Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

WWF: Folter und Mord? Bundesregierung prüft Vorwürfe gegen Umweltschützer

Umweltschützer unter Druck  

Folter und Mord? Bundesregierung prüft Vorwürfe gegen WWF

06.03.2019, 08:55 Uhr | dpa

WWF: Folter und Mord? Bundesregierung prüft Vorwürfe gegen Umweltschützer. Archivbild: Im Osten Südafrikas lassen Helfer des WWF ein Nashorn in einem Wildpark frei. (Quelle: Reuters/Juda Ngwenya)

Archivbild: Im Osten Südafrikas lassen Helfer des WWF ein Nashorn in einem Wildpark frei. (Quelle: Juda Ngwenya/Reuters)

Arbeitet die Umweltstiftung WWF mit brutalen Wildhütern zusammen? Das berichtet das Onlinemagazin "Buzzfeed". Die Bundesregierung nimmt die Anschuldigungen "sehr ernst".

Die schweren Vorwürfe gegen die Umweltstiftung WWF, sie unterstütze brutale Wildhüter, haben auch die Bundesregierung alarmiert. Das Bundesumweltministerium (BMU) nehme die Anschuldigungen "sehr ernst", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden die Vorwürfe prüfen, insbesondere dahingehend, ob und inwiefern auch vom BMU geförderte Projekte betroffen sein könnten, und auf eine schnelle und umfassende Aufklärung drängen."

Die Einhaltung von Menschenrechten bei Projektförderungen in Partnerländern sei für das Umweltministerium "von höchster Priorität", sagte die Sprecherin. Für die Finanzierung von Projekten im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) sei die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards verbindlich vorgeschrieben. Entsprechend seien die Organisationen, die sie durchführten, verpflichtet, sie nach den Regeln des Grünen Klimafonds sicherzustellen. In den jährlichen Berichten werde die Einhaltung dieser Standards abgefragt.

Folter, Mord und sexuelle Übergriffe

Das Onlinemagazin "Buzzfeed" hatte berichtet, der WWF unterstütze seit vielen Jahren Wildhüter, die verdächtigte Wilderer gefoltert oder gar ermordet hätten. Das Magazin hat nach eigenen Angaben in Afrika und Asien Opfer brutaler paramilitärischer Wildhüter getroffen, mit denen der WWF zusammenarbeite.

"Die beliebte Wohltätigkeitsorganisation mit dem kuscheligen Panda-Logo finanziert in Nationalparks in Asien und Afrika paramilitärische Kräfte, rüstet sie aus und arbeitet direkt mit ihnen zusammen, und zwar Kräfte, denen vorgeworfen wird, zahlreiche Menschen geschlagen, gefoltert, sexuell angegriffen und ermordet zu haben", schreibt "Buzzfeed". In einem afrikanischen Land soll der WWF an einer dubiosen Aktion beteiligt gewesen sein, bei der Sturmgewehre von einer berüchtigten Armee gekauft werden sollten.

Zeugen schildern Fälle von Folter

"Buzzfeed" schildert den Fall eines Mannes in Nepal, der von Wildhütern 2006 zu Tode gefoltert worden sein soll. Das sei kein Einzelfall: 2017 hätten Ranger in Kamerun einen Elfjährigen vor den Augen seiner Eltern gefoltert. Die Reporter werfen dem WWF vor, sich in Nepal dafür eingesetzt zu haben, dass die Anklagen fallen gelassen werden. Einer der Beschuldigten sei später vom WWF eingestellt worden.

"Wir nehmen jegliche Vorwürfe sehr ernst", teilte der WWF in London mit. Die Organisation habe strikte Regeln für sich selbst und ihre Partner zum Schutz der einheimischen Bevölkerung. "Menschenrechte gehören zum Kernbereich unserer Mission", teilte der WWF mit.

WWF Deutschland schließt Konsequenzen nicht aus

Auch der WWF Deutschland gab seiner Bestürzung Ausdruck. "Als wir von den Vorwürfen erfuhren, haben wir sofort ein internationales Krisenteam eingerichtet und zusammen mit externen Menschenrechtsexperten eine umfassende Untersuchung eingeleitet", berichtete ein Sprecher in Berlin. "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wird es Konsequenzen zur Folge haben."

Die Zentrale von WWF International habe für die Aufklärung eine Londoner Kanzlei engagiert, hieß es weiter. Der deutsche Verband habe den ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, mit einer umfassenden Aufarbeitung und Beratung betraut. Man habe "Buzzfeed" gebeten, weitere Informationen und Beweise zur Verfügung zu stellen, um eine Überprüfung möglichst schnell abzuschließen.
 

 
Der WWF ist eine der größten Umweltschutzorganisationen der Welt. Er wurde 1961 in Zürich gegründet und hat seinen Sitz bis heute in Gland bei Genf. "Unsere Mission ist es, eine Welt zu schaffen, in der Menschen und Wildtiere zusammen gedeihen können", heißt es auf der Website. Die Organisation ist in mehr als 100 Ländern aktiv.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
iPhone XR für 9,95 €* im Tarif MagentaMobil M
von der Telekom
Anzeige
Erstellen Sie jetzt 500 Visiten- karten schon ab 14,99 €
von vistaprint.de
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe