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Gigantische Verw├╝stung nach Tornados - Dutzende Tote

Von dpa
Aktualisiert am 12.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Besch├Ądigte Fahrzeuge und pers├Ânliches Eigentum sind ├╝ber ein weites Gebiet entlang der Kentucky 81 in Bremen, Kentucky, verstreut.
Besch├Ądigte Fahrzeuge und pers├Ânliches Eigentum sind ├╝ber ein weites Gebiet entlang der Kentucky 81 in Bremen, Kentucky, verstreut. (Quelle: Greg Eans/The Messenger-Inquirer via AP/dpa./dpa)
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Mayfield (dpa) - Nach den verheerenden Tornados in den USA mit vermutlich Dutzenden Toten suchen Rettungsmannschaften weiter nach ├ťberlebenden.

Besonders schwer betroffen ist der Bundesstaat Kentucky, dessen Gouverneur Andy Beshear am Samstag mit Blick auf die Zerst├Ârung sagte: "Wir sind Ground Zero." Er sei sich sicher, dass die Zahl der Toten alleine in seinem Bundesstaat im S├╝dosten der Vereinigten Staaten 70 ├╝bersteigen werden. "Sie k├Ânnte sogar ├╝ber 100 liegen." Die Nacht zu Samstag sei "eine der h├Ąrtesten" in der Geschichte Kentuckys gewesen. "Ich glaube, dass dies der t├Âdlichste Tornado sein wird, der jemals durch Kentucky gezogen ist."

Schneise der Verw├╝stung

Die Tornados hinterlie├čen in Kentucky ├╝ber 200 Meilen (320 Kilometer) hinweg eine Schneise der Verw├╝stung. "Alles in ihrem Pfad ist weg. H├Ąuser, Gesch├Ąfte, Regierungsgeb├Ąude - einfach weg. Teile von Industrieanlagen, D├Ącher sind in B├Ąumen. Es ist schwer vorstellbar, dass das ├╝berhaupt m├Âglich ist", sagte Beshear. "Die Verw├╝stung ist mit nichts zu vergleichen, was ich in meinem Leben gesehen habe, und ich habe M├╝he, es in Worte zu fassen."

Die Tornados verwandelten unter anderem eine Kerzenfabrik in Mayfield in ein Tr├╝mmerfeld - dort wurde wegen des Hochbetriebs zur Weihnachtszeit in der Nacht zu Samstag gearbeitet. Nur 40 der rund 110 Menschen in der Fabrik seien gerettet worden, sagte der Gouverneur. Wo einst die Fabrik gestanden habe, liege jetzt ein mehr als vier Meter hohes Tr├╝mmerfeld mit Metallschrott und Autowracks. "Es w├Ąre ein Wunder, w├╝rde dort jemand lebendig gefunden."

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"Es wird eine harte Nacht"

Beshear schwor die Menschen im Katastrophengebiet angesichts von Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt und gro├čfl├Ąchigen Stromausf├Ąllen auf schwierige Stunden ein. "Es wird eine harte Nacht f├╝r viele Menschen in Kentucky werden", sagte er. Dem Gouverneur drohte zwischenzeitlich die Stimme zu versagen - etwa, als er von dem Heimatort seines Vaters namens Dawson Springs erz├Ąhlte. "Einen Block von dem Haus meiner Gro├čeltern steht kein Haus mehr", sagte Beshear. "Und wir wissen nicht, wo all diese Menschen sind."

Die Rentnerin Lori Wooton aus Dawson Springs sagte CNN, sie habe den Sturm in einem Schutzkeller ausgesessen. Drei oder vier Sekunden habe gro├če Krach geherrscht, dann sei der Tornado schon vorbei gewesen. "Aber als wir dann herauskamen und uns den Schaden ansahen, war es unglaublich, was in diesen drei bis vier Sekunden passiert ist."

Auch andere Regionen wurden von dem Sturmsystem getroffen. CNN berichtete von mehr als 30 Tornados in sechs Bundesstaaten. In f├╝nf davon - Kentucky, Missouri, Tennessee, Illinois, Kentucky und Arkansas - wurden Opfer verzeichnet. CNN meldete insgesamt mindestens 79 Tote. Es d├╝rften Tage vergehen, bis das volle Ausma├č der Katastrophe in den betroffenen Bundesstaaten bekannt wird.

Tote in Amazon-Verteilzentrum

In Illinois st├╝rzte das Dach eines Verteilzentrums des Online-H├Ąndlers Amazon teilweise ein. Dort starben sechs Menschen, 45 Personen wurden nach Angaben der Feuerwehr aus den Tr├╝mmern gerettet. Amazon-Gr├╝nder Jeff Bezos ├Ąu├čerte sich best├╝rzt ├╝ber die "tragischen Berichte" aus Edwardsville. "Wir sind untr├Âstlich ├╝ber den Verlust unserer Teammitglieder", twitterte er in der Nacht zum Sonntag.

Das Sturmsystem ist die j├╝ngste einer ganzen Reihe von Naturkatastrophen in den USA. Die Vereinigten Staaten litten in diesem Jahr unter verheerenden St├╝rmen, schweren ├ťberflutungen und gro├čfl├Ąchigen Waldbr├Ąnden. US-Pr├Ąsident Joe Biden sieht in der H├Ąufung und Heftigkeit der Katastrophen eine Folge des Klimawandels, dessen Bek├Ąmpfung er zu einer seiner Top-Priorit├Ąten gemacht hat.

Biden sagt Hilfen zu

Biden sagte den von den Tornados betroffenen Bundesstaaten am Samstag Hilfe zu. "Ich verspreche Ihnen, was auch immer ben├Âtigt wird, die Bundesregierung wird einen Weg finden, es zu liefern", sagte der Pr├Ąsident bei einem kurzfristig anberaumten Auftritt in Wilmington (Delaware). Biden stimmte am Samstag einer Notstandserkl├Ąrung f├╝r den Bundesstaat Kentucky zu, der am schlimmsten von den Tornados heimgesucht wurde. Damit wird Hilfe des Bundes beschleunigt. Der Gouverneur hatte zuvor bereits den Notstand in Kentucky verh├Ąngt unddie Nationalgarde aktiviert.

Biden sagte, es sei noch nicht klar, welche konkrete Rolle der Klimawandel bei der j├╝ngsten Katastrophe gespielt habe. Die Erderw├Ąrmung trage aber zu Wetterextremen bei. "Also m├╝ssen wir handeln." Oberste Priorit├Ąt habe derzeit aber, "dass wir jeden retten m├╝ssen, der noch am Leben ist". Angesichts der Katastrophe wirf Biden seine Landsleute zur Geschlossenheit auf. "Wir werden das gemeinsam durchstehen", sagte er. "Dies ist einer der Momente, in denen wir weder Demokraten noch Republikaner sind."

Biden stellte einen Besuch im Katastrophengebiet in Kentucky in Aussicht. Er sagte aber, er wolle damit warten, bis er die Rettungsoperationen nicht behindere. Gemeinsam mit First Lady Jill Biden bete er f├╝r die Opfer und deren Angeh├Ârigen.

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