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Missbrauch: Epstein-Vertraute Maxwell schuldig

Von dpa
Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Ghislaine Maxwell (M) sitzt wÀhrend ihres Prozesses wegen Sexhandels im New Yorker Gerichtssaal.
Ghislaine Maxwell (M) sitzt wÀhrend ihres Prozesses wegen Sexhandels im New Yorker Gerichtssaal. (Quelle: Elizabeth Williams/AP/dpa./dpa)
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New York (dpa) - Die Ex-Partnerin des gestorbenen US-MultimillionÀrs Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist wegen Sexualverbrechen an MinderjÀhrigen schuldig gesprochen worden. Die zwölf Geschworenen des Prozesses vor einem New Yorker Gericht fÀllten ihr Urteil am Mittwoch nach mehrtÀgigen Beratungen.

Am Ende des seit November laufenden Prozesses stellten sie damit fest, dass Maxwell als Helferin des bis in höchste Kreise vernetzten GeschÀftsmanns Epsteins eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von MÀdchen spielte.

Es droht lange Haft

FĂŒr die VerkĂŒndung des Strafmaßes gab Richterin Alison Nathan zunĂ€chst keinen Termin bekannt. Maxwell drohen mehrere Jahrzehnte in Haft. Die 60-JĂ€hrige war in sechs Punkten angeklagt, unter anderem wegen Menschenhandels mit MinderjĂ€hrigen zu Missbrauchszwecken - in diesem und vier weiteren Anklagepunkten wurde sie schuldig gesprochen. Damit fĂ€llte die Jury - wie auch im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein vergangenes Jahr - einen Schuldspruch vor allem auf Basis von Aussagen weiblicher Opfer und nicht aufgrund eindeutiger sachlicher Beweise.

Maxwell nahm das Urteil laut einem Bericht der "New York Times" zunĂ€chst ungerĂŒhrt hin und trank danach einen Schluck Wasser. Sie habe den Gerichtssaal ohne weitere GesprĂ€che mit ihren AnwĂ€lten verlassen und dabei noch einen schnellen Blick auf ihre Geschwister geworfen, die bei dem Prozess im Stadtteil Manhattan anwesend waren. Maxwell hatte die VorwĂŒrfe stets zurĂŒckgewiesen und wĂ€hrend des Prozesses auf eine Aussage verzichtet.

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Der Missbrauch zahlreicher MinderjĂ€hriger durch Epstein und Maxwell soll ĂŒber Jahrzehnte auf dessen Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und auf den Virgin Islands stattgefunden haben. Der Fall schlug in den USA auch deshalb hohe Wellen, weil der schwerreiche Unternehmer mit Prominenten wie den Ex-PrĂ€sidenten Bill Clinton und Donald Trump, MilliardĂ€r Bill Gates und dem britischen Prinzen Andrew bekannt war. Eine frĂŒhere Anklage gegen ihn mĂŒndete in einem fĂŒr Epstein sehr vorteilhaften Deal. SpĂ€testens dadurch wurde er zum Symbol einer gesellschaftlichen Elite, die mit allem durchkommt.

Berufung angekĂŒndigt

Sowohl die Verteidigung als auch Maxwells Familie kĂŒndigten nach dem Urteil Berufung an. "Wir glauben fest an die Unschuld unserer Schwester - wir sind sehr enttĂ€uscht von dem Urteil", teilten die Angehörigen mit, wie die britische Nachrichtenagentur PA in der Nacht zum Donnerstag meldete. "Wir haben heute Abend bereits mit der Berufung begonnen und sind der Überzeugung, dass ihr schließlich Gerechtigkeit widerfĂ€hrt." Auch Maxwells AnwĂ€ltin kĂŒndigte Berufung an. "Wir glauben fest an Ghislaines Unschuld", sagte Bobbi Sternheim.

Staatsanwalt Damian Williams teilte angesichts des Urteils hingegen mit, dass der Gerechtigkeit GenĂŒge getan worden sei. "Ich möchte den Mut der MĂ€dchen - jetzt erwachsene Frauen - loben, die aus dem Schatten in den Gerichtssaal traten." Ihre Courage habe das Urteil erst ermöglicht. Zum Zeitpunkt der Taten waren die Opfer zwischen 14 und 17 Jahre alt.

Tod in der GefÀngniszelle

Die Verteidigung hatte den Fall von Beginn an als Abrechnung mit juristischen Mitteln und Stellvertreterprozess dargestellt, da die Staatsanwaltschaft Epstein selbst nicht mehr belangen konnte. Der 66-JĂ€hrige Epstein war wĂ€hrend der Vorbereitung auf den Missbrauchsprozess gegen ihn im August 2019 leblos in seiner GefĂ€ngniszelle gefunden und im Krankenhaus fĂŒr tot erklĂ€rt worden. Ein Obduktionsbericht stellte Suizid fest.

Maxwells Verteidigerin Laura Menninger hatte wĂ€hrend des Prozesses gesagt, ihre Mandantin sei "eine unschuldige Frau" und zu Unrecht fĂŒr Verbrechen angeklagt worden, die sie nicht begangen habe. Die Anklage der Staatsanwaltschaft basiere auf fehlerhaften Erinnerungen.

StaatsanwĂ€ltin Alison Moe hatte Maxwell in ihrem SchlussplĂ€doyer vor Weihnachten dagegen als "gefĂ€hrliche" und "raffinierte SexualstraftĂ€terin" beschrieben. "Sie hat ihre Opfer manipuliert und sie auf sexuellen Missbrauch vorbereitet." Die Britin sei "schick" und "lĂ€chelnd" aufgetreten und habe so die Opfer, die oft aus problematischen VerhĂ€ltnissen stammten, Epstein zugefĂŒhrt. Die Zeuginnen hatten vor Gericht geschildert, wie Maxwell und Epstein sie mit Geld und Versprechungen lockten und dann sexualisierte Massagen von ihnen verlangten.

Epstein-Opfer begrĂŒĂŸen Entscheidung

Maxwell ist die Tochter des legendÀren britischen Verlegers Robert Maxwell (1923-1991) und war Anfang der 1990er Jahre nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer der zahlreichen Promi-Partys und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin.

Opfer Epsteins begrĂŒĂŸten die Jury-Entscheidung. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre, die Prinz Andrew sexuellen Missbrauch vorwirft, forderte, das Urteil gegen Maxwell dĂŒrfe kein Schlussstrich sein. "Maxwell hat nicht alleine gehandelt. Andere mĂŒssen zur Verantwortung gezogen werden", twitterte Giuffre. Sie beschuldigt Andrew, sie vor gut 20 Jahren als 17-JĂ€hrige missbraucht zu haben. Der zweitĂ€lteste Sohn der Queen weist die VorwĂŒrfe strikt zurĂŒck.

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