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Argentinien und Uruguay: Stromausfall trifft Millionen Menschen


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Mega-Blackout – plötzlich standen die Züge still

Von dpa, pdi, dru, aj

Aktualisiert am 16.06.2019Lesedauer: 3 Min.
Verkäufer in einem Geschäft in Buenos Aires: Von dem Stromausfall waren Millionen Menschen betroffen.
Verkäufer in einem Geschäft in Buenos Aires: Von dem Stromausfall waren Millionen Menschen betroffen. (Quelle: Agustin Marcarian/Reuters-bilder)
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Ein massiver Stromausfall trifft halb Südamerika. In Argentinien und Uruguay bleibt es am Sonntagmorgen vielerorts dunkel. Millionen Menschen sind betroffen. Nur langsam entspannt sich die Lage.

Züge blieben stehen, U-Bahnen fuhren nicht mehr, die Ampeln fielen aus: Nach dem morgendlichen Zusammenbruch des argentinischen Stromnetzes, der auch das Nachbarland betraf, normalisierte sich die Energieversorgung allmählich wieder, wie die Behörden mitteilten. Seit Sonntagabend hätten etwa 90 Prozent der Haushalte in Argentinien und fast ganz Uruguay und Paraguay nach mehreren Stunden wieder Strom, wie die Behörden in den drei benachbarten Ländern mitteilten. Die Ursache für den massiven Stromausfall blieb zunächst ungeklärt.

Ganz Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbundsystem ohne Elektrizität, hatte der argentinische Energieversorger Edesur am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Twitter mitgeteilt. Argentinien hat mehr als 44 Millionen Einwohner, Uruguay rund 3,3 Millionen.

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Laut Edesur begann der Blackout um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ), gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Winter, zum Teil wird auch mit Strom geheizt. Die Ursache der Havarie war zunächst noch unklar.

Cyberattacke nicht ausgeschlossen

Das System sei automatisch abgeschaltet worden, weil eine Destabilisierung der Spannung wahrgenommen wurde, erklärte Lopetegui auf einer Pressekonferenz. An einem Sonntag ohne extreme Temperaturen verfüge das Netz über eine Stromreserve von 20 Prozent, daher sei die allgemeine Abschaltung nicht normal gewesen. Lopetegui schloss einen Hacker-Angriff nicht aus, hielt aber eine Cyberattacke nicht für die prioritäre Hypothese. Ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen werde erst in sieben bis zehn Tagen feststehen.

Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires begann der Strom nach einigen Stunden wieder zu fließen. Acht Stunden nach dem Blackout waren 56 Prozent der Kunden in Argentinien wieder an die Stromzufuhr angeschlossen, erklarte Lopetegui. Die Normalisierung sollte noch mehrere Stunden dauern.

Ausfall in beispiellosem Ausmaß

Argentinien, wo im Herbst Präsidentschaftswahlen stattfinden, leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Infrastruktur gilt als marode. Lokale Stromausfälle sind häufig – allerdings eher in den Sommermonaten, wenn Klimaanlagen die Netze überlasten. Der Unterstaatssekretär für Zivilschutz, Daniel Russo, sagte in Radio Mitre, dies sei ein Ausfall in einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß.

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In vier argentinischen Provinzen standen am Sonntag Gouverneurswahlen an. In Santa Fé, San Luis und Formosa wurde der Beginn durch den Stromausfall verzögert. In Feuerland gab es keinen Ausfall.

Züge stoppten abrupt

Entgegen der Mitteilung von Edesur war der Ausfall in Argentinien anscheinend nicht flächendeckend. Die Zeitung "La Nación" berichtete von Ausfällen in der Hauptstadt Buenos Aires und in verschiedenen Provinzen des Landes. Die Tageszeitung "Clarín" meldete, Züge seien abrupt gestoppt worden, und auch die Metro funktionierte nicht. Die Verkehrsampeln blieben aus. Die meisten Krankenhäuser versorgten sich anscheinend über Generatoren.

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Der uruguayische Versorger UTE meldete auf Twitter, dass ein Schaden im argentinischen Netz sich auf das Verbundsystem ausgewirkt habe, so dass das eigene Staatsgebiet ganz ohne Strom war. Nach rund drei Stunden sei der Versorgung nördlich des Río Negro, an Teilen der Südküste und im Großraum Montevideo wieder hergestellt worden.

Ausfälle auch in Nachbarländern

Nach Medienberichten gab es auch in Teilen Brasiliens, Chiles und Paraguays Stromausfälle. Das Departement Misiones im Süden Paraguays konnte nach 40 Minuten wieder angeschlossen werden, weil das Netz mit dem brasilianischen Wasserkraftwerk Itaipú verbunden wurde. Aus Chile berichtete der Sender Radio Cooperativa, dass sich der dortige Stromausfall schon vor dem argentinischen ereignet habe und behoben wurde.

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Uruguay ist mit Argentinien über das gemeinsame Kraftwerk Salto Grande auf dem Uruguay-Fluss verbunden, 350 Kilometer nördlich von Buenos Aires. Paraguay teilt sich mit Argentinien das Kraftwerk Yaciretá auf dem Paraná-Fluss.


Auf Twitter äußerten sich Betroffene unter Hashtags wie "SinLuz" (Ohne Licht). Einige zogen Vergleiche zum darniederliegenden Krisenland Venezuela, wo es in jüngster Zeit immer wieder Stromausfälle gab. "Mit (Präsident) Macri sind wir lediglich Venezuela", schrieb ein Nutzer. Andere fragten, wie es sein könne, dass das Internet funktioniere, obwohl kein Strom da sei. Wieder andere mahnten, vorsichtig zu fahren.

Südlich von Buenos Aires an der Küste sei es kalt, berichtete die Augenzeugin Sara der Deutschen Presse-Agentur. Die Ampeln funktionierten nicht, auch könne man nicht tanken. "Es ist sehr merkwürdig, so massiv war es noch nie", sagte die junge Frau.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bericht der BBC
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