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Brand in Notre-Dame: Hat die Pariser Feuerwehr richtig gehandelt?


Hat die Pariser Feuerwehr richtig gehandelt?

  • Markus Abrahamczyk
Von Alexandra Grossmann, Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 17.04.2019Lesedauer: 4 Min.
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Feuerwehrleute laufen zum Einsatz: Hunderte Rettungskräfte haben den Brand der Notre-Dame eingedämmt.
Feuerwehrleute laufen zum Einsatz: Hunderte Rettungskräfte haben den Brand der Notre-Dame eingedämmt. (Quelle: Benoit Moser/ap-bilder)
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Hunderte Feuerwehrmänner, meterlange Gerätschaften, Überwachungsteams mit Lasern und ein Roboter: Wie es den Rettungskräften gelang, den spektakulären Brand von Notre-Dame zu löschen.

In einer dramatischen Rettungsaktion haben rund 400 Feuerwehrleute in der Nacht zum Dienstag das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame eingedämmt. Gegen 3.30 Uhr kam die Entwarnung, die Einsatzkräfte hatten die Flammen unter Kontrolle. Zwei Polizisten und ein Feuerwehrmann wurden leicht verletzt.


Der Tag nach dem Flammeninferno

Am Montagabend sah man aus der Distanz die ikonische Silhouette der Kathedrale Notre-Dame in Flammen stehen. Rauch zog durch Paris. Die Kirche, deren Umriss man auf der ganzen Welt kennt, leuchtete orangefarben.
So sieht die Kirche am Morgen danach aus. Das Feuer ist unter Kontrolle, die steinernen Teile der Kirche stehen noch.
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"Man kann davon ausgehen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist", sagte der Leiter der Einsatzkräfte Jean-Claude Gallet am Morgen in der französischen Hauptstadt. Er schloss jedoch nicht aus, dass noch Teile des Gebäudes einstürzen können. Derzeit sind die Feuerwehrleute damit beschäftigt, die letzten Brandherde an der gotischen Kirche zu kühlen.

Berufsverkehr behinderte die Löschfahrzeuge

Laut der Feuerwehr war der Brand am Montag gegen 18.50 Uhr ausgebrochen. Die Rettungskräfte rückten aus, nachdem die Feuermelder der Brandsicherung den Alarm ausgelöst hatten. Unter dem Applaus der Menge waren die Männer angerückt. Es gab Kritik, sie seien erst spät gekommen. Offenbar wurden die Löschfahrzeuge durch den Pariser Berufsverkehr aufgehalten.

Vor Ort fanden sie extrem schwierige Bedingungen vor: Zwar gab es detaillierte Pläne des Gebäudes, doch das Feuer hatte sich bereits im Dachstuhl ausgebreitet und im Innenraum der Kirche eine so starke Hitze entwickelt, dass dort Löscharbeiten nicht möglich waren.

Twitter-Rat von US-Präsident Trump

Die Holzbalken brannten, der zentrale Spitzturm brach ein – es ging nun vor allem darum, die beiden zentralen, tonnenschweren Türme mit ihren berühmten Fenstern zu retten.

US-Präsident Trump twitterte, die Franzosen sollten schnell handeln und ein Löschflugzeug zum Einsatz bringen – dies lehnte die Feuerwehr aber ab: "Ein solches Flugzeug lässt etwa 6.000 Liter Wasser fallen", sagte Leutnant Arnaud Blondiau von der Feuerwehr-Gewerkschaft. "Das würde das gesamte Gebäude zum Einsturz bringen."

Der Wind erschwerte die Löscharbeiten

Es sei vor allem um die Frage gegangen, möglichst schnell die Oberhand über das Feuer zu gewinnen, sagte der Sprecher der Pariser Feuerwehr, Oberst Gabriel Plus, der Tageszeitung "Le Figaro". "Wir mussten hier sehr schnell die richtigen Entscheidungen treffen. Der Wind und die hydraulischen Mittel mussten berücksichtigt werden, die Zeit spielte gegen uns."

Der Plan der Feuerwehr richtete sich nach internen Richtlinien, so Blondiau: "In solch einem Fall priorisieren wir. Erst kommen die Menschen, dann die Gegenstände, dann die Umgebung." Beim Brand der Kathedrale sei es auch um die Rettung der Kunstwerke gegangen.

So entwickelte sich das Feuer in Notre-Dame.
So entwickelte sich das Feuer in Notre-Dame. (Quelle: Google Earth/t-online.de)

Ein Roboter ersetzt die Männer

"Zunächst haben wir alle Mittel und Männer eingesetzt, um die Glockentürme zu schützen und Kunstwerke aus der Kirche zu holen", erläutert Plus die Ereignisse der Nacht. "Von dem Moment an, als wir feststellten, dass der Spitzturm bedroht ist, konzentrierten wir uns auf die Außenseite der Kathedrale. Alle Männer mussten sich entfernen und wir setzten einen Roboter ein, der der Temperatur im Kirchenschiff standhalten konnte."

Auch die schiere Größe der Notre-Dame war eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte: Das Gebäude misst auf der Höhe der Türme 69 Meter und auf der Turmspitze 93 Meter, sagte Laurent Vibert, ehemaliger Kommandant der Rettungsaktionen der Feuerwehrleute von Paris, dem Radiosender Europe 1. "In diesem Fall müssen wir mit Aufzügen und Gondeln arbeiten, an denen hydraulische Hilfsmittel angebracht werden müssen, um das Feuer einzudämmen. Die Gelenkarme unserer Wagen erreichen jedoch nur 45 Meter", so Vibert.

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Überwachungsteams mit Lasern

In den kommenden Stunden und Tagen wird das Feuer weiter beobachtet. "Wir wollen sicher gehen, dass keine Feuerherde mehr aufflammen", sagte Vibert. "Zudem gibt es Überwachungsteams, die mit Lasern arbeiten, um gefährdete Stellen zu finden und um zu gewährleisten, dass sich die Struktur nicht bewegt."


Derzeit wird ein Gerüst um die Notre-Dame errichtet. Die Feuerwehrleute wollen das Gebäude nach und nach vorsichtig abkühlen.

Die Schwierigkeiten der Löschaktion

  • Rund 400 Feuerwehrleute, außerdem weitere Spezialkräfte: Das ist erstmal ein großes Aufgebot. Aber Wege, Aufgaben und Einsätze müssen koordiniert werden. Außerdem müssen frische Kräfte die erschöpften Kollegen ablösen.
  • In so einem Fall tritt – nach der Schwere des Unglücks abgestuft – ein Notfallplan in Kraft. Beispielsweise können Freiwillige Feuerwehren hinzugezogen werden, um die Wachen zu besetzen und auch auf andere Notfälle reagieren zu können. Beim Brand in Paris waren auch Kräfte aus umliegenden Städten im Einsatz.

Die besonderen Schwierigkeiten historischer Gebäude wie Notre-Dame

  • Der Dachstuhl bestand aus Unmengen von uraltem, staubtrockenen Holz.
  • Dort gab es nicht vergleichbare Anlagen zu Brandschutz und -bekämpfung wie in einem modernen Gebäude. Dadurch entwickelte sich eine enorme Hitze.
  • Der verbaute Naturstein des Gebäudes hatte sich stark erhitzt. Kaltes Löschwasser könnte in diesem Fall eine zerstörerische Wirkung haben: Der Stein könnte zerspringen, das Gebäude in sich zusammenstürzen. Die Feuerwehr musste deshalb sehr gezielt vorgehen, großflächiges Löschen war nicht möglich. Wegen starker Rauchentwicklung war wiederum nur schwierig zu erkennen, wo gelöscht werden musste.
  • Normalerweise versucht die Feuerwehr, nach innen zu kommen und dort den Brand zu bekämpfen. Das ist in so einem Gebäude aber fast unmöglich. Stattdessen mussten die Einsatzkräfte versuchen, das Feuer von außen unter Kontrolle zu bekommen – aber eben sehr gezielt statt großflächig.
  • Eine Taktik in solchen Fällen kann lauten: Einzelne Bereiche eines Gebäudes gibt man auf, um andere zu erhalten. Im Fall eines so bedeutsamen Gebäudes wie der Kathedrale von Notre-Dame war das natürlich keine Option. Dennoch wurden auch hier Prioritäten festgelegt: Zunächst versuchte man die beiden Türme zu retten, damit deren tonnenschwere Glocken nicht herabstürzen. Außerdem wollte man so viele Kunstschätze vor den Flammen retten wie möglich.

Dann kommen noch einige spezifische Schwierigkeiten hinzu

  • Das Gebäude liegt auf einer Seine-Insel, der Île de la Cité, die von den Löschzügen nur über Brücken erreichbar und dicht bebaut ist. Deshalb kamen außerdem ein Hubschrauber und zwei Löschboote zum Einsatz.
  • Auch die Höhe des Gebäudes machte den Einsatz besonders schwierig: Die Kräne der Löschzüge reichen bis auf gewaltige 45 Meter hinauf – die Türme von Notre-Dame waren aber für sie unerreichbare 93 Meter hoch. Hinzu kommt die gewaltige Größe der Kathedrale: Notre-Dame bietet Platz für 10.000 Personen.

Die Katastrophe von Notre-Dame: Gegen einen Brand wie diesen kann die Feuerwehr kaum etwas ausrichten, sagen Experten.

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Verwendete Quellen
  • "Le Figaro": Comment les pompiers interviennent sur place
  • "Europe 1": Pourquoi le feu est-il sie difficile à maîtriser?
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