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Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 134

Von dpa, afp, rtr, t-online
Aktualisiert am 28.07.2021Lesedauer: 113 Min.
Zerstörtes Haus in Rheinland-Pfalz: Noch immer gelten dutzende Menschen als vermisst.
Zerstörtes Haus in Rheinland-Pfalz: Noch immer gelten dutzende Menschen als vermisst. (Quelle: Thomas Frey/dpa-bilder)
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Nach der Flutkatastrophe im Süden Deutschlands suchen Einsatzkräfte noch immer nach Vermissten. Nun konnten zwei weitere Todesopfer geborgen werden. Alle Infos im Newsblog.

Heftiger Starkregen hat Mitte Juli in Deutschland eine beispiellose Katastrophe ausgelöst: Viele Städte und Dörfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden überschwemmt und verwüstet. Mehr als 170 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Viele Menschen werden weiterhin in den Trümmern vermisst. Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern. Und noch immer sorgen Unwetter in Teilen Deutschlands und den Nachbarländern für erhebliche Schäden.


Tote, Schäden, Chaos: Die Flutkatastrophe in Bildern

Trümmer in Bad Neuenahr im Kreis Ahrweiler: In der Kreisstadt starben 69 Menschen, der Wiederaufbau dauert bis heute an.
Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten in Mayschoss in der Verbandsgemeinde Altenahr: Tagelang war der Ort ganz von Hilfe abgeschnitten, bis die Bundeswehr ihn mit Hubschraubern erreichte.
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Die Berichterstattung im Newsblog endet an dieser Stelle. Wichtige Nachrichten werden ab sofort wieder einzeln geschrieben. (Stand: 29. Juli 2021, 13.45 Uhr)

Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 134

In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Todesopfer nach der Flutkatastrophe am Mittwoch auf 134 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien zwei weitere Menschen tot geborgen worden, sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bisher seien 76 Tote identifiziert worden. Nach wie vor vermisst werden noch 73 Menschen. Die Zahl der Verletzten nach dem Starkregen vom 14. Juli und den dadurch ausgelösten Sturzfluten gab Stadtfeld mit 766 an.

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Dreyer: Hochwasserkatastrophe hat Rheinland-Pfalz "sehr verändert"

Nach Worten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Hochwasserkatastrophe Rheinland-Pfalz "sehr verändert". "Wir sind einfach heimgesucht worden von einer Naturkatastrophe von einem solchen Ausmaß, das einfach unbegreiflich ist", sagte sie bei einem Besuch in Mayschoß an der Ahr. Eine Katastrophe dieser Größe habe man sich nicht vorstellen können. "Und das wird uns auch nachhaltig wirklich begleiten über viele Monate und Jahre, was den Wiederaufbau betrifft."

Das verheerende Unwetter vom 14. Juli sei ein dramatisches Erlebnis für sehr viele Menschen und damit für das ganze Land, sagte Dreyer weiter. Für viele sei es "ein echtes Trauma. Weil Menschen Menschen verloren haben, Freunde, Nachbarn. Manche haben auch schreckliche Dinge gesehen. Manche haben so viele Zerstörungen in ihren Häusern, an den Straßen, an der Infrastruktur gesehen".

Neubau zerstörter Erdgasleitungen im Ahrtal wird Monate dauern

Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat die Energieversorgung Mittelrhein die Gasleitungen in einigen Gebieten wiederhergestellt. In den besonders schwer betroffenen Regionen des Ahrtals dürfte dies aber noch mehrere Monate dauern. In Bad Neuenahr-Ahrweiler sei das Erdgasnetz teilweise völlig zerstört, "sodass hier das Netz zum größten Teil komplett neu errichtet werden muss", teilte der Versorger am Mittwoch in Koblenz mit.

"Viele Leitungen sind überhaupt nicht mehr existent, andere sind in Teilbereichen noch zu verwenden", erklärte das Unternehmen nach einer ersten Bestandsaufnahme mit Unterstützung der Stadtwerke Neuwied. Völlig zerstört seien auch alle Leitungen über die Ahr. Die Netzgesellschaft prüfe, welche Möglichkeiten es gebe, die Versorgung zumindest provisorisch wiederherzustellen. Daneben habe ein Team damit begonnen, den Neubau der im Ahrtal zerstörten Erdgasleitungen zu planen.

