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Hannover: Bewachung von Clan-Patient kostete 900.000 Euro

Wer zahlt Polizeischutz?  

Bewachung von Clan-Patient kostete 900.000 Euro

24.02.2020, 15:23 Uhr | dpa

Hannover: Bewachung von Clan-Patient kostete 900.000 Euro . Schwerbewaffnete Polizisten bewachen den Hubschrauberlandeplatz der Medizinischen Hochschule Hannover: Inzwischen hat der Mann das Land verlassen. (Archivbild) (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Schwerbewaffnete Polizisten bewachen den Hubschrauberlandeplatz der Medizinischen Hochschule Hannover: Inzwischen hat der Mann das Land verlassen. (Archivbild) (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Zwei Wochen lang lag ein 35-Jähriger in der Klinik, weil er angeschossen worden war. Er soll Mitglied eines Clans sein – und wurde für viel Geld von der Polizei geschützt.

Die Bewachung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds an der Medizinischen Hochschule Hannover über einen Zeitraum von rund zwei Wochen hat fast 900.000 Euro gekostet. Das sagte der hannoversche Polizeipräsident Volker Kluwe in einer Ausschuss-Sondersitzung im Landtag in Hannover. Die Einsatzlage sei sehr außergewöhnlich gewesen. Insgesamt seien bei dem Einsatz 16.058 Personalstunden angefallen, die Polizisten hätten fast 2.500 Schichten geleistet, erläuterte Kluwe.

Der 35-jährige Mann aus Montenegro war in der Klinik wegen Schussverletzungen behandelt worden. Rund zwei Wochen lang wurde er aufwendig von der Polizei bewacht. Am Freitag verließ er das Land in Richtung Istanbul, nachdem die Stadt Hannover in Abstimmung mit dem Innenministerium beschlossen hatte, den Mann auszuweisen. An dem Polizeieinsatz und den daraus entstandenen Kosten hatte sich ein heftiger politischer Streit entzündet.

Inzwischen habe das Land Niedersachsen den Vizepräsidenten der Klinik, Andreas Tecklenburg, mit sofortiger Wirkung freigestellt, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) in der Sondersitzung. Thümler bemängelte, sowohl intern bei der Medizinischen Hochschule als auch in der Meldekette von der Klinik zu den Sicherheitsbehörden und der Landesregierung habe es Defizite gegeben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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