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Fr├╝heres Opfer sagt im L├╝bcke-Prozess gegen Stephan Ernst aus

Von dpa
Aktualisiert am 29.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Hessen, Frankfurt/Main: Der Hauptangeklagte Stephan Ernst steht vor Verhandlungsbeginn zwischen seinen Verteidigern Mustafa Kaplan und J├Ârg Hardies.
Hessen, Frankfurt/Main: Der Hauptangeklagte Stephan Ernst steht vor Verhandlungsbeginn zwischen seinen Verteidigern Mustafa Kaplan und J├Ârg Hardies. (Quelle: /dpa-bilder)
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Bevor er den Kasseler Regierungspr├Ąsidenten ermordet haben soll, ver├╝bte Stephan Ernst offenbar schon einmal einen rechtsextremen Angriff. Das damalige Opfer sagte nun im L├╝bcke-Prozess aus.

Am 25. Verhandlungstag im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspr├Ąsidenten Walter L├╝bcke bekam am Donnerstag das wohl erste Opfer des mutma├člichen T├Ąters das Wort. Der auch als Nebenkl├Ąger auftretende Iraker Ahmed I. sagte am Donnerstag als Zeuge zu dem an ihm ver├╝bten Messerangriff aus. Die Tat wird dem 47 Jahre alten Deutschen Stephan Ernst vorgeworfen, der den CDU-Politiker L├╝bcke im Juni 2019 get├Âtet haben soll.

"Das hat mein Leben zerst├Ârt"

Bereits im Januar 2016 soll es zu dem schweren Angriff auf den damals 22 Jahre alten Ahmed I. gekommen sein. Der heute 27-J├Ąhrige, ein schmaler Mann mit modischer Frisur, wirkt zun├Ąchst ruhig und gefasst. Die Folgen der Tat sp├╝rt er allerdings noch heute. "Das hat mein Leben zerst├Ârt", sagte er vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt, als er den Tatabend schilderte.

Es sei schon dunkel gewesen, als er nach 21 Uhr die Fl├╝chtlingsunterkunft im nordhessischen Lohfelden verlie├č, um Zigaretten kaufen zu gehen ÔÇô also jene Fl├╝chtlingsunterkunft, f├╝r deren Bau sich L├╝bcke auf einer B├╝rgerversammlung im Jahr 2015 eingesetzt hatte.

Doch I. kam an jenem Januarabend nie an der Tankstelle an, wie er dem Gericht mit Hilfe eines Dolmetschers berichtete. Er habe einen Radfahrer bemerkt, der von hinten kam, und sei zur Seite getreten, um Platz zu machen.

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Er konnte sein Bein nicht sp├╝ren, dann sah er Blut

Er habe einen Sto├č in den R├╝cken gesp├╝rt und sei, vermutlich von der Wucht dieses Sto├čes, zu Boden gefallen. "Ich dachte, jemand hat mich mit einem Stock geschlagen", schilderte I. Als er wieder aufstehen wollte, habe eines seiner Beine nicht mehr funktioniert, dann entdeckte er Blut. "Da war kein Mensch, der mir helfen konnte." Der Verletzte kroch auf die Stra├če, wo zun├Ąchst niemand stoppte, bis schlie├člich ein Helfer angehalten und ihn auf den B├╝rgersteig gebracht habe. Zu diesem Zeitpunkt habe er starke Schmerzen gehabt: "Ich dachte, ich sterbe."

Bereits an einem der vorangegangenen Verhandlungstage hatte ein Rechtsmediziner berichtet, dass der Stich I. nur unweit wichtiger Arterien getroffen habe. Eine Verletzung dort h├Ątte in kurzer Zeit zum Tod f├╝hren k├Ânnen.

Langzeitsch├Ąden durch Messerangriff: k├Ârperlich und psychisch

Doch auch so dauern f├╝r I. die Folgen der Verletzung bis heute an, wie er vor Gericht sagte. "Ein Bein ist sehr schwach, das andere kann ich kaum f├╝hlen bis zum Bauch." Drei Wirbel seien gesch├Ądigt. I. nimmt Schmerzmittel und Antidepressiva, kann nicht schlafen, hat Angstzust├Ąnde und ist auch vier Jahre nach der Tat regelm├Ą├čig in ├Ąrztlicher Behandlung. "Ich habe mein Land verlassen, um Schutz zu finden ÔÇô aber hier ist mein Leben zerst├Ârt worden."

Bei der Aussage des Irakers blickte Ernst mit unbewegtem Gesicht nach vorne. Der wegen Beihilfe im Mordfall L├╝bcke angeklagte Markus H. dagegen grinste, wie schon mehrfach in dem Verfahren, bis es dem Vertreter der Bundesanwaltschaft reichte. Er bittet H., dieses unpassende Verhalten zu unterlassen, forderte der sichtlich ver├Ąrgerte Anklagevertreter. "Entweder er geht ÔÇô oder ich", zeigte sich auch I. irritiert und genervt.

Zeugenaussagen teilweise widerspr├╝chlich

Als Zeuge zum Tatverlauf blieb I. an vielen Stellen vage. "Daran erinnere ich mich nicht", sagte er immer wieder, wenn er mit den Aussagen konfrontiert wurde, die er im Krankenhaus den Polizisten gemacht hatte. Damals beschrieb er seinen Angreifer als blonden Mann mit hellen Augen ÔÇô w├Ąhrend er vor Gericht sagte, er habe den Radfahrer nur von hinten gesehen.

Auch ob er zus├Ątzlich noch getreten worden sei, lie├č sich nicht mehr kl├Ąren. M├Âglicherweise kamen ├ťbersetzungsprobleme hinzu ÔÇô die Dolmetscherin bei der Vernehmung habe ein Arabisch gesprochen, das er nicht gut verstanden habe, sagte I., der mit dem Gerichtsdolmetscher vor allem Kurdisch sprach.

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Ernst hatte in seiner Einlassung vor Gericht im Sommer angegeben, er habe nichts mit dem Angriff auf I. zu tun. Ein in seinem Haus beschlagnahmtes Messer hatte geringe DNA-Spuren aufgewiesen, die ein Sachverst├Ąndiger in einem k├╝rzlich vorgestellten Gutachten I. nicht eindeutig zuordnen konnte. Sie enthielten allerdings Merkmale, die unter Mitteleurop├Ąern sehr selten, im Irak aber h├Ąufiger seien.

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Von Liesa W├Âlm
CDUIrakTankstelleWalter L├╝bcke
Justiz & Kriminalit├Ąt




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