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Indien: Zyklon "Fani" trifft mit über 200 km/h auf Ostküste

Mindestens 16 Todesopfer  

Zyklon "Fani" verwüstet Indien und Bangladesch

03.05.2019, 21:23 Uhr | dpa , rtr , jmt

 (Quelle: Reuters)
Tod und Verwüstung durch Zyklon "Fani"

Die Spur der Verwüstung im ostindischen Puri ist gewaltig. Der Zyklon "Fani" ist mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über die Stadt im Bundesstaat Odisha hinweggefegt. Trotz Massenevakuierungen Menschen ums Leben. (Quelle: Reuters)

In Ost-Indien: Der Zyklon "Fani" hat Tod und Verwüstung hinterlassen. (Quelle: Reuters)


Tote, Verletzte, Obdachlose: Der Zyklon "Fani" ist in Indien mit bis zu 205 km/h auf Land getroffen und hat viele Orte verwüstet. Der Wirbelsturm zog weiter nach Bangladesch. 

Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen und hat große Zerstörung angerichtet. Der tropische Wirbelsturm "Fani" erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern das Festland in der Nähe der Stadt Puri. In der Gegend gab es nach Behördenangaben drei Todesfälle, mehr als 160 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Insgesamt starben nach bisherigen Angaben mindestens zwölf Menschen im Bundesstaat Odisha.

Ebenfalls Tote in Bangladesh

Auch im Nachbarland Bangladesch kamen trotz Massenevakuierungen vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Nach Aussage von Katastrophenschutzminister Enamur Rahman wurden mindestens 63 Personen durch den Zyklon verletzt.

Die Stromversorgung, Befahrbarkeit der Straßen sowie Telefon- und Mobilfunknetze seien alle stark beeinträchtigt, teilte die Katastrophenschutzbehörde des indischen Bundesstaates Odisha am Abend mit. Eine große Zahl von Bäumen und Strommasten sei umgestürzt. Im Bezirk Puri seien alle aus Lehmziegeln gebauten Häuser schwer beschädigt. Außerdem wurden demnach Anbauflächen in großem Maßstab verwüstet. Fernsehbilder aus der Luft zeigten ländliche Gebiete, die unter Wasser standen. Die Zerstörung ist unvorstellbar", sagte ein Behördenvertreter in Odisha der Nachrichtenagentur Reuters. "Puri ist am Boden zerstört." Der Bundesstaat Odisha ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte, dass auch die fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch bedroht seien. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit, die gewaltsam aus ihrer Heimat Myanmar vertrieben wurden, leben in Küstennähe rund um das größte Flüchtlingslager der Welt auf engstem Raum in einfachen Behausungen.

Mehr als 4.000 Notunterkünfte eingerichtet

In beiden Ländern wurden Küstengebiete geräumt und Bewohner in Sicherheit gebracht. Allein in Odisha wurden nach Angaben der Regierung mehr als eine Million Menschen binnen 24 Stunden in mehr als 4.000 Notunterkünfte gebracht. In Bangladesch könnten nach Aussage der Katastrophenschutzbehörde rund 2,5 Millionen Menschen von der Evakuierung betroffen sein.

"Fani" – "Foni" ausgesprochen – gilt als stärkster Zyklon in dem Gebiet am Golf von Bengalen seit 1999, als mehr als 10.000 Menschen in Odisha (damals Orissa) ums Leben kamen. Damals hatte der Wind eine Geschwindigkeit von 260 km/h erreicht. Seitdem gelten die Sicherheitsvorkehrungen in dem Bundesstaat allerdings als deutlich verbessert. "Fani" bezeichnet in bengalischer Sprache den Nackenschild, den Kobras in ihrer Drohhaltung ausbreiten.

"Fani" legt große Teile des öffentlichen Leben lahm 

Der Sturm bewegte sich in nordöstlicher Richtung über die Küstenregion und schwächte dabei etwas ab. Bis Samstagmorgen werde er höchstwahrscheinlich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern über den Bundesstaat Westbengalen hinwegziehen, sagte Indiens Meteorologiebehörde voraus. Er werde sich voraussichtlich weiter abschwächen, bevor er anschließend Bangladesch erreiche.

In Kolkata, der Hauptstadt von Westbengalen mit rund 15 Millionen Einwohnern, fielen alle Flüge von 15 Uhr am Freitag bis 8 Uhr am Samstag (Ortszeit) aus. In Odishas Hauptstadt Bhubaneswar wurden alle Flüge am Freitag abgesagt. Im ganzen Bundesstaat blieben die Schulen geschlossen, und alle Züge fielen aus. Auch Teile des südlich von Odisha gelegenen Bundesstaates Andhra Pradesh waren vom Sturm betroffen.
 


Wirbelstürme sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit, vor allem zwischen April und November. Bei dem bislang wohl tödlichsten Zyklon – wie tropische Wirbelstürme im Indischen Ozean wie auch im südlichen Pazifik genannt werden – kamen 1970 in Bangladesch mindestens 300.000 Menschen ums Leben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

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