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Tochter von Putin-Ideologe getötet – Russische Medien schwören Rache


Nach Mordanschlag auf Daria Dugina
Russische Medien schwören Rache: "Kiew wird beben"

Von t-online, lw

Aktualisiert am 21.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Tochter von Alexander Dugin getötet: Das Auto war am Samstagabend nahe Moskau explodiert. (Quelle: t-online)
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Wer tötete die Tochter von Putins Chefideologe? Nach dem Attentat reagieren russische Politiker und Medien erzürnt – und fordern Vergeltung.

Der Tod der Tochter des russischen Ideologen Alexander Dugin bei einer Autoexplosion in der Nähe von Moskau hat in Russland eine Welle der Empörung losgetreten – und sorgt offenbar für Rachegedanken, vor allem bei den Kriegspropagandisten rund um Kremlchef Wladimir Putin.

Nachdem unter anderem der Anführer der Separatistenhochburg Donezk, Denis Puschilin, die Ukraine beschuldigt hatte, für das Attentat an Daria Dugina verantwortlich zu sein, hetzen nun auch russische Medien gegen das Land. Allen voran der TV-Sender, bei dem Alexander Dugin Chefredakteur ist.

Auf seiner Website verbreitet Tsargrad TV Aussagen der Chefredakteurin des staatlichen russischen Senders RT, Margarita Simonyan. Diese forderte vom Kreml, auf den Anschlag zu reagieren. Die Propagandistin hat wohl konkrete Vorstellungen: "Kiew wird beben", sagte sie.

Zudem rief sie dazu auf, Verwaltungs- und Zivilgebäude in der Ukraine anzugreifen. Weitere Journalistinnen und Journalisten ergänzten ihren Beitrag mit Adressen, die ihrer Meinung nach Ziel von Attacken werden sollten – unter anderem das Verwaltungsgebäude des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Simonyan erinnerte damit an mehrfache Drohungen Moskaus, die Kommandozentralen in Kiew ins Visier zu nehmen. Tsargrad TV zitierte außerdem den russischen Militärkommandant Akim Apachev: "Das ist natürlich ein großer Verlust für uns alle, aber ich möchte anmerken, dass er sicherlich gerächt wird", sagte er in einem Interview.

"Echte Patriotin"

Dugina sei eine "echte Patriotin" gewesen, trauerte der prominente Außenpolitiker und russische Verhandler im Konflikt mit der Ukraine, Leonid Sluzki, im Nachrichtenkanal Telegram. "Dieser barbarische Mord an Darja – das ist im Grunde ein Terroranschlag auf die Ideologie und das Verbindende der Russischen Welt." Die Schuldigen müssten mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden.

Auf dem Telegramchannel von Alexander Dugin teilte seine Verwaltung mit: "Es gibt Dinge, die wir nicht akzeptieren können." Dugin selbst hat sich noch nicht geäußert.

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB berichtet fast täglich von Festnahmen mutmaßlicher Terroristen, die im ukrainischen Auftrag Anschläge geplant haben sollen. Immer wieder veröffentlichten die Agenten dazu auch nicht überprüfbare Fotos und Videos von selbst gebauten Sprengsätzen und Geständnissen der Verdächtigen.

Ukraine weist Vorwürfe von sich

Derweil steht noch nicht fest, wer für Duginas Tod verantwortlich ist. Die russischen Behörden haben Mordermittlungen eingeleitet. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak wies eine Beteiligung Kiews zurück. "Die Ukraine hat natürlich mit der gestrigen Explosion nichts zu tun, weil wir kein krimineller Staat sind – wie die Russische Föderation – und schon gar kein Terrorstaat", sagte Podoljak dem Internetportal "Ukrajinska Prawda" zufolge bei einem Fernsehauftritt am Sonntag.

Podoljak sagte, dass Russland seine im Moment noch im Verborgenen organisierte Mobilmachung für den Krieg gegen die Ukraine in eine echte verwandeln wolle. Dafür brauche es einen Funken. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen von Duginas Tod.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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