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Davis Cup: Ohne Nummer eins in der Finalrunde - Zverev als Fan am Meer

Davis Cup  

Ohne Nummer eins in der Finalrunde - Zverev als Fan am Meer

03.02.2019, 12:03 Uhr | dpa

Davis Cup: Ohne Nummer eins in der Finalrunde - Zverev als Fan am Meer. Wird den neuen Modus im Davis Cup auch weiter ablehnen: Alexander Zverev (l) gibt Autogramme.

Wird den neuen Modus im Davis Cup auch weiter ablehnen: Alexander Zverev (l) gibt Autogramme. Foto: Arne Dedert. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Auf den Malediven wird Alexander Zverev die Daumen drücken. Der beste deutsche Tennisprofi wird fehlen, wenn die Davis-Cup-Mannschaft im November in der neu geschaffenen Finalwoche antritt.

Zverevs Absage schmälert die Chancen erheblich. Doch obwohl er den Titel gern einmal gewinnen möchte, sich für die Pflichtaufgabe gegen die Ungarn nicht zu schade war und den Davis Cup "liebt", lässt sich der Weltranglisten-Dritte nicht umstimmen. "Die Emotionen beim Davis Cup kannst du nirgendwo nachspielen", sagte Zverev. "Das ist eines der emotionalsten Sportevents, die wir auf der Welt haben."

Doch diese Emotionen gehen mit der Reform des Nationen-Wettbewerbs und der Endrunde in Madrid verloren, so die Kritik. Die Stimmung insbesondere bei Heimspielen werden sie vermissen, erklärten die deutschen Tennisspieler - auch wenn das Anfeuern beim einseitigen 5:0 über Ungarn in Frankfurt am Main aus Zverevs Sicht zu leise blieb.

Der Hauptgrund seiner unwiderruflichen Absage für den Titelkampf mit 18 Teams vom 18. bis 24. November ist der "Wahnsinns"-Termin, der die Pause für Regeneration und intensives Training zu sehr verknappe. Auf "zwei bis drei Wochen" würde die Zeit bis zum Flug nach Australien verkürzt, wo das nächste Tennis-Jahr beginnt. Seine Saison soll im Idealfall mit dem erneuten Titel bei den ATP Finals am 17. November enden, dann werde er sich am Indischen Ozean erholen, so Zverev: "Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der mich umstimmen wird."

Hinter der umstrittenen Davis-Cup-Reform steckt auch die Investmentfirma Kosmos um den spanischen Fußballer Gerard Piqué, für 25 Jahre sind drei Milliarden Dollar versprochen. Mit dem Weltmeister von 2010 und Abwehrspieler des FC Barcelona sei er schon essen gewesen, erzählte Zverev. Er kenne ihn gut, habe nichts gegen ihn persönlich. Aber Geld kann den zehnfachen ATP-Turniersieger nicht locken. Fast 16 Millionen Dollar Preisgeld hat er bereits gewonnen.

Seine Teamkollegen äußerten Verständnis für Zverevs klare Haltung. "Die finanzielle Entlohnung ist für uns wichtiger", sagte Tim Pütz. Der 31-Jährige, selbst nur Nummer 350 der Einzel-Weltrangliste, holte im Doppel am Samstag den vorentscheidenden dritten Punkt. Mit Jan-Lennard Struff gewann Pütz klar 6:2, 6:3 gegen die Tennis-Nobodys Peter Nagy und Gabor Borsos. Zverev ließ auch im zweiten Einzel seinem ungarischem Gegner Borsos erwartungsgemäß keine Chance. Kohlschreiber hatte dagegen selbst gegen David Szintai, der noch nie zu den 1000 besten Spielern der Welt zählte, erhebliche Probleme.

Auch nach dem erwartbar deutlichen Erfolg über die Ungarn sieht Teamchef Michael Kohlmann die Finalwoche skeptisch. "Jetzt müssen wir damit erst mal zurecht kommen, das akzeptieren", sagte der 45-Jährige. Am 14. Februar werden die sechs Dreiergruppen ausgelost. Die Gruppensieger und zwei besten Zweiten erreichen die K.o.-Phase. Gespielt werden jeweils zwei Einzel - statt vier - und ein Doppel.

Auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer und die Nummer eins der Welt, Novak Djokovic, hatten sich gegen die Endrunde ausgesprochen. Zverev hofft, dass sich auch andere Topspieler deutlich positionieren und den Tennis-Weltverband ITF zum Umdenken zwingen. "Ein schlechteres System könnte man sich eigentlich nicht ausdenken", hatte der Hamburger gesagt. Kohlmann behauptete, Zverevs Position könne "großen Einfluss" haben. Schließlich sei es Anlass für die Reform gewesen, dass die besten Profis dem Wettbewerb fernblieben. "Die ITF versucht mit Sicherheit noch was am Datum zu machen", sagte der deutsche Teamchef.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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