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FC Bayern: Prognose zum Trainer – Zidane, Alonso, Hoeneß oder gar Klopp?


Es ist nicht Xabi Alonso
Er muss der neue Bayern-Trainer werden

MeinungVon Julian Buhl

Aktualisiert am 01.03.2024Lesedauer: 9 Min.
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Thomas Tuchel (2.v.r.) muss gehen, ein anderer kommt: Zinédine Zidane (l.), Xabi Alonso (2.v.l.) und Jürgen Klopp (r.) sind Namen, die in Zusammenhang mit den Bayern schon genannt wurden.Vergrößern des Bildes
Thomas Tuchel (2.v.r.) muss gehen, ein anderer kommt: Zinédine Zidane (l.), Xabi Alonso (2.v.l.) und Jürgen Klopp (r.) sind Namen, die in Zusammenhang mit den Bayern schon genannt wurden. (Quelle: imago/t-online)

Wer wird Thomas Tuchel nach dieser Saison als neuer Bayern-Trainer beerben? t-online gibt eine Prognose zu den heißesten Kandidaten und nennt einen klaren Favoriten.

Der Zeitpunkt, an dem die im Sommer feststehende Trennung von Cheftrainer Thomas Tuchel bekannt gegeben wurde, erzählt auch viel über die Vorgänge beim FC Bayern, die momentan hinter den Kulissen ablaufen.

Es trifft sich nämlich gut, dass die erste Amtshandlung des frisch installierten, neuen Sportvorstands Max Eberl nun eben nicht Tuchels Entlassung ist, mit der er – zumindest in der Öffentlichkeit – verbunden wird. Stattdessen wird seine erste große Aufgabe ab sofort die Suche nach einem geeigneten Nachfolger sein. Zumindest im Hintergrund wirkte er freilich schon in den vergangenen Wochen vor seiner offiziellen Ankunft in München mit. Nun tritt der 50-Jährige aus dem Schatten ins Rampenlicht und in die vorderste Reihe der ganz großen Bayern-Bühne, so wie er sich das immer gewünscht hat.

Eberl weiß: Die Trainerentscheidung ist gleich eine enorm bedeutende und äußerst wegweisende, an der auch er sofort und in Zukunft gemessen werden wird. Die Antwort, die Eberl und die Bayern auf die nach wie vor unbeantwortete Trainerfrage finden werden, wird mit großer Spannung erwartet. An Kandidaten mangelt es nicht. t-online schätzt einige hier ein:

Die Wunschlösung

Als die gilt zweifellos Xabi Alonso. Das Problem: Der spanische Welt- und Europameister ist momentan noch damit beschäftigt, die elf Jahre anhaltende Dauerdominanz der Bayern in der Bundesliga zu durchbrechen. Und mit nun acht Punkten Vorsprung auf den Rekordmeister ist er auf dem besten Weg, sein Meistermärchen, an dem er mit Leverkusen schreibt, zu vollenden.

Die rasante Entwicklung, die Alonso mit Bayer nimmt – er hatte die Mannschaft in der Hinrunde der Vorsaison auf einem Abstiegsplatz übernommen –, beeindruckt auch Bayerns Bosse. Der 42-Jährige, der von 2014 bis 2017 seine Profikarriere in München ausklingen ließ, wurde im Eiltempo vom Trainernovizen zum Maestro. Mit dem 3:0-Sieg im direkten Duell mit Bayern gelang ihm zuletzt sein vorläufiges Meisterstück.

Aus Alonsos Spielerzeit beim Rekordmeister kennt und schätzt man sich. Vor allem Karl-Heinz Rummenigge hat den Draht zu Alonso immer aufrechterhalten. Schon im Sommer 2018 hatte Rummenigge die Idee, Alonso als Co-Trainer bei Bayern einzubinden, was allerdings nicht klappte. Auch Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen, der Alonso, wie er selbst sagte, damals noch als Finanzvorstand "von Real Madrid loseiste" und den Transfer abwickelte, pflegt "eine besondere Verbindung" zu ihm.

