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G20: Baerbock bietet russischem Außenminister Lawrow die Stirn


Emotionaler Appell
Baerbock bietet russischem Außenminister die Stirn

Von t-online, cc

Aktualisiert am 22.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Außenministerin Annalena Baerbock (2.v.l., Bündnis 90/Die Grünen) sitzt in Rio nur drei Plätze neben Sergej Lawrow (r.).Vergrößern des BildesAußenministerin Annalena Baerbock (2.v.l., Bündnis 90/Die Grünen) sitzt in Rio nur drei Plätze neben Sergej Lawrow (r.). (Quelle: Bernd von Jutrczenka)
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Annalena Baerbock hat ihren russischen Kollegen auf offener Bühne attackiert. Es ist nicht das erste Mal, dass die Grünen-Politikerin Sergej Lawrow angeht.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock ist dafür bekannt, auch auf internationaler Bühne kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So nun auch beim G20-Treffen in Rio de Janeiro geschehen. Die Grünen-Politikerin wandte sich direkt an den russischen Außenminister Sergej Lawrow und forderte ihn auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

"Wenn Ihnen Menschenleben am Herzen liegen, wenn Ihnen Ihr eigenes Volk am Herzen liegt, russische Kinder und Jugendliche, müssen Sie diesen Krieg jetzt beenden", sagte Baerbock am Mittwoch in Richtung ihres russischen Amtskollegen. "Wenn Russland diesen Krieg jetzt beenden würde, wäre morgen der Weg zum Frieden und zur Gerechtigkeit weit offen".

Lawrow hatte nur drei Plätze neben der deutschen Außenministerin Platz genommen, zwischen den beiden saßen nur noch Italiens Vize-Außenminister Edmondo Cirielli und Alicia Barcena Ibarra, Außenministerin von Mexiko. Dass Baerbocks emotionaler Aufruf an die russische Führung etwas bewirkt haben könnte, darf bezweifelt werden. Lawrow reagierte, wie er es immer in solchen Situationen zu tun pflegt, stoisch und desinteressiert.

Russlands Außenminister drückte unbeeindruckt auf seinem Mobiltelefon herum, später telefonierte er demonstrativ, so als gäbe es weitaus Wichtigeres als die Runde der G20. Die führenden Wirtschaftsnationen der Welt hatten ihre Vertreter nach Brasilien geschickt, um sie dort im Rahmen einer Arbeitssitzung zum Thema "Die Rolle der G20 vor dem Hintergrund andauernder Krisen" debattieren zu lassen.

Baerbock nahm die Gelegenheit wahr, um auf die Kriegsgräuel in der Ukraine hinzuweisen und die anderen Staaten zu einer gemeinsamen Linie in dem Konflikt zu ermuntern: "Wenn wir eine 'gerechte Welt' aufbauen wollen, müssen wir Kriege und Krisen gemeinsam angehen. Entschlossen, respektvoll und mit der Bereitschaft zur Selbstreflexion." Sie respektiere die unterschiedlichen Perspektiven zum Krieg in der Ukraine. Ein Land, das 10.000 Kilometer von Kiew entfernt sei, empfinde eine andere Bedrohung der Sicherheit als ein Land in Europa.

Aber "Russlands Aggression ist mehr als ein regionaler Konflikt", mahnte Baerbock. Der russische Angriffskrieg "fordert uns alle auf, die Grundprinzipien, die uns alle schützen, entschlossen zu verteidigen: die Charta der Vereinten Nationen, das Völkerrecht und die Menschenrechte. Diese Prinzipien schützen alle Nationen, egal wie groß oder klein."

Es ist nicht das erste Mal, dass Baerbock bei einem G20-Treffen die direkte Konfrontation mit Russland sucht. War Sergej Lawrow im Juli 2022, wenige Monate nach dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs, noch wortlos aus dem Saal gestürmt, als die deutsche Außenministerin ihre Rede beim G20-Gipfel in Bali begann, blieb er im März 2023 beim Treffen in Neu-Delhi immerhin im Saal. Auch dort ging Baerbock ihn mit der Aufforderung an, den Ukraine-Krieg zu beenden. "Es ist gut, dass Sie hier im Saal sind, um zuzuhören", sagte sie damals.

Keine Freunde im Kreml gemacht

Und weiter führte sie aus: "Stoppen Sie diesen Krieg. Stoppen Sie die Verletzung unserer internationalen Ordnung. Stoppen Sie die Bombardierung ukrainischer Städte und Zivilisten. Nicht in einem Monat oder einem Jahr, sondern heute". Doch auch ein Jahr später und zwei Jahre nach dem Beginn der russischen Aggression in der Ukraine ist nichts dergleichen passiert.

Mit ihren andauernden Attacken hat sich die 43-jährige Diplomatin offenbar keine Freunde im Kreml gemacht. In einem Interview sagte Russlands Diktator Wladimir Putin jüngst, Baerbock verhalte sich "feindselig gegen das eigene Land". In der Sendung "Moskau. Kreml. Putin", einer regelmäßigen Propaganda-Show im russischen Staatsfernsehen, sagte der 71-jährige Machthaber: "Es ist schwer, sich vorzustellen, dass eine Politikerin dieses Ranges sich so geringschätzig zu den wirtschaftlichen Interessen ihres Landes, ihres Volkes verhält."

Putin bezog seinen Kommentar wohl auf die auch von den Grünen initiierte Wende in der Energiepolitik und dem Einfuhrstopp von russischen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas. Auch sprach er in der Sendung Baerbocks Namen zunächst falsch aus. Beobachter werteten das nicht als Zufall, denn Putin spricht fließend Deutsch.

Verwendete Quellen
  • zeit.de: Putin kritisiert deutsche Außenministerin Baerbock
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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