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Kampf um Hansi Flick: Das sind die Machtverhältnisse beim FC Bayern

"Nicht mehr tragbar"  

Kampf um Flick: Die Machtverhältnisse beim FC Bayern

Von Patrick Mayer

03.04.2021, 11:39 Uhr
Kampf um Hansi Flick: Das sind die Machtverhältnisse beim FC Bayern. Hansi Flick: Der Erfolgstrainer von Bayern hat eine unklare Zukunft. (Quelle: imago images)

Hansi Flick: Der Erfolgstrainer von Bayern hat eine unklare Zukunft. (Quelle: imago images)

Hansi Flick vermeidet eine Absage an den Bundestrainerjob und verunsichert damit den FC Bayern. Das Verhältnis zu Hasan Salihamidzic bleibt wackelig, der bevorstehende Abgang von Karl-Heinz Rummenigge wirft Schatten voraus. t-online erklärt die Machtverhältnisse in München.

Es ist "Löwen"-Hoheitsgebiet. Wenn man in München mit dem Auto zum FC Bayern gelangen möchte, fährt man die lange Grünwalder Straße in Giesing entlang. Hier ist der TSV 1860 München daheim. Greifbare Rivalität.

Denn: Knapp 500 Meter weiter taucht zwischen verkehrsberuhigten Zonen und dicht bewachsenen Vorstadtgärten das mächtige Vereinsgelände der Bayern an der Säbener Straße auf. "Seitenstraßler" nennen die Fans der "Blauen" die "Roten" wegen der abseitigen Lage.

FC Bayern: Es knarzt zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic

Von Vorstadtidylle war im heimeligen München-Harlaching zuletzt jedoch wenig zu spüren. Zwischen Coach Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic soll es kräftig knarzen, heißt es. Und plötzlich wird der Bundestrainerposten frei, jener Job, der Flick so sehr reizen soll.

Keine Frage: Vor dem Bundesliga-Topspiel bei RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr, hier im Live-Ticker) geht es längst um die nähere Zukunft des deutschen Rekordmeisters. Nicht zuletzt, weil ein Mediator bald weg ist. t-online verschafft einen Überblick über die bajuwarischen Machtverhältnisse.

Herbert Hainer: Auf den Spuren von Uli Hoeneß

Der heutige FC Bayern ist der Entwurf von Uli Hoeneß (69 Jahre). Sein Nachfolger als Präsident, Herbert Hainer (66), ist eher der Typ Mitgestalter.

"Bei zwei so meinungsstarken Menschen kann es auch mal zu intensiveren Diskussionen kommen", erklärte der Niederbayer jüngst zum Flick-Salihamidzic-Zwist. Ganz im Stil eines Beobachters. Diese Funktion hat Hainer als Aufsichtsratschef auch offiziell inne.

Uli Hoeneß: Der Patron wirkt weiter beim FC Bayern

Dem Aufsichtsrat gehört weiterhin Uli Hoeneß an, der mehr beim FC Bayern wirkt als es nach außen den Anschein hat. So tauscht er sich eng mit Kumpel Hainer aus, gerne auf seinem Anwesen am Tegernsee, von wo aus er einen hervorragenden Blick auf das Bräustüberl auf der anderen Uferseite hat.

Etwas versetzt von der herzoglichen Brauerei im gleichnamigen Ferienort Tegernsee 50 Kilometer südlich von München wohnt FCB-Kapitän Manuel Neuer. Sinnbildlich. Hoeneß hat alles im Blick. Kurz vor der Corona-Krise erzählte der Pensionär im Interview der "tz", dass er "ein Mal pro Woche" an der Säbener Straße sei.

Uli Hoeneß (l.) und Herbert Hainer bei einem Spiel der Frauenmannschaft des FC Bayern: Vorgänger und Nachfolger pflegen ein gutes Verhältnis. (Quelle: imago images/Eibner)Uli Hoeneß (l.) und Herbert Hainer bei einem Spiel der Frauenmannschaft des FC Bayern: Vorgänger und Nachfolger pflegen ein gutes Verhältnis. (Quelle: Eibner/imago images)

Oliver Kahn: Der neue Boss des FC Bayern steht bereit

In der Münchner Arena sitzt Hoeneß bei Heimspielen sowieso auf der Tribüne, unweit von Oliver Kahn. Der 51-jährige Ex-Torwart wird der neue starke Mann werden, darin sind sich alle Beobachter einig. Bereits im Februar 2020 richtete er sich in einer vielsagenden E-Mail an die Mitarbeiter – wie ein CEO.

"Uns stehen intensive Wochen und Monate bevor, in denen wir auf und neben dem Platz große und wichtige Aufgaben bewältigen werden", schrieb Kahn laut "Sport Bild". Wie gewaltig die Herausforderung namens Corona sein würde, konnte er damals sicher noch nicht ahnen.

Hasan Salihamidzic: Zwist mit Hansi Flick schadet seinem Profil

Ein Vierteljahr zuvor, auf der Hauptversammlung 2019, saß Kahn noch zurückhaltend neben Hasan Salihamidzic. Der damalige Sportdirektor wurde von tausenden Vereinsmitgliedern nicht nur mit Wohlwollen bedacht.

Nicht jedes Interview saß in seiner Anfangszeit als Funktionär, der 44-jährige Bosnier war lange auf Profilsuche. Als er dieses geschärft hatte, inklusive neuem Businessman-Kleidungsstil und markantem Vollbart, sickerten Unstimmigkeiten mit Flick nach außen. Vor allem in Sachen Transfers.

Kürzlich berichtete der Trainer wenig charmant bei Sky, dass er gerne Timo Werner und Kai Havertz (beide FC Chelsea) geholt hätte, die Verpflichtung von Alexander Nübel dagegen "vor meiner Zeit passiert" sei.

Karl-Heinz Rummenigge: Der Boss des FC Bayern geht bald

Dass es zwischen beiden trotz kommunizierter Aussprache knirscht, berichtet erneut die "Sport Bild". So sei das zweiwöchentliche "Meeting Fußball" mit Kahn und Noch-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) gestört.

Oliver Kahn (l.) und Karl-Heinz Rummenigge: Die beiden Mitglieder des Vorstands beobachten die Entwicklungen zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic. (Quelle: imago images/Poolfoto UCL)Oliver Kahn (l.) und Karl-Heinz Rummenigge: Die beiden Mitglieder des Vorstands beobachten die Entwicklungen zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic. (Quelle: Poolfoto UCL/imago images)

Die Ober-Bosse bewerten den Zwist ihrer Führungskräfte demnach "als nicht mehr tragbar". Markant: Zum Jahreswechsel wird Rummenigge seine Amtsgeschäfte an Kahn übergeben. Pikant: Rummenigge gilt als Vertrauensmann von Flick, während Hoeneß dem Vernehmen nach Salihamidzic bis heute protegiert.

Hansi Flick: FC Bayern oder doch lieber Bundestrainer?

Es könnte ein tückisches Machtvakuum entstehen. Schon in der Vergangenheit trennten sich die Münchner lieber von äußerst selbstbewussten Trainern (Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal).

Hansi Flick wird aber eine loyale Kabine nachgesagt. Er hat eine derart starke Rolle, wie sie der Klub in den vergangenen 20 Jahren vielleicht Ottmar Hitzfeld oder Pep Guardiola zugestand. Der 56-jährige Badener (Vertrag bis 2023) entscheidet deshalb maßgeblich selbst über seine Zukunft, während der Arbeitgeber um ihn buhlt. Daran muss sich ein FC Bayern erstmal gewöhnen. Fortsetzung folgt.

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