Bayerns neuer Sportvorstand Eberl erkannte Alonsos großes Potenzial ebenfalls früh und bemühte sich 2021 schon mal um ihn als Chefcoach. Sein Versuch, ihn für Gladbach zu verpflichten, scheiterte aber. "Mir ist das einen Touch zu früh", habe Xabi Alonso laut Eberl damals entgegnet. Holt er ihn jetzt zu Bayern? Die Konkurrenz im Werben um Alonso ist jedenfalls groß. Unter anderem der FC Liverpool (2004 bis 2009), für den Alonso – genau wie für Real Madrid (2009 bis 2014) – auch spielte, soll sich intensiv um ihn als Nachfolger für Jürgen Klopp bemühen. Medienberichten zufolge haben die Engländer momentan sogar die Nase vorn.

t-online-Prognose: Alonso wird im Sommer (noch) nicht neuer Bayern-Trainer werden. Der persönliche Verrat an seiner Leverkusener Mannschaft wäre zu groß, die er möglicherweise auch noch in der nächsten Saison bei ihrer Entwicklung begleiten und in die Champions League führen will. Genau das zu tun und seinen Erfolg zu bestätigen, riet ihm zuletzt auch der erfahrene Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld und sagte im t-online-Interview: "Dann stehen ihm alle Türen offen – für Bayern oder Real Madrid, für die großen Vereine." Alonso kann sich seinen nächsten Trainerjob ganz sicher auch im kommenden Jahr noch aussuchen. Irgendwann wird sein Weg ihn wieder zurück nach München führen. Jetzt ist dafür aber noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen.

Die Familienlösung:

Sebastian Hoeneß, der Neffe von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, hat den VfB Stuttgart erst in der Relegation vor dem Abstieg bewahrt und in dieser Saison nun bis auf Platz drei der Bundesliga geführt. Den Klub kennt er aus seiner Zeit als Jugendtrainer der Bayern und Coach der zweiten Mannschaft, mit der er 2020 sensationell die Drittliga-Meisterschaft holte. Nicht ohne Grund wird er deshalb jetzt ebenfalls als Kandidat bei Bayern genannt.

Kürzer als in seinem Fall können die Wege gar nicht sein. Sein Vater Dieter Hoeneß, früher Manager von Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg, ist sein Berater. Und dessen Bruder Uli, Sebastians Onkel, zieht beim Rekordmeister nach wie vor die Strippen. "Uli verfolgt ihn sehr genau. Er nimmt Sebastians Weg sehr bewusst wahr", sagte Dieter Hoeneß zuletzt der "Sport Bild".

Und Uli Hoeneß selbst schwärmte zuletzt offen von seinem Neffen. "Da ist pure Freude! Er hat durch seine Arbeit, durch sein Engagement dafür gesorgt, dass der VfB nicht abgestiegen ist", sagte der Klubpatron im Interview mit RTL und "sport.de". "Und wie die jetzt Fußball spielen, da lacht einem das Herz im Leibe."

t-online-Prognose zu Hoeneß: Für Sebastian Hoeneß kommt ein der Cheftrainerposten bei Bayern trotz alldem noch viel zu früh. Die Last, die sein Nachname als Bayern-Trainer zwangsläufig mit sich bringen würde, wäre genau wie die damit verbundenen Erwartungen noch zu groß – und Hoeneß dem nicht gewachsen. Noch nicht. Für ihn gilt es jetzt zunächst, seinen Überraschungserfolg mit dem VfB weiter zu bestätigen und sich in der kommenden Saison auch auf Champions-League-Niveau zu beweisen. Gelingt ihm auch das, kann er sich gewiss sein, dass sein Onkel seine Entwicklung weiterhin ganz genau im Blick behalten wird.

Die Rückkehrerlösung:

Die Namen von Hansi Flick und Julian Nagelsmann kursieren im Zusammenhang mit dem FC Bayern. Die zwei Vorgänger von Thomas Tuchel seien Optionen für den Weg zurück. Flick galt sogar als möglicher Soforthelfer. Wie zu vernehmen ist, sollen aber nicht alle Klubverantwortlichen und insbesondere Uli Hoeneß von einer Rückholaktion des Sextuple-Trainers von 2020 überzeugt gewesen sein. Sein Scheitern als DFB-Coach wurde auch bei Bayern kritisch verfolgt. Flick selbst konzentriert sich mit seinem Wechsel zu Starberater Pini Zahavi auch eher auf den internationalen Markt und eine mögliche Zusammenarbeit mit dem FC Barcelona. Ein erneutes Engagement bei Bayern ist jedenfalls vom Tisch.

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Plötzlich ist aber auch wieder ein weiteres Rückkehrszenario im Gespräch: das von Julian Nagelsmann – wieder, weil t-online-Kolumnist Stefan Effenberg bereits unmittelbar nach dessen Entlassung vor einem Jahr davon sprach. "Es war wahrscheinlich einfach noch zu früh für ihn, aber nicht alles schlecht", schrieb Effenberg damals, am 26. März 2023, in seiner Kolumne. "Wenn eine gewisse Zeit vergangen ist, kann ich mir vorstellen, dass die Tür noch mal aufgeht für ihn bei Bayern."

