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Inzidenz sinkt weiter - Kliniken verschieben Operationen

Von dpa
Aktualisiert am 10.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem meldeten dem RKI binnen eines Tages 55.
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem meldeten dem RKI binnen eines Tages 55.471 Corona-Neuinfektionen gemeldet. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die jüngste Corona-Welle flacht weiter ab, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz geht immer stärker zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 1097,9 an.

Zum Vergleich: Am Vortag lag er bei 1141,8, am Freitag bei 1181,2. Vor einer Woche wurde noch eine Inzidenz von 1457,9 verzeichnet. Trotz des rückläufigen Trends werden einer Umfrage zufolge in vielen deutschen Krankenhäusern noch immer Operationen verschoben, wegen coronabedingter Personalausfälle und vieler Covid-Patienten.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 55.471 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von Sonntagmorgen 5.18 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es noch 74.053 Ansteckungen. Allerdings melden manche Bundesländer nicht an jedem Wochentag Daten. Das führt zu Nachmeldungen an Folgetagen und erschwert einen Vergleich von Tageswerten. Zudem gehen Experten von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus.

Bundesweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 36 Todesfälle verzeichnet - vor einer Woche waren es 42 gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 131.715. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 22.647.197 solche Infektionen. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen.

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"Die Pandemie ist noch nicht vorbei"

Trotz des nachlassenden Infektionsgeschehens würden in sechs von zehn deutschen Krankenhäusern immer noch Operationen verschoben, teilte der Verband leitender Krankenhausärzte (VLK) mit. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei, und der zunehmende politische Streit gefährdet die Versorgungslage", sagte VLK-Präsident Michael Weber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Aus Sicht der Kliniken seien an vielen Stellen die Hotspot-Kriterien erfüllt, so dass Eindämmungsmaßnahmen verhängt werden müssten.

Der VLK befragte der Zeitung zufolge bundesweit seine Mitglieder. In der Umfrage gaben demnach 20 Prozent der leitenden Krankenhausärzte an, dass die Notfallversorgung gefährdet sei. Gut zehn Prozent der Betten auf Allgemein- und Intensivstationen seien weiter von Patienten mit einer Corona-Infektion belegt.

Angesichts des Starts der Osterferien in vielen Bundesländern riefen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) mit Blick auf Reisen und Familienbesuche dazu auf, Corona-Tests und Masken zu nutzen. "Die Fallzahlen gehen stark zurück. Damit es so bleibt, sollte sich jeder vor einer Osterreise testen lassen oder selbst testen", schrieb Lauterbach bei Twitter. Er rate weiter zum freiwilligen Tragen der Maske in Innenräumen.

"Jetzt hat es mich nach zwei Jahren doch noch erwischt"

Eigene Erfahrungen mit Schnelltests machte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Chef schrieb am Samstag bei Twitter: "Jetzt hat es mich nach zwei Jahren doch noch erwischt." Ein PCR-Test sei positiv gewesen, Schnelltests hätten davor ein negatives Ergebnis angezeigt.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hat Deutschland noch 77 Millionen Dosen Corona-Impfstoff auf Lager. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach zum Stichtag 4. April diese Anzahl an Dosen im zentralen Lager des Bundes vorrätig waren.

Zudem geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag hervor, dass bis Ende Juni mehr als 10 Millionen Dosen ihr Verfallsdatum erreichen werden, im dritten Quartal sind es 50 Millionen. Die Antwort liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Laut Impfdashboard des Gesundheitsministeriums wurden zuletzt nur noch einige Zehntausend Dosen pro Tag verabreicht.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), warf Lauterbach in der "Welt am Sonntag" einen "Einkaufsrausch" vor: "Der Minister kennt bei den Impfstoffbestellungen keine Grenzen mehr. Er ordert, was immer da ist – der tatsächliche Bedarf und die Kosten spielen für ihn keinerlei Rolle mehr." Angesichts der angespannten Haushaltslage werde der Minister Rechenschaft darüber ablegen müssen, "welche Kosten dem Bundeshaushalt durch seine unnötigen Bestellungen entstanden sind".

Wie aus der Ministeriumsantwort hervorgeht, wurden für den Zeitraum zwischen 2021 und 2023 insgesamt 677 Millionen Impfstoffdosen für Deutschland bestellt, mehr als die Hälfte davon bei Biontech/Pfizer - 375 Millionen Dosen.

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