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Söder pocht auf Impfen in Apotheken: Bund-LÀnder-Runde

Von dpa
30.11.2021Lesedauer: 3 Min.
MinisterprÀsident Söder
Markus Söder kommt zu einem Treffen zum aktuellen Stand der Corona-Lage in der Region. (Quelle: Daniel Karmann/dpa/dpa-bilder)
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Wenige Stunden vor der Bund-LĂ€nder-Runde zu Corona hat Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) erneut ein entschlossenes und gemeinsames Handeln aller eingefordert. "Jetzt muss halt der Bund seine Hausaufgaben machen", sagte er am Dienstagmorgen dem Bayerischen Rundfunk. Dazu gehöre es etwa, den Apotheken die Möglichkeit zum Impfen zu geben und fĂŒr genĂŒgend Impfstoff zu sorgen. "Und die rechtliche Basis fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht zu legen." Es brauche einheitliche Maßnahmen in Deutschland und keinen Flickenteppich. Auch die Interessenvertreter der Apotheken drĂ€ngen darauf, das Impfen in den Apotheken zu ermöglichen.

An diesem Dienstag um 13.00 Uhr wollen die geschĂ€ftsfĂŒhrende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den MinisterprĂ€sidentinnen und -prĂ€sidenten der LĂ€nder telefonisch ĂŒber die Krise beraten. Konkrete Vorgaben ĂŒber ihren Handlungsspielraum erhofft sich die Politik von den ersten grundsĂ€tzlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu den FreiheitsbeschrĂ€nkungen in der Corona-Pandemie, die am Vormittag in Karlsruhe veröffentlicht werden.

Söder sagte in der "Radiowelt" auf Bayern 2, er erwarte sich Klarheit von den GesprĂ€chen. Es sei aber alles ein wenig schwierig, weil es diesmal keine VorgesprĂ€che gegeben habe. "Ein etwas seltsames Verfahren - wir hĂ€tten ja eigentlich mal besprechen mĂŒssen, um was es geht."

Der Bayerische Apothekerverband zeigte sich grundsĂ€tzlich offen fĂŒr Impfungen gegen das Coronavirus. "Apotheker kennen sich mit Impfstoff aus", sagte Verbandssprecher Thomas Metz. Modellprojekte mit Grippeimpfungen zeigten, dass sie Impfstoff spritzen könnten. Allerdings sei es auch eine Frage der KapazitĂ€ten und Ressourcen. "Auch Apotheken sind absolut am Limit, um alle hinzugekommenen Aufgaben zu erledigen", so Metz. Dazu zĂ€hlten zum Beispiel die Impfstofflieferungen an Praxen, Schnelltests oder Impfzertifikate.

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"Mit den bestehenden Strukturen werden wir es nicht schaffen, bis Weihnachten 50 Millionen Menschen zu impfen", warnte der PrĂ€sident des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen, Stefan Hartmann aus Gilching in Oberbayern, im "MĂŒnchner Merkur" (Dienstag). "Wir Apotheker wollen unseren Beitrag zur PandemiebekĂ€mpfung leisten."

Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland sollen aus Sicht der Gesundheitsminister der LĂ€nder kĂŒnftig auch Apotheken und ZahnĂ€rzte mit einbezogen werden. Der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafĂŒr zu schaffen, hatte der Vorsitzende der Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, am Montag in MĂŒnchen nach einer Schaltkonferenz gesagt.

Gegen Impfungen in der Apotheke stellte sich allerdings die KassenĂ€rztliche Vereinigung Bayerns (KVB). "Acht Millionen Impfungen insgesamt und ĂŒber 150 000 an einem Wochenende beweisen eindrucksvoll das anhaltend große Engagement der bayerischen Praxen im Kampf gegen die Corona-Pandemie", hieß es in einer Mitteilung der KVB. "Es könnten noch weit mehr sein, wenn die Impfstoffverteilung durch das zustĂ€ndige Bundgesundheitsministerium endlich in geordneten Bahnen verlaufen wĂŒrde - also ohne Kontingentierung und kurzfristige Umstellungen bei Impfstoffen. Die Diskussion darĂŒber, ob man auch in Apotheken impfen sollte, ist hingegen ĂŒberflĂŒssig." Wenn die Praxen und Impfzentren ausreichend Impfstoff erhalten, seien sie in der Lage, die Impfkampagne weiter voranzubringen.

Auch Söder beklagte im Radio-Interview erneut das Liefermanagement des Bundes. Der Bund habe bisher die Verteilung der Impfstoffe mangelhaft organisiert. Man habe vor einigen Wochen noch Impfstoff international abgegeben, wo man ihn doch dringend gebraucht hĂ€tte. "In der Tat ist es so, wir brauchen jetzt fĂŒr das Boostern mehr Impfstoff."

Zum Thema vorgezogene Weihnachtsferien sagte Söder, er sei offen fĂŒr GesprĂ€che mit allen darĂŒber. Derzeit gebe es keinen Anlass, die Schulen in Bayern zu schließen.

Angesichts der dramatischen Infektionslage in Deutschland forderte Söder zudem Geisterspiele in allen deutschen Fußballstadien. "Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn wieder Zuschauer zuzulassen. Es ist eine wichtige Forderung, dass wir heute bundeseinheitlich beschließen, dass wir kĂŒnftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, wĂŒrden wir das fĂŒr Bayern allein machen."

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche ist in Bayern indes weiter rĂŒcklĂ€ufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 618,2 (Stand: 3.15 Uhr) an - am Dienstag vergangener Woche lag die Inzidenz bei 644,9. Söder sieht diese Entwicklung auch als Folge der verschĂ€rften Regeln im Freistaat. Insgesamt meldete das RKI am Dienstag fĂŒr den Freistaat 6789 Neuinfektionen und 99 weitere TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die höchste Inzidenz unter den Regionen wies demnach der Landkreis Rosenheim mit 1267,4 aus. Dahinter folgen die Landkreise Freyung-Grafenau, Rottal-Inn, Passau, Traunstein, MĂŒhldorf am Inn, Berchtesgadener Land und die Stadt Rosenheim. Alle lagen ĂŒber der 1000er-Marke.

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