Wie "Bild" berichtet, soll sich auch Nagelsmann das durchaus vorstellen können. Aber tatsächlich schon in diesem Sommer, nicht mal anderthalb Jahre nach seiner Entlassung durch die ehemaligen Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić? Effenberg skizzierte damals ein etwas ferneres Zukunftsszenario. Wenn Nagelsmann aus seinen Fehlern lernen und an sich arbeiten würde, so der Ex-Bayern-Kapitän, "könnte er die Möglichkeit bekommen, vielleicht in zehn Jahren noch mal nach München zurückzukommen."

Nagelsmann steht für die Heim-EM im Sommer ohnehin noch als Bundestrainer beim DFB unter Vertrag. Seine gesamte Konzentration liegt jetzt darauf, mit der Nationalelf ein gutes Turnier zu spielen. Vorher kann und wird er keinen Anschlussvertrag unterschreiben – auch nicht beim FC Bayern. Bis dahin können die Münchner aber nicht warten. Und als vermeintliche B-Lösung für den Fall, dass man Alonso oder Zidane nicht bekommen kann, nach München zurückzukommen? Das entspricht definitiv nicht Nagelsmanns Selbstverständnis und Anspruch.

Dass Nagelsmann grundsätzlich mit seinem Herzensklub noch lange nicht abgeschlossen hat, steht außer Frage. Eine Rückkehr im Sommer käme allerdings noch zu früh. Auch, weil es Klubverantwortliche gibt, die ihn nach wie vor kritisch sehen. Hoeneß bezeichnete seine Entlassung im vergangenen Jahr in der BR-Sendung "Sonntags-Stammtisch" zwar mittlerweile als "nicht unbedingt klug", bezog sich dabei aber explizit auf den Zeitpunkt sowie die Art und Weise der Nagelsmann-Entlassung und nicht die Freistellung an sich.

t-online-Prognose zu Nagelsmann: Möglicherweise ist es für Nagelsmann der bessere Weg, sich nach der Nationalmannschaft zuerst wieder bei einem anderen Topklub zu beweisen. Warum nicht beim FC Liverpool oder dem FC Barcelona? Irgendwann wird Nagelsmann ganz sicher noch mal Bayern-Trainer werden. Jetzt aber noch nicht!

Die große, internationale Lösung:

Die kann nur Zinédine Zidane heißen. Der dreimalige Weltfußballer, Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000, ist auch als Trainer längst ein internationaler Star. Der 51-Jährige führte Real Madrid von 2016 bis 2018 zu drei Champions-League-Titeln, trainierte die "Königlichen" von 2019 bis 2021 bereits ein zweites Mal.

Zuletzt, als über einen sofortigen Nachfolger für Tuchel diskutiert wurde, war aus Frankreich noch klar zu vernehmen, dass ein Engagement in München für ihn nicht infrage komme. Stattdessen wird Zidane immer wieder Interesse am Posten des französischen Nationaltrainers nachgesagt, den sein früherer Teamkollege Didier Deschamps momentan noch besetzt.

Mit der auf den Sommer vertagten Tuchel-Trennung haben sich die Vorzeichen, wie aus Frankreich zu hören ist, nun aber komplett verändert. Die Bayern haben sich und ihren potenziellen Trainerkandidaten damit nämlich vor allem eins verschafft: Zeit. Und damit den Ball auch zu Zidane gespielt. Dass er damit umzugehen vermag, hat er schon als Spieler eindrucksvoll bewiesen. Zidane soll eine mögliche Liaison mit Bayern grundsätzlich reizvoll finden und den Klub auf einer Stufe mit Real Madrid einordnen.

Zidane und der FC Bayern ist mittlerweile mehr als nur ein Tuschel-Thema, sondern eigentlich fast schon die logische Lösung. Zudem sagte Zidane am Montag Sky Italia über eine Trainer-Rückkehr: "Warum nicht? Alles kann passieren." Er wäre momentan frei, ausgeruht und würde eigentlich perfekt passen. Er muss es nur auch tatsächlich wollen und dem Rekordmeister ein entsprechendes Signal geben.

