Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

In Türkei festgehaltener Bremer wieder in Deutschland

Nach einmonatiger Haft  

In Türkei festgehaltener Bremer ist vorerst frei

15.08.2019, 15:05 Uhr | dpa

In Türkei festgehaltener Bremer wieder in Deutschland. Türkische Nationalflagge (Quelle: imago images/imagebroker)

Türkische Nationalflagge: Die türkische Justiz wirft dem Angeklagten Terrorpropaganda vor. (Quelle: imagebroker/imago images)

Wegen alter Facebook-Einträge wurde ein kurdischstämmiger Deutscher einen Monat lang in der Türkei festgehalten. Jetzt hat er gegen Kaution das Land verlassen – bis zum Prozess. 

Ein Bremer Musiker und Sozialarbeiter mit kurdischen Wurzeln ist vier Wochen lang in der Türkei festgehalten worden. Nun ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Er sei am Dienstag in Deutschland angekommen, bestätigte Özgür C. der Deutschen Presse-Agentur. "Ich durfte ausreisen, nachdem ich eine Kaution von 30.000 Lira (etwa 4.800 Euro) hinterlegt habe."

Die türkische Justiz wirft dem 43-Jährigen Terrorpropaganda vor. Sie gründe ihre Vorwürfe unter anderem auf Facebook-Einträge aus den Jahren 2014, 2015 und 2017, sagte Özgür C..

Verbotene Fahnen und Reportagen auf Facebook geteilt

C. hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft und besitzt kurdische Wurzeln. Als Musiker spiele er auf Festen in Deutschland auch kurdische Lieder. Auf den bei Facebook beanstandeten Bildern seien wohl auch Fahnen von kurdischen Vereinen zu sehen gewesen, denen die Türkei Terrorvorwürfe macht, sagte C.. Außerdem werde ihm vorgeworfen, eine Reportage geteilt zu haben, in der es um Gefechte zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und türkischen Streitkräften in Tunceli, der Heimatstadt seiner Familie, ging. Dort war C. war Mitte Juli festgenommen und eine Nacht lang inhaftiert worden.

Sein Anwalt halte es für möglich, dass ein Denunziant den türkischen Behörden von den Inhalten berichtet habe, sagte C.. "Mein Facebook-Konto war offen für jeden." Er habe es jetzt gesichert.

Angeklagtem steht Prozess in Türkei bevor 

Für den geplanten Prozess werde er in die Türkei reisen. "Eigentlich ist mir ein bisschen bange davor", sagte C. Aber sich fernzuhalten, sei keine Option. "Wir haben in der Türkei unsere Gräber und Besitz."

Zuerst hatte das Regionalmagazin "Buten und Binnen" über den Fall berichtet. Er wurde vergangene Woche bekannt und fiel in eine ganze Serie von Fällen, in denen Deutsche mit der türkischen Justiz in Konflikt geraten waren. Am härtesten traf es wohl einen 36-jährigen Mann aus Hessen, der Ende Juli bei der Einreise im Badeort Antalya festgenommen wurde und zunächst in U-Haft bleiben musste. Auch ihm werden Facebook-Einträge zum Vorwurf gemacht. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, man sei mit dem Anwalt des Mannes in Kontakt.

2017 hatte eine Serie von Festnahmen von Deutschen aus "politischen Gründen" zu einer Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Die meisten der damals festgesetzten Deutschen sind inzwischen wieder frei.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal