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Kommt die Pockenimpfung mit dem Affenpocken-Ausbruch zur├╝ck?

Von dpa
Aktualisiert am 25.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Die Pocken z├Ąhlten lange zu den gef├Ąhrlichsten Krankheiten ├╝berhaupt f├╝r den Menschen.
Die Pocken z├Ąhlten lange zu den gef├Ąhrlichsten Krankheiten ├╝berhaupt f├╝r den Menschen. (Quelle: Bernd Wei├čbrod/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Bis heute zeugt die Narbe am Oberarm vieler Erwachsener davon: 1967 startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine weltweite Impfkampagne gegen Pocken, im Zuge derer Milliarden geimpft wurden.

Es war der Anfang vom Ende der Krankheit. Sie hatte zuvor jahrtausendelang gew├╝tet. Selbst bei ├Ągyptischen Mumien fanden sich pocken├Ąhnliche Hautausschl├Ąge. Drei von zehn Infizierten starben nach Angaben der US-Seuchenschutzbeh├Ârde CDC. Bereits 1980 erkl├Ąrte die WHO die Ausrottung der Pocken weltweit.

Seit dem Ende von Pockenimpfungen - die Pflicht zur Erstimpfung wurde etwa in der BRD 1976 und in der DDR 1982 aufgehoben - sind allerdings immer weniger Menschen gegen das Variolavirus immun, das die Pocken hervorruft. Mit der derzeit ungew├Âhnlichen H├Ąufung von Affenpockenf├Ąllen in westlichen L├Ąndern durch einen verwandten Erreger stellt sich die Frage nach erneuten Impfungen. Speziell gegen Affenpocken gibt es in Europa keine zugelassenen Impfstoffe. Allerdings nehmen Fachleute an, dass herk├Âmmliche Pockenimpfstoffe einen gewissen Schutz bieten.

Alter Pockenimpfstoff nicht geeignet

Die Bundesregierung hat laut einem Bericht f├╝r den Gesundheitsausschuss des Bundestages etwa 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert. Dieses Vakzin sei wegen zu erwartender Nebenwirkungen jedoch nicht zum Einsatz gegen Affenpocken geeignet, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

"Der ├Ąltere Pockenimpfstoff hat viele Nebenwirkungen, zudem enth├Ąlt er vermehrungsf├Ąhige Viren, die sich im K├Ârper von immungeschw├Ąchten Menschen ausbreiten k├Ânnten", sagte Stefan Kaufmann, emeritierter Direktor am Berliner Max-Planck-Institut f├╝r Infektionsbiologie.

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Daneben gibt es noch einen neueren Pockenimpfstoff, der auf einer Weiterentwicklung durch den Mikrobiologen Anton Mayr in den 1960er Jahren in Bayern basiert. Dabei werde ein im Labor abgeschw├Ąchtes Impfvirus genutzt, um eine Immunantwort gegen Pocken zu erzeugen, sagte der Wiener Facharzt f├╝r Impfen und Reisemedizin Herwig Kollaritsch. Fachleute sprechen kurz von MVA-Impfung (MVA: Modifiziertes Vacciniavirus Ankara).

"Diese Impfung wurde in den 1960ern eine Zeit lang verwendet, aber nie in gro├čem Stil. Sie ist besser vertr├Ąglich, das Virus nicht mehr vermehrungsf├Ąhig", sagte Kollaritsch, der Mitglied des ├Âsterreichischen Pendants zur St├Ąndigen Impfkommission (Stiko) ist.

Genug Imfpstoff bestellt?

Dem Hersteller des Affenpocken-Impfstoffs Imvanex zufolge ist bei dem aktuellen Ausbruch nicht mit einem Mangel des Vakzins zu rechnen. "Wir glauben, dass wir die weltweite Nachfrage bedienen k├Ânnen ohne weitere Investitionen in unsere Produktionsanlagen", sagte Sprecher des Unternehmens Bavarian Nordic, Rolf Sass S├Şrensen, am Mittwoch im Gespr├Ąch mit der Deutschen Presse-Agentur. Bavarian Nordic hat seinen Hauptsitz in D├Ąnemark, wo auch die Produktion stattfindet. Entwickelt wurde der Vektorimpfstoff aber in der deutschen Niederlassung in Martinsried bei M├╝nchen.

