?

Man muss einerseits Respekt haben vor den PR-Agenturen der Firmen, die die Feinstaubschleudern verkaufen und eine Katastrophe zu einem Segen umgelogen haben: Nachhaltig sei es, sauber sowieso. Eines der großen Probleme bei der Lösung der selbst gemachten Feinstaubkatastrophe ist die abseitige Selbstwahrnehmung der Holzofenbesitzer, dass sie ganz toll seien und es der Mineralölindustrie mal so richtig zeigen wĂŒrden. Schon die Behauptung mit der CO-NeutralitĂ€t ist eine LĂŒge, weil Holz und Pellets nicht von selbst in den heimischen Ofen fliegen und die Anwohner rumĂ€nischer Kahlschlaggebiete hĂ€tten sicher auch deutliche Meinungen, wie sie das falsche gute Gewissen der Holzofenbesitzer beurteilen.

Aber es geht hier ohnehin nicht um CO. Es geht um Feinstaub in katastrophalem Ausmass. Holz zu verbrennen, ist die grĂ¶ĂŸte Sauerei, die man heute lufthygienisch veranstalten kann, wie man unschwer sehen kann:

Feinstaubausstoß verschiedener Heizanlagentypen im Vergleich.
Feinstaubausstoß verschiedener Heizanlagentypen im Vergleich. (Quelle: https://www.fluessiggas-portal.de/Downloads/PDF-Dateien/Fluessiggas-Umwelt-und-Klimakompass)

Ich habe hier Pellets genommen, von denen viele Menschen glauben, dass man deren Abgase auch direkt ins Kinderzimmer leiten könnte, weil man ja so nichts riecht. Der Balken wĂ€re fĂŒr normales Holz noch mal mindestens doppelt so hoch, bei feuchtem Holz, weniger als zwei Jahre gelagert, auch vielfach höher.

Das Verbrennen von Holz ist auch bei anderen Schadstoffen fĂŒhrend, wie diese etwas ausfĂŒhrlichere Tabelle zeigt. Verglichen wird mit Erdgas und Heizöl (HEL), Sie können sich die Dinge mit Suchmaschinenhilfe selber erschließen, um den Text nicht noch lĂ€nger zu machen.

Ausstoß unterschiedlicher Schadstoffe aufgeschlĂŒsselt nach EnergietrĂ€gern und Art der Verbrennung.
Ausstoß unterschiedlicher Schadstoffe aufgeschlĂŒsselt nach EnergietrĂ€gern und Art der Verbrennung (Originaldokument: https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/dokumente/luft/fachinfo-daten/faktenblatt_emissionsfaktorenfeuerungen.pdf.download.pdf/faktenblatt_emissionsfaktorenfeuerungen.pdf). (Quelle: https://www.bafu.admin.ch)

Neben der ProfessionalitĂ€t der Werber ist auch eine völlige Ignoranz der meisten Politiker nötig gewesen, um Deutschland in Sachen Lufthygiene in Wohngebieten ins Mittelalter zurĂŒckzuwerfen. Das vordergrĂŒndige CO-Argument ĂŒberdeckte alles und das Verbrennen von Holz ist vielleicht der letzte parteiĂŒbergreifende Konsens, den es gibt.

Die AfD wird die ÄnĂ€rrgie aus dem doitschen Wald schĂ€tzen, und Teile der ökologischen Bewegung haben Übung darin, wie bei der Impfverweigerung die vermeintliche Rettung der Welt ĂŒber die Interessen der Gesundheit der eigenen Kinder zu stellen. Und so wird wieder Holz verbrannt, so viel wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Und die Menschen haben vor allem abends und nachts, wenn sie empfindlich sind, schlafen, tief atmen und ĂŒber viele Stunden dem Feinstaub ausgesetzt sind, die ungesĂŒndeste Luft seit Generationen.

Denn die Schnappatmer bezĂŒglich der Feinstaubwerte am Stuttgarter Neckartor vergessen gerne, dass dort nicht Babys stationĂ€r ihr Bettchen haben, tagsĂŒber einen Meter neben der Fahrbahn.

Feinstaubschleuder – Giftschleuder

VerschĂ€rfend kommt hinzu, dass die sich als Retter des Abendlandes fĂŒhlenden Holzofenbesitzer es gerne nicht so genau nehmen, was alles in den Holzofen geworfen wird. Das Seveso-Gift Dioxin ist in deutschen Wohngebieten seit dem Holzofen-Boom wieder ein Thema. Wer einen einschlĂ€gigen Nachbarn hat, kann ein Lied davon singen, was heute alles via Holzofen entsorgt wird. Die Feinstaubschleuder ist oft auch eine Giftschleuder.

