Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePanoramaJustiz

Kettensägen gegen "Friedel54": Berliner "Party-Polizisten" räumen Kiezladen


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen Text"Reichsbürger"-Razzia: Polizistin wegSymbolbild für einen TextDas ist das Wort des Jahres 2022Symbolbild für ein VideoWetter: Schneefront und unter -10 GradSymbolbild für einen TextVerona Pooth verkündet TV-ComebackSymbolbild für einen TextReal Madrid: 72 Mio. Euro für 16-JährigenSymbolbild für ein VideoExplosion in Moskauer OBI-MarktSymbolbild für ein VideoBei Gebet: Papst bricht in Tränen ausSymbolbild für einen TextWHO warnt vor globaler GesundheitsgefahrSymbolbild für einen TextImland-Kliniken sind insolventSymbolbild für einen TextDagmar Berghoff kritisiert ZDF-ModeratorinSymbolbild für einen TextUnfall mit Militärkolonne: Fahrer stirbtSymbolbild für einen Watson TeaserRoyals: Erstes Meghan-Treffen irritierteSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Berliner "Party-Polizisten" räumen linken Szenetreff

t-online, dpa, Patrick Diekmann

Aktualisiert am 29.06.2017Lesedauer: 3 Min.
Polizisten tragen Demonstranten auf der Friedelstraße in Neukölln weg.
Polizisten tragen Demonstranten auf der Friedelstraße in Neukölln weg. (Quelle: dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Trotz Barrikaden und Blockadeversuchen hat die Berliner Polizei einen sogenannten Kiezladen linker Gruppen geräumt. Der Einsatz in der Friedelstraße 54 im Stadtteil Neukölln zog sich über Stunden hin. 500 Polizisten waren beteiligt. Auch die "Party-Polizisten", die zuletzt durch eine Feier im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg auffielen, waren bei der Räumung im Einsatz.

Der Laden "Friedel 54" ist über die Jahre zu einem Symbolprojekt der linken Szene gegen eine Verdrängung aus dem Kiez geworden. Er wurde für Versammlungen, Diskussionen, Filmvorführungen und zum Feiern genutzt. "Die Friedel 54 ist ein Symbol für die linke Szene und für die fortschreitende Gentrifizierung in Berlin geworden", meint eine Aktivistin der "Linksjugend solid". "Mit der Zwangsräumung wird den Menschen der Wohnraum weggenommen und der Laden hat keine Probleme in der Nachbarschaft gemacht."

Neue Eigentümer des Hauses hatten den Gewerbemietvertrag gekündigt, der Kiezladen aber zog nicht aus. Deswegen rückte die Polizei an, um das Objekt zu räumen und Besitzer und Demonstranten aus dem Gebäude zu entfernen.

Demonstranten sitzen auf der Straße vor dem Haus Nr. 54 in der Friedelstraße in Berlin-Neukölln.
Demonstranten sitzen auf der Straße vor dem Haus Nr. 54 in der Friedelstraße in Berlin-Neukölln. (Quelle: dpa-bilder)

"Der eigentliche Eingang zum Laden war zubetoniert", sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Thomas Neuendorf, t-online.de. "Deswegen war es nötig, Türen aufzusägen und Wände aufzubrechen." Im Laden hätten sich fünf Personen befunden, die aber, entgegen erster Meldungen, nicht angekettet oder einbetoniert gewesen seien. Die Polizei setzte Kettensägen, eine Motorflex und Vorschlaghammer ein.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Die Polizei teilte mit, dass die Besetzer einen Türknauf unter Strom gesetzt hätten. "Lebensgefahr für unsere Kollegen. Zum Glück haben wir das vorher geprüft", schrieb sie auf Twitter. Auch Polizeisprecher Neuendorf sprach von einer "Stromspannung an einem Türknauf", aber bezeichnete die Räumung insgesamt als "problemlos". Der Szenetreff bestritt die Stromfalle noch während der Räumung. "Hinter der Tür warten, neben dem ominösen Strom, auch Plüsch-Steine", twitterte der Kiezladen "Friedel54".

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Möglicherweise musste die Polizei eine Wand aufstemmen, um in manche Räume zu gelangen. "Dahinter haben wir fünf Menschen angetroffen, die aber weder einbetoniert noch angekettet waren", sagte Neuendorf. Zuvor hatten Unterstützer Fotos von angeketteten und einbetonierten Armen im Internet veröffentlicht.

Mehrere Anwälte kritisierten, die Polizei sei übermäßig hart gegen die Blockierer auf der Straße und gegen etwa 80 Besetzer im Hinterhof vorgegangen. Auch viele Anwohner sahen die Räumung eher skeptisch. "Einige Anwohner fanden den Einsatz übertrieben und meinten, dass wir lieber nach Hamburg zum feiern fahren sollten", sagte Neuendorf t-online.de.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Der Verweis ist nicht aus der Luft geholt, denn auch die Hundertschaft der Polizei, die in Hamburg durch eine Party mit Sex, Alkoholgelage und Rudel-Pinkeln auffiel, wurde bei der Räumung eingesetzt. Polizeisprecher Neuendorf stärkte im Gespräch mit t-online.de den Beamten den Rücken. "Dienstlich ist da alles absolut in Ordnung. Hinsichtlich ihrer Fähigkeiten gibt es bei den Kollegen, die aus Hamburg zurückgekehrt sind, überhaupt keine Bedenken." Die Beamten wurden zuvor von dem G20-Gipfel aus Hamburg abgezogen.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Meistgelesen
imago images 196107351
Warntag: Diese Handys konnten nicht warnen
Putin mit Sektglas
Symbolbild für ein Video
Putin irritiert mit wirrer Rede
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

In Berlin bekamen sie es mit rund 150 Demonstranten zu tun, die die Friedelstraße vor dem Haus blockierten. Sie wurden von Polizisten in Helm und Schutzausrüstung nach und nach weggedrängt und weggetragen. Bei der Räumung der Straße kam es auch zu heftigen Rangeleien und Handgreiflichkeiten. Die Stimmung war angespannt, es gab Sprechchöre und laute Proteste. Über Verletzte und Verhaftungen gehen die Aussagen bei Polizei und Aktivisten auseinander. Die Polizei sprach von einer Verhaftung und zwei leicht verletzten Polizisten. Der Kiezladen berichtete von 20 Festnahmen und viele, von der Polizei verprügelte Menschen.

Polizeibeamte gehen in das Haus Nr. 54.
Polizeibeamte gehen in das Haus Nr. 54. (Quelle: dpa-bilder)

Das Haus in der Friedelstraße wurde vom Gerichtsvollzieher an den neuen Besitzer, einem Investor aus Luxemburg, übergeben. "Der Eigentümer muss jetzt für die Sicherheit seines Objektes sorgen. Natürlich werden wir zunächst noch in diesem Bereich vor Ort sein und schauen, dass keine Gewaltaktionen stattfinden. Aber der Eigentümer ist verantwortlich für sein Eigentum", sagte Polizeisprecher Neuendorf t-online.de.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
Von Carsten Janz
NeuköllnPolizei
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website