Das Unternehmen verf├╝gt ├╝ber die einzige Zulassung f├╝r ein Vakzin gegen die Affenpocken weltweit. M├Âglich sei derzeit die Produktion von 30 Millionen Dosen j├Ąhrlich, sagte S├Şrensen.

Die Zulassung f├╝r Affenpocken beschr├Ąnkt sich jedoch auf die USA, wo der Impfstoff unter dem Namen Jynneos bekannt ist, und Kanada. Eine Zulassung in der Europ├Ąischen Union sei in Planung, sagte S├Şrensen. In Europa ist der Impfstoff bisher nur f├╝r die als ausgestorben geltenden Pocken beim Menschen zugelassen. Beispielsweise in Gro├čbritannien werde das Vakzin aber auch "Off-Label", also ohne entsprechende Zulassung eingesetzt, so S├Şrensen weiter.

Welche Mengen des Impfstoffs genau an welche L├Ąnder verkauft werden, wollte der Sprecher nicht verraten. Er betonte jedoch, das Unternehmen erhalte derzeit Anfragen "aus vielen, vielen L├Ąndern" und es sei wahrscheinlich, dass aus allen von dem aktuellen Ausbruch betroffenen L├Ąndern entsprechende Anfragen eingingen. Deutschland hat nach Angaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) "bis zu 40.000 Dosen" Pockenimpfstoff bestellt.

Ansto├č f├╝r die Entwicklung des Pockenimpfstoffs von Bavarian Nordic hatte eine Kooperation mit der US-Regierung gegeben. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 habe die US-Regierung aus Sorge vor einem Angriff mit Pockenviren Pl├Ąne erstellt, um die gesamte Bev├Âlkerung zu impfen, sagte S├Şrensen. Die ├Ąlteren Impfstoffe seien aber mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden gewesen. "Deswegen kamen sie zu uns und baten uns, eine bessere und neuere Generation von Pockenimpfung herzustellen", f├╝gte er hinzu. Es handle sich um ein sehr sicheres Vakzin, das auf einer sehr soliden Datenlage getestet worden sei.

Affenpocken sind harmloser als Pocken

In dem neueren Impfstoff sieht Kollaritsch allenfalls ein Instrument, um Menschen zu impfen, die ein hohes Risiko haben, dem Erreger ausgesetzt zu sein, etwa Personal spezieller Isolierstationen. "F├╝r die breite Bev├Âlkerung w├Ąre diese Impfung Unfug. Affenpocken sind wesentlich harmloser als die Pocken und infektionsepidemiologisch von viel geringerer Bedeutung. Wir m├╝ssen auch bedenken, dass eine sehr gute Therapie f├╝r Infizierte verf├╝gbar ist."

Der Erreger der Affenpocken sei ein DNA-Virus, sagte der Virologe Nowotny. Das hei├če, es sei sehr viel tr├Ąger als Sars-CoV-2 und mutiere kaum. Varianten werde man daher nicht so schnell sehen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hielt fest, dass nach derzeitigem Wissen ein enger Kontakt f├╝r eine Erreger-├ťbertragung erforderlich sei, "deshalb kann gegenw├Ąrtig davon ausgegangen werden, dass der Ausbruch begrenzt bleibt". Empfohlen wird Isolierung beziehungsweise Quarant├Ąne f├╝r Infizierte und ihre engen Kontakte. Kontakte von Infizierten m├╝ssen aus Expertensicht genau nachverfolgt werden. Das kann aber herausfordernd werden: Die Inkubationszeit betr├Ągt laut RKI 5 bis 21 Tage. Menschen mit mehreren Sexualpartnern haben nach RKI-Einsch├Ątzung eine h├Âhere Infektionsgefahr als andere. Gerade bei ihnen d├╝rften aber auch anonyme Kontakte eine Rolle spielen.

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