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Polizei in Indien erschießt vier mutmaßliche Sexualmörder nach der Festnahme

Nach der Festnahme  

Polizei in Indien erschießt vier mutmaßliche Sexualmörder

06.12.2019, 11:15 Uhr | dpa, AFP, rtr, jmt

Mutmaßliche Täter erschossen: Familie von Opfer dankt Polizei

Der Tod von vier mutmaßlichen Sexualstraftätern sorgt in Indien für Aufsehen. Polizisten hatten die Verdächtigen erschossen. Die Familie des Opfers zeigte sich dankbar. (Quelle: t-online.de/Reuters)

Indien: Die Polizei hat vier mutmaßliche Sexualmörder erschossen. (Quelle: t-online.de)


Bei einer Tatortbegehung haben Polizisten in Indien vier Männer erschossen, die eine Frau vergewaltigt und ermordet haben sollen. Die mutmaßlichen Täter waren zuvor festgenommen worden. 

Nach der Vergewaltigung und dem Mord an einer jungen Frau in Indien, sind die vier mutmaßlichen Täter von der Polizei erschossen worden. Polizisten hätten in der Nacht zum Freitag mit den Verdächtigen den Tatort begehen wollen, sagte ein Mitarbeiter der Polizei. Dabei hätten die Männer plötzlich versucht, die Waffen der Beamten zu ergreifen und zu fliehen. "Sie wollten Waffen an sich reißen", sagte Polizeisprecher Prakash Reddy. Die Polizisten hätten die Männer aus Notwehr erschossen, zwei Beamte seien verletzt worden. 

Verschleppt, vergewaltigt und getötet

Der Tod der 27-jährigen Veterinärin hatte landesweit wütende Proteste ausgelöst. Die vier Männer im Alter zwischen 20 und 30 wurden verdächtigt, vergangene Woche eine 27 Jahre alte Tierärztin vergewaltigt und getötet zu haben. Die junge Frau verschwand laut Polizeiangaben bei einer Mautstation nahe der Millionenstadt Hyderabad, wo sie ihren Motorroller geparkt hatte. Männer hatten der Frau demnach angeboten, bei der Reparatur ihres Rollers zu helfen, dann sollen sie die Frau verschleppt, vergewaltigt und getötet haben. Anschließend sollen sie die Leiche zu einer rund 25 Kilometer entfernten Straßenunterführung gebracht und angezündet haben.

Tausende Menschen demonstrierten nach der Tat in mehreren Städten, forderten mehr Rechte für Frauen und eine rasche und harte Verurteilung der vier Verdächtigen. Am vergangenen Samstag hielt die Polizei in Hyderabad nur mit Mühe eine aufgebrachte Menge davon ab, die Wache zu stürmen, in der die vier Männer festgehalten wurden.

Polizisten von Demonstranten gefeiert

Nach dem Tod der vier mutmaßlichen Täter riegelte die Polizei das Gelände ab. Hunderte Menschen strömten zusammen, um die Polizisten zu feiern. Einige zündeten zur Feier Feuerwerkskörper an, die Beamten wurden mit Blütenblättern bestreut. Auch aus anderen Landesteilen wurde von Freudenfeiern berichtet. Die Schwester der Ermordeten erklärte ebenfalls, der Tod der Verdächtigen freue sie.

Menschen werfen Blütenblätter auf indische Polizisten: Die Beamten haben vier Verdächtige erschossen. (Quelle: dpa/Mahesh Kumar)Menschen werfen Blütenblätter auf indische Polizisten: Die Beamten haben vier Verdächtige erschossen. (Quelle: Mahesh Kumar/dpa)

Die Anwältin Vrinda Grover hingegen bezeichnete das Vorgehen der Polizei als absolut inakzeptabel. Gewalttaten müssten Aufklärung und Strafverfolgung" nach sich ziehen, sagte Grover, keine Morde. Es war zunächst unklar, ob die Verdächtigen Handschellen trugen oder anders gefesselt waren, wie dies gewöhnlich der Fall ist. Menschenrechtsaktivisten werfen Polizei und Behörden immer wieder vor, mit außergerichtlichen Tötungen Gerichtsverfahren zu verhindern – oftmals, um die Aufarbeitung von eigenen Versäumnissen und Fehlverhalten zu verhindern.


In Indien hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder gegeben, die auch international Bestürzung auslösten. Nach den amtlichen Statistiken wurden im Jahr 2017 33.000 Vergewaltigungen gemeldet, darunter mehr als 10.000 Vergewaltigungen von Minderjährigen. Nach Angaben von Experten verzichten jedoch viele Opfer auf eine Anzeige. 

2012 war eine Studentin in einem Bus in Neu Delhi während der Fahrt von mehreren Männern vergewaltigt und so schwer verletzt worden, dass sie starb. Dieser Fall hatte in dem Land zu großer Empörung und schärferen Gesetzen geführt. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP, Reuters

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