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Emotionale Gala - Tränen in Cannes: Elton John feiert Premiere von "Rocketman"

Rocketman  

Tränen in Cannes: Elton John feiert Premiere von "Rocketman"

17.05.2019, 15:18 Uhr | dpa

Emotionale Gala - Tränen in Cannes: Elton John feiert Premiere von "Rocketman". Fürsorglich: Taron Egerton bindet Elton John die Schnürsenkel.

Fürsorglich: Taron Egerton bindet Elton John die Schnürsenkel. Foto: Vianney Le Caer/Invision/AP. (Quelle: dpa)

Cannes (dpa) - Mitten auf dem roten Teppich, vor Dutzenden Fotografen und unzähligen Fans, kniet Taron Egerton plötzlich vor Sir Elton John nieder - und bindet ihm den Schnürsenkel zu.

Es ist eine kleine Geste, die aber viel ausdrückt. Schließlich ist der 72-jährige Elton John eine Musiklegende mit Millionen verkaufter Tonträger weltweit. Egerton hingegen, 29 Jahre alt, darf dieses Ausnahmetalent in dem Film "Rocketman" spielen, der am Donnerstagabend außer Konkurrenz seine Premiere beim Festival in Cannes feierte. Es sollte eine emotionale Gala mit vielen Tränen werden.

Im Festivalpalast an der Croisette angekommen, drückt Egerton dem mit einem verletzten Knöchel noch immer humpelnden Elton John zunächst schnell ein Küsschen auf die Wange. Die Gala-Gäste jubeln dem Musiker zu, der neben einer Brille in Herzform und mit rotgefärbten Gläsern dem Anlass angemessen auch eine kleine, rote Rakete auf dem Revers seines Smokings trägt. Doch allzu lange feiern lassen will sich Elton John nicht: Er nimmt schon bald im Kinosessel Platz und macht klar, dass er jetzt lieber erst einmal den Film sehen möchte.

Der startet ziemlich düster. Denn Elton John, im flamboyanten Outfit in grellem Orange, ist am Ende. "Ich bin ein Alkoholiker, drogenabhängig, sexsüchtig und kaufsüchtig", so stellt er sich vor, bevor der Film zurückgeht in Johns Kindheit: Der Vater ist fast nie da, die Mutter unglücklich. Die Großmutter aber erkennt das Talent des kleinen Reginald Dwight, wie er eigentlich heißt, und unterstützt seine musikalische Ausbildung.

"Elton hat uns die Geschichte so erzählen lassen, wie wir wollten", berichtet Regisseur Dexter Fletcher in Cannes. Der Musiker habe keine Vorgaben gemacht, auch kein Thema verboten. So hakt Fletcher, der auch schon beim Oscar-prämierten Drama "Bohemian Rhapsody" über die Band Queen und deren Frontmann Freddie Mercury hinter der Kamera stand, in "Rocketman" alle wichtigen Stationen von Johns Karriere ab. Die enge Zusammenarbeit mit dem Liedtexter Bernie Taupin, ihre ersten Erfolge, der Durchbruch in den USA, die Beziehung zu seinem Manager John Reid und der Absturz mit Alkohol und Drogen - trotz der Dramatik alles eher konventionell erzählt.

Die Stärke des Films aber sind die Musical- und Musik-Sequenzen, voller Energie und mitreißend inszeniert. Den Auftakt macht "The Bitch Is Back", dann folgen Songs wie "Saturday Night's Alright for Fighting" und "I'm Still Standing". Zu den emotionalen Höhepunkten gehören "I Want Love" und "Your Song", für den es während der Cannes-Premiere spontanen Szenenapplaus für Egerton gibt.

Überhaupt ist Egertons Leistung bemerkenswert. Er singt nicht nur alle Songs selbst, in einigen Szenen glaubt man tatsächlich, die Musikikone auf der Leinwand zu sehen. Ihm gilt dann neben Elton John auch der größte Applaus nach Filmende - Egerton ist so ergriffen, dass ihm die Tränen übers Gesicht laufen. "Das war einer der besten Tage meines Lebens", sagt er auf der Pressekonferenz einen Tag später. Elton John spielen zu dürfen, "war eine große Ehre und Verantwortung zugleich".

Wie es dem Musiker aber selbst erging, seine bewegte Lebensgeschichte auf der Leinwand zu sehen? Sie habe Elton John nur ein paar Plätze weiter weinen gehört, erzählt Bryce Dallas Howard, die im Film Johns Mutter spielt. Auch die Premierenbesucher erleben nach dem Abspann einen sichtlich gerührten Elton John - der sich dann aber überraschend schnell mit Ehemann David Furnish absetzt. Während sich die Crew noch von Gala-Gästen wie Julianne Moore und Eva Longoria feiern lässt, ist das Paar längst verschwunden, raus aus dem Rampenlicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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