Weil die Holzofenbesitzer aber ihren Prospekt gelesen haben, haben sie dummerweise auch ein total selbstbewusst gutes Gewissen. Sie vergleichen den Feinstaub immer nur bezĂŒglich der Emissionen und zitieren, was wo auf welcher Strecke ausstĂ¶ĂŸt zum Vergleich, was in Wahrheit fĂŒr die Atemluft völlig irrelevant ist (so kommt es auch zur gerne genommenen LĂŒge, dass ja Kreuzfahrtschiffe fĂŒr unsere Gesundheit ganz furchtbar seien) – der Holzofenbesitzer macht seinen Wohnort zu einem ungesunden Umfeld fĂŒr seine Mitmenschen, weil die Kaminhöhe bei HĂ€usern nicht fĂŒr solch große Sauereien gemacht ist. Deswegen ist es auch lufthygienisch gesĂŒnder, neben einem Braunkohlekraftwerk oder einer MĂŒllverbrennung zu wohnen als neben einem Komfortofenbesitzer.

Es ist wie bei einer Sekte: Wenn der Guru verhaftet wird, weil er alle abgezockt hat, stellen sich die Sektenmitglieder noch mehr hinter ihn, weil man nicht wahrhaben möchte, dass man nach Strich und Faden – pardon – verarscht wurde.

So werden auch die meisten Holzofenbesitzer auf diesen Text reagieren, indem sie nicht wahrhaben wollen, dass sie inzwischen das grĂ¶ĂŸte Umweltproblem Deutschlands sind, was Lufthygiene angeht. Sie werden mit rußigem Schaum vor dem Mund Prospekte zitieren und manche werden im Ernst sagen, dass es ihnen vollkommen wurscht ist, wie es dem Asthmakind nebenan geht, aber nie und nimmer fossile Brennstoffe ins Haus kĂ€men. Die in Aussicht gestellten Grenzwerte werden ohne große Wirkung sein und gelten gerade nicht fĂŒr die kleinen Altanlagen, die am dreckigsten sind. Die explosive Zunahme der Zahl der Öfen fĂŒhrt solche Versuche, irgendwas mit lustigen Emissionsgrenzwerten zu erreichen, von vornherein ad absurdum.

Totstellen, ĂŒberrascht sein, verbieten

Die Politik wird die Sanierung des Elends voraussichtlich nach folgendem Masterplan abwickeln:

1. Totstellen. Alle finden’s gut und es sind alles WĂ€hler, die mit den Holzöfen. Und nicht die armen, die eh nicht gehen.

2. Die EU handelt, man sieht schon die Vorzeichen in den Medien, die man in der EU-Kommission so liest:

3. Deutschland ist ĂŒberrascht. Große Diskussion in den Gremien: Wir haben das gefördert, jetzt können wir nicht denen sagen, dass das völliger Schwachsinn war, was tun?

4. So tun, als ob man mit Grenzwerten irgendwas retten könnte und irgendwas ankĂŒndigen, was sich gut anhört.

5. Die EU und Gerichte kĂŒndigen an, die Steinzeittechnologie fĂŒr privaten Gebrauch stilllegen zu wollen.

6. Deutschland ist ĂŒberrascht. Große Diskussion in den Gremien: Wer entschĂ€digt die Leute? Wir sollten mal die Hersteller fragen, ob die vielleicht wollen. Aber auf welcher Rechtsgrundlage?

7. Wir erlauben Holzheizungen nur noch in bestimmten Straßen, in denen wir aus nicht weiter bekannten GrĂŒnden glauben, dass dort noch was geht.

8. Holzverbrennung fĂŒr stationĂ€ren privaten Heizgebrauch verbieten.

In ein paar Jahrzehnten wird dann eine Umweltministerin stolz vor die Bundespressekonferenz treten und sagen, dass man nun beim Feinstaub die Werte von 1995 erreicht habe und stolz sei auf das Erreichte fĂŒr die Gesundheit der Menschen. Die WĂ€hler werden stolz und dankbar sein. Im Briefkasten ist ein Prospekt fĂŒr Haussickergruben.

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