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Australien: Mehr als 2.000 Koalas bei Bränden umgekommen

Tausende Tiere verbrannt  

So schlimm ist Australiens Feuerhölle für Koalas

23.12.2019, 15:01 Uhr
Feuerwehrmann teilt Wasser mit durstigem Koala

Wie sehr vor allem Koalas unter den Buschbränden in Australien leiden, zeigt dieses Video eindrücklich. Feuerwehrmänner hatten das dehydrierte Beuteltier gefunden – und teilten ihren Wasservorrat mit dem kleinen Pelztier. (Quelle: Reuters)

Rührende Szene: Als Feuerwehrmänner diesen leidenden Koala sehen, helfen sie ihm sofort. (Quelle: Reuters)


Seit Monaten wüten verheerende Brände in Australien, Hunderte Feuer bedrohen Leben und Lebensraum. Besonders hart trifft es die Tierwelt: Tausende Koalas sind schon verbrannt. Schuld ist auch der Mensch.

Die Flammen haben Australien weiter fest im Griff. Weihnachten fällt für viele Menschen aus. Sie müssen ihre Häuser beschützen oder können ihre Verwandten nicht besuchen, weil zahllose Straßen durch die Brände abgeschnitten sind. Über 200 Brände toben, besonders betroffen ist der Bundesstaat New South Wales mit der Großstadt Sydney. Zwei riesige Flächenbrände drohen, sich hier zu einem Megafeuer zu vereinen. 

Auch auf die Tierwelt haben die Feuer eine verheerende Wirkung. Wie die BBC schreibt, können einige Tiere den Flammen entkommen, viele andere hätten aber schlichtweg keine Option, da alternativer Lebensraum bereits durch den Menschen zerstört wurde – oder ihr natürliches Verhalten ihnen im Weg steht.

Koalas etwa seien von Natur aus sehr langsam und bei Gefahr würden sie sich auf Bäume retten. Große Flächen ihres Lebensraums wurden zerstört, die Koalas können oft aus ihren Gebieten nicht entkommen, weil es an den Grenzen schlicht keinen Lebensraum mehr gibt, sie sind isoliert. Die Tiere folgen dann ihrem natürlichen Instinkt, sich auf den Bäumen zusammenzurollen und dort auszuharren – in der aktuellen Situation genau der falsche Weg. Die Folge: Mehr als 2.000 Koalas sind bereits verbrannt, unzählige weitere verletzt.

Viele australische Waldbewohner sind eher still – jetzt schreien sie

Bilder von Feuerwehrleuten und Freiwilligen, die die Tiere retten und mit Wasser versorgen, gehen um die Welt. Viele Australier teilen unter dem Hashtag #AustralianFires unfassbare Aufnahmen der Feuer – immer wieder sind auch Tiere zu sehen. 

Viele Tiere könnten nach Angaben der BBC zudem nicht gerettet werden, weil sie schlichtweg kaum Geräusche von sich geben. Potenzielle Helfer hören also nicht, dass in der Nähe Lebewesen in den Bäumen sitzen, die Hilfe brauchen. In den Videos, die jetzt kursieren, hört man Koalas am Boden jedoch auch winseln und fiepen.

Die meisten Waldbewohner Australiens seien eher ruhige Zeitgenossen, Schreie würden bei den wenigsten zur Kommunikation gehören. Dennoch – so beschreiben es Retter vor Ort – sind diese derzeit oft zu hören. Ein Wissenschaftler beschreibt etwa: "Sie treten nur in Zeiten großen Stresses oder starken Schmerzes auf – zum Beispiel, wenn ein Hund ein Opossum anfällt."

Ein Gilbert-Kaninchenkänguru: Das kleine Beuteltier ist gefährdet – die Buschfeuer machen seine Situation nicht besser.  (Quelle: imago images)Ein Gilbert-Kaninchenkänguru: Das kleine Beuteltier ist gefährdet – die Buschfeuer machen seine Situation nicht besser. (Quelle: imago images)

Andere Tiere könnten den Flammen zwar entkommen, ihre Nahrungsgrundlage und Unterschlüpfe würden allerdings den Bränden zum Opfer fallen. Woanders hätten sie keine Chance zu überleben – unter anderem, weil alternativer Lebensraum bereits vom Menschen zerstört wurde. Ein weiteres Problem sind eingeführte Raubtiere, vor denen sich etwa Frösche und Eidechsen nach der Zerstörung ihrer Behausungen nicht mehr verstecken können. Betroffen seien außerdem Bienenstöcke, Papageien, Opossums – und Australiens am meisten gefährdetes Beuteltier: das Gilbert-Kaninchenkänguru. 

Der Wissenschaftler Chris Dickman sagt, dass die Ankunft der Europäer in Australien und der damit verbundene Eingriff in den natürlichen Lebensraum eine Mitschuld an der jetzigen Situation trägt. "Es ist jetzt eine ganz andere Landschaft", sagte er der BBC. 

Verwendete Quellen:

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