Ein Hindernis für den Franzosen, der auch fließend Spanisch und Italienisch spricht, könnten seine fehlenden Deutsch- und Englischkenntnisse sein. Dass das kein unüberwindbares Hindernis sein muss, hat Bayern schon mit der Verpflichtung von Pep Guardiola 2013 gezeigt. Max Eberl untermauerte das am Dienstag: "Deutsch oder Englisch sollte es schon sein, bei Französisch wird es bei mir schon ein bisschen dünner. Das ist auch ein Kriterium, aber kein Ausschlusskriterium. Ich will mich nicht zu sehr eingrenzen."

Unter Guardiola hospitierte Zidane übrigens 2015 sogar schon mal an der Säbener Straße und machte sich sein eigenes Bild vom Klub. Wie Guardiola damals hätte auch Zidane jetzt noch ein paar Monate Zeit, um die Sprache zumindest ein wenig zu lernen. In München würde er mit Kingsley Coman, Dayot Upamecano und Mathys Tel zudem auf einige französische Spieler treffen. Ein Co-Trainer, der – wie etwa Dino Toppmöller, Willy Sagnol oder warum nicht sogar Franck Ribéry – beide Sprachen spricht, könnte ihm zusätzlich helfen.

t-online-Prognose zu Zidane: Bayern muss jetzt alles dafür tun, um Zidane von einem Wechsel nach München zu überzeugen und ihn zu bekommen. Er wäre die ganz große, internationale, die Pep-Lösung, mit der der Rekordmeister auch international ein Zeichen setzen und sich eindrucksvoll zurückmelden würde. Das wäre wirklich Bayern-like. Und deshalb kann und muss der neue Trainer nur Zinédine Zidane heißen. Es nicht zumindest zu versuchen, wäre fahrlässig.

Die verhinderte Wünschlösung:

Dass Uli Hoeneß 2008 mit Jürgen Klinsmann, der die Nation und die Klubverantwortlichen damals als Bundestrainer verzaubert hatte, den "falschen" Jürgen nach München holte, darüber dürfte er sich insgeheim wohl noch immer ärgern. Denn eigentlich war Hoeneß sich damals schon mit einem anderen jungen, aufstrebenden Trainer aus Mainz einig: einem gewissen Jürgen Klopp. Für Klinsmann sagte Hoeneß dem dann aber doch noch ab. Klopp ging nach Dortmund und von dort aus 2015 weiter zum FC Liverpool – und schrieb mit beiden Klubs jeweils einzigartige Erfolgsgeschichten.

Nach neun Jahren an der Anfield Road will Klopp sein England-Engagement nun selbst gewählt beenden. Weil er zu Bayern will? Nein, weil er eine Pause braucht und sich die auch im kommenden Jahr definitiv nehmen will. Das stellte sein Berater Marc Kosicke unmittelbar nach der Tuchel-Entlassung bei Sky noch mal unmissverständlich klar.

Klopp würde zweifellos alles mitbringen, was der nächste Bayern-Trainer braucht. Er wäre sicher die Wunschlösung vieler Fans und Verantwortlichen. Er wird es aber definitiv nicht werden. Ob es in Zukunft dann möglicherweise doch noch mal zu einer Zusammenarbeit zwischen Klopp und den Bayern kommen könnte, ist ebenfalls fraglich. Dass er auch aus emotionalen Gründen in England keinen anderen Verein mehr nach Liverpool trainieren will, hat er bereits gesagt.

"Ob er irgendwann nach München gehen würde nach seiner ganzen Historie beim BVB, weiß ich nicht", sagte Ex-BVB-Profi Karl-Heinz Riedle zuletzt im Interview mit t-online: "Natürlich würde ich mir aus Dortmunder Sicht wünschen, dass er das niemals macht." Riedle glaubt stattdessen, dass Klopp "die Nationalmannschaft mittelfristig noch interessieren könnte. Weltmeister oder Europameister zu werden, sind die Titel, die man mit einer Vereinsmannschaft nicht erreichen kann."

t-online-Prognose zu Klopp: Klopp wird kein Bayern-Trainer – nicht jetzt und auch nicht mehr in der Zukunft. Auf Vereinsebene hat er längst alles erreicht, was man als Trainer erreichen kann. Die Nationalmannschaft ist dagegen noch ein unerfüllter Traum von ihm. Dass er die Fans begeistern kann, hat er in seiner Karriere mehrfach bewiesen. Deshalb wird nach Klopps Auszeit auch das zusammenkommen, was zusammengehört und fast schon füreinander bestimmt zu sein scheint: die deutsche Nationalmannschaft und Klopp als Bundestrainer.

Verwendete Quellen
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