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Ukraine: Selenskyj spricht von Rückeroberungen – die Nacht im Überblick


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Selenskyj feiert angebliche Rückeroberungen

Von dpa
Aktualisiert am 05.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Selenskyj zeichnet einen Soldaten mit einem Orden aus: Der Präsident der Ukraine hat das Ziel der Rückeroberung der Krim bekräftigt.
Selenskyj zeichnet einen Soldaten mit einem Orden aus: Der Präsident der Ukraine hat das Ziel der Rückeroberung der Krim bekräftigt. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/imago images)
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Der ukrainische Regierungschef Schmyhal wirbt bei Kanzler Scholz um neue Waffen. Und Präsident Selenskyj spricht von rückeroberten Orten. Ein Überblick.

Nach den Waffenlieferungen auch aus Deutschland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von Rückeroberungen von Gebieten bei den Kämpfen gegen den russischen Angriff gesprochen. "Die ukrainischen Flaggen kehren dorthin zurück, wo sie rechtmäßig sein sollten. Und es gibt keinen Platz für die Besatzer in unserem Land", sagte Selenskyj am Sonntag in Kiew. Nach Angaben des Präsidentenbüros befreiten die ukrainischen Streitkräfte die Ortschaft Wyssokopillja im nördlichen Teil des Gebiets Cherson von der russischen Besatzung. Der Montag ist Tag 194 in dem Krieg.

Medienberichten zufolge hatten ukrainische Truppen außerdem die Ortschaft Oserne im Gebiet Donezk zurückerobert. Von unabhängiger Seite waren diese Angaben nicht überprüfbar. In einem Video bekräftigte Selenskyj zudem das Ziel einer Rückeroberung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. "Ich glaube daran, dass die ukrainische Flagge und das freie Leben auf die Krim zurückkehren. Wir befreien unsere gesamte Erde, alle unsere Menschen", sagte Selenskyj.

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Russland hatte die Krim 2014 in sein Staatsgebiet eingegliedert. Den Angriff auf die Ukraine hatte Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar unter anderem damit begründet, dass er nach eigenen Angaben Hinweise auf Versuche der ukrainischen Führung sah, sich die Krim mit militärischer Gewalt zurückzuholen. Russland hatte stets betont, dies unter keinen Umständen zuzulassen.

Zuletzt hatte es massive Explosionen mit verheerenden Zerstörungen und Zwischenfälle mit Drohnen auf der Krim gegeben. Die ohnehin extremen Sicherheitsvorkehrungen auf der Halbinsel wurden dann noch einmal verstärkt. "Die russische Präsenz hat die Krim zu einem der gefährlichsten und unfreien Orte in Europa gemacht", sagte Selenskyj.

Ukrainischer Regierungschef spricht mit Scholz über Kampfpanzer

Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin machte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal nach eigenen Angaben konkrete Vorschläge zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an Kiew. "Wir haben über das Thema gesprochen. Wir haben sogar vorgeschlagen, auf welche Weise Deutschland die Ukraine mit diesen Panzern versorgen kann", sagte Schmyhal am Sonntag nach seinem Gespräch mit Scholz im Kanzleramt vor Journalisten.

Deutschland hat der Ukraine bereits die Panzerhaubitze 2000, den Mehrfachraketenwerfer MARS-II und andere Waffen geliefert. Er habe mit Scholz über eine Ausweitung der Lieferungen gesprochen, sagte Schmyhal. Er nannte keine Details. "Bei neuen Waffentypen haben wir natürlich die Diskussionen begonnen." Die Gespräche sollten fortgesetzt werden.

"Ich möchte betonen, dass jeder deutsche Politiker begreift, dass heute ein Krieg in der Ukraine und ein hybrider Krieg auf dem Territorium der Europäischen Union stattfindet", sagte Schmyhal. Russland führe diesen Krieg etwa auch im Energiebereich – mit Gas, Öl und Strom – mit Desinformation und mit Cyberattacken. Er habe die Bereitschaft gespürt, dass Deutschland "absolut bereit ist, diese Heizsaison zu durchleben, die Schwierigkeiten zu durchleben", meinte er. "Und Russland wird, davon bin ich überzeugt, nach dieser Heizsaison entsprechende Verluste erleiden."

Schmyhal äußerte die Hoffnung, dass auch die Ukraine stabil durch den Winter kommt. "Faktisch haben wir heute etwa 13 Milliarden Kubikmeter Gas in unseren Speichern. Wir haben heute mehr als zwei Millionen Tonnen Kohle. Das gibt uns die Hoffnung auf ein stabiles Durchlaufen dieser schwierigen Heizsaison." Trotzdem werde es schwierig wegen der militärischen Risiken.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Denys Schmyhal: Der Ministerpräsident der Ukraine traf zuvor bereits Bundespräsident Steinmeier.
Bundeskanzler Olaf Scholz und Denys Schmyhal: Der Ministerpräsident der Ukraine traf zuvor bereits Bundespräsident Steinmeier. (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)

Selenskyj fordert erneut EU-Einreiseverbote für Russen

Präsident Selenskyj bekräftigte in einem nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgenommenen Video außerdem seine Forderungen nach Einreiseverboten für Russen. Es müsse Einschränkungen bei der Vergabe von Visa für jene geben, die den Terror gegen die Ukraine unterstützten und in Europa Spaß und Unterhaltung suchten, betonte er. "Europa ist ein Land der Werte und kein Disneyland für die Unterstützer von Terror." Die EU hatte Ende August angekündigt, lediglich ein mit Russland geschlossenes Abkommen zur Erleichterung der Visavergabe für Reisende vollständig auszusetzen. Reisen sind weiter möglich.

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Was am Montag wichtig wird

Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und der hohen Preise auf dem Energiemarkt beraten rund 20 Ölproduzentenländer, darunter Russland, im Rahmen der Allianz Opec+ über ihre Förderquoten ab Oktober. Viele Marktbeobachter erwarten, dass die Gruppe in der Online-Sitzung am Montag an ihren bisherigen Produktionszielen festhält. Saudi-Arabien, eines der dominierenden Mitglieder, hatte jedoch unlängst eine mögliche Produktionskürzung in den Raum gestellt.

Zu Ende der vergangenen Handelswoche waren die Ölpreise nach mehreren Tagen mit Abschlägen wieder gestiegen. Zuvor war Rohöl unter Druck geraten. Zu den Faktoren für den Abwärtstrend gehörten Sorgen über die globale Wirtschaft, der Kampf vieler Zentralbanken gegen die Inflation sowie der starke Dollar, der den in der US-Währung gehandelten Rohstoff für viele Marktteilnehmer verteuert. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist das Preisniveau jedoch weiter deutlich höher als vor dem Konflikt.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Adrian Roeger
Von Hannes Molnár, Adrian Röger
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