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Frankreich: Prozess um Terroranschläge in Paris mit 130 Toten beginnt

130 Tote  

Terrorprozess in Paris gestartet – 20 Verdächtige angeklagt

08.09.2021, 13:34 Uhr | dpa

Frankreich: Prozess um Terroranschläge in Paris mit 130 Toten beginnt. Polizisten vor dem Gerichtsgebäude: Der Prozess findet unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen statt.  (Quelle: AP/dpa/Francois Mori)

Polizisten vor dem Gerichtsgebäude: Der Prozess findet unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen statt. (Quelle: Francois Mori/AP/dpa)

Die Nacht des 13. November 2015 hat Frankreich geprägt. Bei den islamistischen Terroranschlägen starben 130 Menschen. Nun beginnt der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat in Paris am Mittwoch der Prozess um die islamistischen Terroranschläge vor knapp sechs Jahren mit 130 Toten und 350 Verletzten begonnen. Angeklagt sind 20 Verdächtige, unter ihnen der bereits in Belgien verurteilte Salah Abdeslam, der als einer der Haupttäter und einziger Überlebender des Terrorkommandos gilt.

13 weitere Angeklagte sollen mutmaßliche Unterstützer gewesen sein. Gegen sechs andere Angeklagte wird der Prozess in Abwesenheit geführt. Bei fünf von ihnen geht man davon aus, dass sie inzwischen in Syrien ums Leben gekommen sind. Einer ist wegen Terrorvorwürfen in der Türkei inhaftiert.

Abdeslam verbrachte fünf Jahre in Isolationshaft 

Der einzige noch lebende mutmaßliche Attentäter der Pariser Anschläge vom November 2015 ist zum Auftakt des Prozesses am Mittwoch im Pariser Gerichtssaal angekommen. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, trug der 31-jährige Salah Abdeslam ein schwarzes T-Shirt und eine schwarze Maske, als er in den Verhandlungssaal geführt wurde.

Sechs Jahre nach den schwersten Anschlägen in der Geschichte der französischen Republik müssen Abdeslam und 19 weitere Angeklagte sich im umfassendsten Prozess, den die französische Justiz je geführt hat, vor Gericht verantworten. Abdeslam war am Morgen in einem stark gesicherten Konvoi aus dem Gefängnis zum Gericht gebracht worden. Er hatte gut fünf Jahre dort in Isolationshaft verbracht und sich bislang gegenüber den Ermittlern nie detailliert zu den Taten geäußert.

Frauen umarmen sich vor der Konzerthalle Bataclan in Paris: Dort schlugen die Terroristen ebenfalls zu. (Quelle: dpa/Thibault Camus)Frauen umarmen sich vor der Konzerthalle Bataclan in Paris: Dort schlugen die Terroristen ebenfalls zu. (Quelle: Thibault Camus/dpa)

In dem Prozess in Paris um die islamistischen Terroranschläge in der französischen Hauptstadt vor knapp sechs Jahren mit 130 Toten und 350 Verletzten sind 20 Verdächtige angeklagt. Abdeslam gilt als einer der Haupttäter. 

Ein speziell für den Prozess zusammengestelltes Pariser Schwurgericht verhandelt unter höchster Sicherheitsstufe in einem eigens dafür hergerichteten Saal. 12 der 20 Angeklagten droht lebenslange Haft, gegen 6 wird der Prozess in Abwesenheit geführt.

IS reklamierte Anschläge für sich

Extremisten hatten am 13. November 2015, einem Freitag, in der Pariser Konzerthalle "Bataclan" ein Massaker angerichtet und dort 90 Menschen erschossen. Außerdem beschossen sie Bars und Restaurants im Osten der Hauptstadt. Insgesamt töteten die Attentäter bei den Angriffen an verschiedenen Orten in Paris 130 Menschen. Am Stade de France sprengten sich zudem während des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich drei Selbstmordattentäter in die Luft. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

Rettungskräfte bringen eine Frau in Sicherheit: Bei der Attacke in Paris wurden 130 Menschen getötet. (Quelle: dpa/AP)Rettungskräfte bringen eine Frau in Sicherheit: Bei der Attacke in Paris wurden 130 Menschen getötet. (Quelle: AP/dpa)

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es 1.765 Nebenkläger. Zum Prozessauftakt sind zwei Tage alleine dafür reserviert, jeden namentlich aufzurufen. Erst am dritten Tag will das Gericht inhaltlich breiter auf die Vorwürfe eingehen, die sich auf 500 Aktenordner mit Ermittlungsergebnissen stützen. Hunderte Zeugen sind vorgeladen worden, darunter Ermittler aus Frankreich und Belgien sowie der damalige französische Präsident François Hollande, heißt es. Zunächst ist der Prozess bis Mai kommenden Jahres terminiert.

Einen angesichts des dramatischen Ausmaßes der Terrornacht gebührenden Raum erhalten die Opfer und ihre Angehörigen: Über fünf Wochen hinweg sollen rund 300 von ihnen das Erlebte schildern. Je eine halbe Stunde wird jedem eingeräumt, 14 solcher Aussagen pro Verhandlungstag sind eingeplant.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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