Keine Vermissten mehr in NRW – Wiederaufbau könnte Jahre dauern

In Nordrhein-Westfalen werden nach der Flutkatastrophe Innenminister Herbert Reul zufolge keine Menschen mehr vermisst. Bei der "größten Flutkatastrophe in der Geschichte unseres Landes" seien 47 Menschen ums Leben gekommen, sagte der Minister am Mittwoch vor dem Innenausschuss des Landtages in Düsseldorf. 23 von ihnen seien in Fahrzeugen auf der Straße vom Wasser erfasst worden und ums Leben gekommen. Teile Nordrhein-Westfalens und des benachbarten Rheinland-Pfalz waren vor zwei Wochen schwer von Starkregen und den dann folgenden Überflutungen betroffen. Allein im Ahrtal in Rheinland-Pfalz starben der Polizei Koblenz zufolge 133 Menschen, 73 Personen würden noch vermisst.

NRW-Innenminister Herbert Reul im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags.
NRW-Innenminister Herbert Reul im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags. (Quelle: Oliver Berg/dpa-bilder)

Nach dem Retten und Bergen gehe es nun um Aufräumen, Reparieren und den Wiederaufbau, was an manchen Orten Reul zufolge "Wochen, Monate und zum Teil Jahre" dauern könnte. Der Sachschaden – privat wie öffentlich – gehe "in die Milliarden". Auch die Versorgung mit Trinkwasser, Strom, Gas und die Telekommunikationsnetze seien schwer getroffen und funktionierten in Teilen der Krisenregionen auch weiterhin nicht.

Herrmann will Katastrophen-Lagezentrum auf Bundesebene

In der Debatte um Veränderungen beim Katastrophenschutz nach der schweren Flutkatastrophe hat sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) für ein nationales Lagezentrum beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) ausgesprochen. Das Amt solle in seiner Funktion als "Koordinierungsstelle" zur Lage- und Informationsbewertung gestärkt werden, sagte Herrmann am Dienstag im Deutschlandfunk. Eine Verschiebung von Kompetenzen auf die Bundesebene sei dafür nicht erforderlich.

Herrmann verwies auf die gemeinsamen Terrorabwehrzentren von Bund und Ländern. Auch diese seien in den vergangenen Jahren mit dem Ziel geschaffen worden, den Informationsfluss zwischen Bund und Ländern durch gemeinsame Lagebesprechungen zu verbessern. Das funktioniere sehr gut. Auch dafür seien indes keine Kompetenzen per Grundgesetzänderung verschoben worden. "Genau so stelle ich mir das jetzt beim Katastrophenschutz vor", fügte Herrmann an.

Nach Unwetter-Sperrung: Bahnstrecke München-Salzburg wieder frei

Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München-Salzburg ist wieder befahrbar. Das teilte die Deutsche Bahn in der Nacht zum Dienstag via Twitter mit. Die Strecke war zuvor zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten. Weil nur ein Gleis zur Verfügung stehe, könne es aber weiterhin zu Verzögerungen kommen, hieß es.

Tausende Menschen noch ohne Strom

Auch fast zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind noch Tausende Menschen im Westen Deutschlands ohne Strom. Bei Haushalten mit rund 5800 Menschen sei es bislang trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen, die Hausanschlüsse wiederherzustellen, berichtete der Stromversorger Westenergie am Dienstag. Aber auch dort, wo die Stromanbindung bereits repariert sei, könnten Schäden in der Hausinstallation dazu führen, dass die Menschen in ihren Häusern weiterhin keinen Strom hätten. Unmittelbar nach dem Unwetter waren im Unwettergebiet Westenergie zufolge sogar rund 200.000 Menschen ohne Strom.

Aktuell arbeiten nach Unternehmensangaben rund 800 Mitarbeiter mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Alle von der Unwetterkatastrophe betroffenen Umspannanlagen seien inzwischen geprüft, teilweise gereinigt und fast vollständig wieder in Betrieb genommen worden. Bei größeren Schäden im Mittelspannungsnetz werde daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen.

Wo das vorgelagerte Netz wieder stabil ist, laufen Westenergie zufolge die Arbeiten in den lokalen Ortsnetzen auf Hochtouren. Hier würden Schäden in den Verteilungen der Ortsnetzstationen sowie bei Kabeln, Verteilerkästen und Hausanschlüssen aufgenommen und – wenn möglich – instandgesetzt, um die Wiederversorgung auch der noch rund 5800 betroffenen Menschen zu ermöglichen. Grundsätzlich müsse aber für jedes Haus außerdem geprüft werden, ob Keller und Hausinstallationen frei von Wasser und einschaltbereit seien. Diese Prüfung sei Aufgabe von Installateurinnen und Installateuren.

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Überschwemmungen in Bayern: Feuerwehr muss Keller auspumpen

Heftige Gewitter mit Starkregen haben am frühen Montagabend im Allgäu in Bayern für Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu) ausrücken, um Keller auszupumpen. Der Umfang der Überflutungen war zunächst noch nicht absehbar.


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