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Wie Deutschland im Weltall punkten will

Von dpa
Aktualisiert am 31.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Eine Ariane 5 Rakete startet 2016 in Franz├Âsisch-Guyana.
Eine Ariane 5 Rakete startet 2016 in Franz├Âsisch-Guyana. (Quelle: S Martin/Arianespace Cnes/Csg/ARIANESPACE./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Menschheit im Weltraum - f├╝r viele klingt das futuristisch und ziemlich weit weg. Doch die ersten Touristen haben schon einen Trip zum Mond gebucht.

Noch ein paar Jahre sp├Ąter wird wohl sogar das gelingen, was Wissenschaft und Industrie mit Hochdruck vorbereiten: dass Menschen den Mars betreten. F├╝r die Forschung, aber auch die Industrie, ist der Weltraum eine Goldgrube - eine Goldgrube, in der Deutschland neben gro├čen Weltraumnationen wie Russland oder den USA vorne mitspielen will.

"Klar ist: Wir wollen wettbewerbsf├Ąhig sein", sagte Deutschlands Koordinator f├╝r Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), am Donnerstag in Berlin bei einer Gespr├Ąchsrunde mit Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Industrie.

Vor wenigen Wochen schickte das Deutsche Zentrum f├╝r Luft- und Raumfahrt einen Satelliten mit Gew├Ąchshaus ins All, auf dem Tomaten sprie├čen sollen, die mit dem Urin von Astronauten bew├Ąssert werden. Kurz vor Weihnachten kehrte der deutsche Astronaut Alexander Gerst von der Internationalen Raumstation (ISS) zur├╝ck. N├Ąchstes Jahr soll die Ariane 6 ihr Deb├╝t feiern, die neueste Version der europ├Ąischen Tr├Ągerrakete mit starker deutscher Beteiligung. Das sind nur einige von vielen Weltraumprojekten, die Deutschland vorantreibt.

Doch die Konkurrenz schl├Ąft nicht. Luxemburg etwa hat sich das Ziel gesetzt, bei den Gro├čen im All mitzuspielen. Neben steuerlich g├╝nstigen Bedingungen hat das Land noch etwas, das Deutschland bisher nicht hat: ein Weltraumgesetz. F├╝r Unternehmer bietet das mehr rechtliche Sicherheit. Die Bundesregierung will diese L├╝cke schlie├čen und im Jahr 2020 einen Entwurf f├╝r ein solches Gesetz vorlegen. In der vergangenen Wahlperiode war ein ├Ąhnlicher Vorsto├č gescheitert.

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"Wir m├╝ssen verhindern, dass eine Gesetzeslage geschaffen wird, bei der Start-Ups in andere L├Ąnder abwandern", mahnt das Pr├Ąsidiumsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Andreas Hammer. Jarzombek zufolge soll das Gesetz Deutschlands Position im internationalen Wettbewerb st├Ąrken. Es soll etwa regeln, wer haftet, wenn Sch├Ąden entstehen. Beim Thema Weltraumbergbau, also der Gewinnung von Rohstoffen aus dem All, pl├Ądiert der Raumfahrt-Koordinator hingegen f├╝r Regeln auf der Ebene der Vereinten Nationen. Die Bundesregierung berate aber dar├╝ber, ob man zu Forschungszwecken etwa den Abbau geringer Mengen seltener Erden auf Asteroiden erlaube.

Im vergangenen Jahr lag der Umsatz der deutschen Luft- und Raumfahrt nach Angaben des Bundesverbands bei 40 Milliarden Euro und damit sechs Prozent h├Âher als im Jahr zuvor. Fast drei Viertel davon machen Exporte aus. Doch die wachsende Branche will mehr: Deutschland solle 500 Millionen Euro bis 2020 locker machen, fordert Hammer. Jarzombek sieht in der Raumfahrt auch eine gro├če Chance f├╝r den Mittelstand. "Da gibt es viele Hidden Champions", sagte er. Diese wolle man f├Ârdern.

Damit auch der Nachwuchs ins All strebt, sollten naturwissenschaftliche F├Ącher besser gef├Ârdert werden, fordern die Industrievertreter. "Wir brauchen hochqualifizierte Mitarbeiter", sagt Hammer. "Wir m├╝ssen f├╝r die Raumfahrt begeistern." 2017 besch├Ąftigte die Branche rund 109 500 Menschen.

So kompliziert und schwer greifbar der Weltraum auch ist - er ist und bleibt auch ein Sehnsuchtsort. Selbst Raumfahrt-Unternehmer schw├Ąrmen davon, wie sehr Mars-Missionen die Menschen ber├╝hren. Und Jarzombek berichtet von Vorw├╝rfen seiner Frau, er habe den gemeinsamen Sohn "spacified" (zu deutsch: "weltraumisiert"). "Einmal von au├čen auf die Erde zu gucken ist etwas, das viele fasziniert", sagt Deutschlands Mann f├╝rs All. "Mich auch."

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