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Explosion in Beirut: Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit aufgenommen

Suche nach Ursache  

Explosion in Beirut: Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit

06.08.2020, 08:20 Uhr | dpa, aj

Schwere Explosionen in Beirut fordern Tote und Tausende Verletzte

Zwei schwere Explosionen haben am Dienstagabend (Ortszeit) Beirut erschüttert. Zahlreiche Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Bilder aus der libanesischen Hauptstadt zeigen die Detonationen und die Wucht der Zerstörung. (Quelle: t-online.de)

Aufnahmen aus dem Libanon: Bei einer starken Explosion in Beirut sind zahlreiche Menschen gestorben – es gab Tausende Verletzte. (Quelle: t-online.de)


Wie konnte es zu der verheerenden Detonation in Libanons Hauptstadt kommen? Eine Untersuchungskommission soll in wenigen Tagen erste Ergebnisse vorlegen. Kritiker sehen Fahrlässigkeit als Ursache.

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten geht die Suche nach der Ursache der Detonation weiter. Vieles spricht für ein Unglück in Folge von Fahrlässigkeit. Möglicherweise wurde die Explosion durch eine große Menge Ammoniumnitrat ausgelöst, die seit Jahren ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen von Beirut gelagert worden sein soll – Kritiker sehen auch ein Versagen der politischen Führung des Landes. Die Chemikalie wird vor allem als Düngemittel verwendet. Sie führte schon mehrmals zu tödlichen Explosionen und wurde auch bei Anschlägen eingesetzt.

Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett nun innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht zur Ursache der Detonation vorlegen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will an diesem Donnerstag bei einem kurzfristig angesetzten Besuch in Beirut mit führenden Politikern des Landes zusammenkommen. Unter ihnen sind laut Medien Staatspräsident Michel Aoun und Regierungschef Hassan Diab.

Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus – so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten. Am Mittwochabend traf eine Maschine mit Hilfsgütern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein. Dem Land fehlen unter anderem medizinische Güter. Nach Angaben von Gesundheitsminister Hassan Hamad kamen am Dienstag mindestens 135 Menschen ums Leben, etwa 5.000 weitere wurden verletzt. Unter den Trümmern werden weitere Vermisste vermutet.

Libanon leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise

Die heftige Detonation am Dienstag zerstörte große Teile des Hafens, der für die Versorgung des Landes zentral ist. Beobachter warnen, die Versorgungskrise in dem Land am Mittelmeer könnte sich weiter verschärfen, da es stark von Importen abhängig ist. Die Detonation zerstörte auch Getreidesilos im Hafen. Auch die umliegenden Wohngebiete wurden stark beschädigt.

Der Libanon leidet seit Monaten ohnehin schon an einer schweren Wirtschaftskrise, die große Teile der Bevölkerung in die Armut getrieben hat. Präsident Aoun bat deshalb die internationale Gemeinschaft um schnelle Hilfe für sein Land.

Die großen Schäden am Beiruter Hafen könnten sich nach UN-Angaben auch auf die Lage vieler Menschen im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien auswirken. Der Hafen werde zum Umschlag von humanitären Hilfsgütern für das Bürgerkriegsgebiet genutzt, sagte ein Sprecher am Mittwoch in New York. "Dies wird unsere Fähigkeit zur Unterstützung in Syrien beeinträchtigen."

Macron, der bisher in Südfrankreich Ferien macht, hatte bereits unmittelbar nach der Katastrophe im Hafen von Beirut Unterstützung zugesagt. In Frankreich, das als frühere Mandatsmacht immer noch eng mit dem Libanon verbunden ist, löste die Katastrophe Trauer und Entsetzen aus. Macron will nun nach eigenen Angaben eine "Botschaft der Brüderlichkeit und der Solidarität der Franzosen" überbringen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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